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Sieg mit dem 100-Euro-Golf

Slalom-Rennen Sieg mit dem 100-Euro-Golf

Sein neues Auto entdeckte Benjamin Brömer auf einer Wiese unter einem Baum. „100 Euro hab’ ich dafür bezahlt“, sagt der 29-Jährige. Der Golf aus dem Baujahr 1991 schaffte es gerade noch die paar Kilometer zu dem Peiner nach Hause – und verstummte.

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Benjamin Brömer umkurvt mit seinem Golf die Pylone.

Quelle: Privat

„Egal“, sagt Brömer, „mir kam es ohnehin nur auf die Karosse an.“ Er baute alles aus, bis nur noch das Blechkleid übrig war. Und dann schraubte er sich mit neuen Teilen und Ersatzteilen vom Schrottplatz einen Wagen zusammen, der ihm im vergangenen Jahr den Sieg im Slalom-Einsteiger-Cup des ADAC einbrachte. Etwa 2200 Euro investierte er in das Auto. 107 PS bringt die Maschine nun auf die Räder, und stumm ist der alte Golf beileibe nicht mehr.

„Viele meinen, dass 107 PS für Autorennen zu wenig sind. Aber diese Anzahl an Pferdestärken muss man erst mal um die Pylonen herumkriegen“, sagt Brömer. „Und die Acht-Ventiler-Motoren sind dankbar zu fahren. Man kann sehr gut aus niedrigen Drehzahlen heraus beschleunigen.“

Den Spaß am Motorsport hat Brömer durch den Adenstedter Björn Toppel (29) entdeckt. Der überredete ihn, auch mal bei einem Slalom zu starten. „Erst bin ich unglaublich langsam und vorsichtig gefahren, aber dann wurde ich immer schneller und näherte mich den Zeiten der anderen Starter“, schildert Brömer. Er verbesserte das Fahrwerk des Serienwagens. „Entscheidend sind allerdings Rennreifen. Die machen eine Menge aus.“

Sie kosten allerdings auch eine Menge. „Ein Satz etwa 800 Euro. Die halten eine Saison“, erklärt Toppel, der ebenfalls mit einem Golf II Slalomrennen fährt. Vergangenes Jahr hat er den zweiten Platz in der „Jedermann-Wertung„ des Slalom-Cups des ADAC Niedersachsen/ Sachsen Anhalt gewonnen. Das ist die Wettkampfklasse, in die Benjamin Brömer nun aufgestiegen ist. Das heißt: Die beiden Freunde fahren nun gegeneinander.

„Dann kann jeder von uns eben nur die Hälfte der Siege einfahren“, flachst Brömer. Bei vielen Rennen werden sie einen weiteren Peiner treffen: Jens Schmettan, der schon seit Jahren im Motorsport aktiv ist.

Bei gut zwei Dutzend Wettbewerben können die Peiner in der neuen Saison starten. Die Rennen zählen zu verschiedenen Pokalwertungen, alle zusammen für den ADAC-Clubsport-Slalom-Cup. Brömer freut sich schon darauf: „Es ist interessant, das Auto im Grenzbereich zu bewegen. Das ist wie Fahr-Sicherheitstraining.“

Matthias Press

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