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Seilspringen zählt bald fürs Sportabzeichen

Sportabzeichen Seilspringen zählt bald fürs Sportabzeichen

Die Inlineskates können künftig im Keller bleiben, dafür kann aber ein Sprungseil in die Hände genommen werden: Zum 100.Geburtstag des Sportabzeichens im kommenden Jahr hat der Deutsche Olympische Sportbund seine Breitensport-Aktion kräftig reformiert.

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Stützschwingen am Barren sind für die Altersklasse 50 bis 59 vorgesehen: Eine Nachwuchsturnerin des Turnkreises zeigte zusammen mit Sportabzeichen-Stützpunktleiter Dieter Hachmeister den Prüfern wie es geht.

Quelle: im

Im Turnen etwa werden die Teilnehmer fortan zwischen fast 70 Übungen wählen können. „Es ist eine Reform, die ihren Namen verdient hat. Aber sie bedeutet für die Prüfer auch eine horrende Mehrarbeit“, sagt Peines Sportabzeichen-Stützpunktleiter Dieter Hachmeister, der mit 60 Prüfer-Kollegen jetzt in der Gunzelinhalle zahlreiche neue Übungen unter die Lupe nahm.

Ob rückwärts, vorwärts oder im Laufschritt - erstmals angeboten wird zum Beispiel Seilspringen. Stützpunktleiter Hachmeister vermutet, dass das Seilspringen gut angenommen wird. Denn: „Das ist etwas, was man ohne weiteres auch zu Hause üben kann“, sagt er. Die Sportabzeichen-Teilnehmer müssen künftig jeweils eine Übung aus den vier Kategorien Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination bewältigen (siehe Grafik).

„Methodisch ist das Ergebnis der Reform gut aufgebaut“, findet Hachmeister. Seilspringen etwa zählt zur Kategorie Koordination, 7,5 Kilometer Nordic Walking hingegen zur Ausdauer. Dass im Peiner Land beliebte 10 Kilometer Wandern gibt es nicht mehr. Dafür aber eine Vielzahl von Turnübungen, die nämlich fortan gleich in drei der vier Kategorien absolviert werden können. Je nach erbrachter Leistung wird die Übung mit Bronze, Silber oder Gold belohnt. Auch das ist neu und führt dazu, dass es 70 leicht verschiedene Turnübungen zur Auswahl gibt.

„Der Turnerbund muss eine sehr gute Lobby beim Olympischen Sportbund haben“, vermutet daher Hartwig Maasberg. Der Sportabzeichen-Referent des Kreissportbunds hatte die Infoveranstaltung in der Gunzelinhalle organisiert und freute sich darüber, dass Turnkreis-Geräteturnwartin Henrike Kamps-Eckert mit einigen Nachwuchsturnerinnen die Übungen vormachte. Zum Beispiel den Hüft-Aufschwung. Bronze gibt es künftig für diejenigen, die an einer Sprossenwand oder am sprunghohen Reck dreimaliges Anheben der geschlossenen und gehockten Beine schaffen, Silber für die, die den Aufschwung mit einem kleinen Kasten als Hilfe am kopfhohen Reck bewältigen und Gold für die, die den Hüftaufschwung am schulterhohen Reck meistern. „Die Teilnehmer haben erkannt, dass die Mindestanforderungen relativ einfach sind“, lobt Maasberg die Reform.

Ein paar Kritikpunkte hat Dieter Hachmeister jedoch auch ausfindig gemacht. Zum Beispiel, die Koordinationsübung für alle ab 70 Jahren, die auf einem Schwebebalken in 1,25 Meter Höhe balancieren sollen. „Die Verletzungsgefahr bei der Höhe ist für Ältere zu groß, da hätte ich mir an Stelle des Balkens eine umgedrehte Turnbank gewünscht“, moniert Hachmeister, dem zudem ein wenig bange vor dem größeren organisatorischen Aufwand ist. Für den Handstütz-Überschlag für 40- bis 49-Jährige seien zum Beispiel vier Weichboden-Matten als Sicherung vorgesehen. „Aber in kleineren Gemeinden wird es kaum eine Halle geben, die mit vier Weichboden-Matten ausgestattet ist“, befürchtet Peines Stützpunktleiter.

Doch gerade aufgrund der gestiegenen Möglichkeiten, sein Sportabzeichen zu erringen, hoffen die Stützpunkte nach einer Umgewöhnungsphase darauf, dass noch mehr Peiner den Fitnessorden erwerben. „Es wird einfacher. Ich kann nur appellieren, es einmal auszuprobieren“, wirbt Maasberg. In die neue Saison startet das Sportabzeichen im Mai 2013. Dieter Hachmeister hat vorsorglich schon einmal einen Hallentermin bei der Stadt Peine beantragt, damit auch konstant die Turnübungen absolviert werden können.

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