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Spaghetti und Kaffee bringen neue Motivation

Radsport Spaghetti und Kaffee bringen neue Motivation

„Ich habe selten so gelitten, wie beim Anstieg zur Sababurg“, sagt André Ditzen. Aber er hat die 400-Kilometer-Tour mit dem Rad geschafft und sieht es als psychologische Hilfe: „Wenn ich jetzt 300 Kilometer fahre, weiß ich, dass ich schon mehr geschafft habe“, flachst der Handorfer.

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Durchnässt, geschafft, kaputt: André Ditzen hatte nach halber Strecke keine Motivation mehr.

Die Tour führte durchs Weserbergland von Hessisch-Oldendorf nach Hannoversch Münden und zurück entlang der Weser und über den Ith. Sie war ein offizielles Brevet - das sind im Radsport Langstreckenfahrten, bei der eine vorgegebene Strecke innerhalb einer bestimmten Zeit zu fahren ist. Will der Radsportler an der 1200 Kilometer langen Fahrt Paris-Brest-Paris teilnehmen, muss er im selben Jahr Brevets von 200, 300, 400 und 600 Kilometern absolvieren.

Um 5.30 Uhr war Ditzen in Handorf mit dem Auto gestartet. Die Hofeinfahrt des Organisators der Tour stand unter Wasser - ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Fahrer noch erwarten sollte. Nach einer halben Stunde auf dem Rad fing es an zu regnen, aber es herrschte wenigstens Rückenwind. Nach 150 Kilometern drehte sich der Wind, es wurde kalt, und vor Ditzen lag der Anstieg von Trendelburg hoch zur Sababurg.

„Hier geht es zwar nur durchschnittlich mit knapp über drei Prozent hoch, das jedoch sehr unregelmäßig mit Spitzen bis zu zwölf Prozent, wodurch man schwer einen Kletter-Rhythmus findet“, erläutert Ditzen. „Und dann hat mich noch ein Starkregenschauer erwischt.“ Das alles raubte dem Handorfer die Motivation, die noch fehlenden 230 Kilometer bis ins Ziel weiterzufahren. Es ging dann zwar bergab, aber immer gegen den Wind.

Die Rettung war ein Bistro an der Fulda. „Die Wirtin hat uns bemuttert, es gab Spaghetti, Kuchen und Kaffee - und neue Energie. So viel, dass Ditzen doch nicht mehr glaubte, verrückt zu sein, wenn er die restlichen gut 200 Kilometer weiterfährt. Hinzu kam, dass er vier Leidensgenossen fand. Sie beschlossen, nun als Gruppe zu fahren.

Nach 300 Kilometern folgte der Anstieg zum Ith. „Das zwickte nochmal“, gestand Ditzen. Der Gedanke ans Aufgeben war aber weg. Und um 0.15 Uhr radelte Ditzen ins Ziel, knapp 19 Stunden nach seinem Start in Peine.

Den 400 Kilometer-Brevet hat Ditzen geschafft, den 600er will er in diesem Jahr aber nicht mehr absolvieren. Dafür hat er sich den Start beim 24-Stunden-Rennen in Dänemark vorgenommen.

mp

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