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Spitzenleistung mit spitzen Pfeilen

Darts Spitzenleistung mit spitzen Pfeilen

Deutschland gegen Holland – das ist nicht nur im Fußball eine ernste Sache. Der Peiner Dartspieler Arno Merk traf jetzt im Finale eines Jugend-Weltranglistenturniers in Bremen auf Harrie van der Heide. Um seinen deutschen Kontrahenten nervös zu machen, versuchte es der Holländer mit ein paar gemeinen Tricks. „Er hat sich ganz dicht hinter mich gestellt und mit seinen Darts geklappert“, erzählt der 17-jährige Peiner.

Doch so leicht lässt sich Deutschlands große Nachwuchshoffnung des Präzisionssports nicht aus der Ruhe bringen. Abwurf, die Spitze seines Darts bohrt sich zielsicher in das nur acht Millimeter breite Feld der Doppel-Acht. Sieg für Deutschland, Sieg für Arno Merk.

Der Zehntklässler vom Peiner Ratsgymnasium legt einen erstaunlich steilen sportlichen Aufstieg mit seinen Pfeilen hin. Erst seit drei Jahren zielt er in einer Vereinsmannschaft. Inzwischen ist er Deutschlands bester Jugendspieler, gewann zuletzt alle Ranglisten-Turniere auf Bundesebene. Beim Weltranglisten-Turnier in Bremen gab er in sechs Spielen nur einen einzigen Satz, von den Dartern Leg genannt, ab.

Achtmal gelang ihm im Turnierverlauf das Kunststück, drei Pfeile im engen Dreifach-20-Feld unterzubringen. 180 Punkte – mehr geht nicht im Dart.

„Ich ärgere mich ganz schön, dass ich erst so spät mit dem Sport angefangen habe“, sagt Arno Merk, der in diesem Jahr von den Stederdorfer „Scots Darts“ zum höherklassigen Team „Ludwicks Braunschweig“ gewechselt ist. Obwohl die Punktspiele in der Verbandsliga meist in Kneipen ausgetragen werden, betont der Schüler: „Mit Kneipensport hat Dart so gut wie nichts mehr zu tun.“

Der Dart-Verband will sein einstiges Schmuddel-Image ablegen und Pfeilewerfen bei den Olympischen Spielen in London zum Demonstrationswettbewerb machen. In den Jugendklassen geht es auch deshalb ganz nüchtern zu. „Vor jedem Turnier muss ich in einen Alkomat pusten“, erzählt Arno Merk. Start nur mit 0,0 Promille.

Millionen verfolgten jüngst gespannt im Sport-Fernsehen die Weltmeisterschaft. Ganze Hallen sind ausverkauft. Die Stars der Szene: Der ehemalige Gelegenheitsarbeiter Phil „The Power“ Taylor und der Ex-Postbote Raymond van Barneveld. Arno Merk hat kein Duell verpasst. „Ein Wurf kann ein ganzes Spiel entscheiden“, erklärt er den Reiz des Sports, für den man eine ruhige Hand und gute Nerven braucht.

Arno Merk hat beides. „Talent“, sagt er. Der Trainingsfleißigste ist er nämlich nicht. Nur einmal in der Woche übt er gegen seine Klubkollegen. Zwei bis drei Stunden lang wird auf die Scheibe gezielt. „Meine Form hole ich mir vor allem auf Turnieren oder in Punktspielen“, erläutert er. Fast jedes Wochenende ist er unterwegs. In der Verbandsliga hat er von elf Einzeln nur eines verloren. Sein Spielstil: „Schnell und risikoreich – ich brauche den Kick“, betont er.

Christian Meyer

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