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Schon beim Warmmachen geht's zur Sache

Handball-Landesliga Schon beim Warmmachen geht's zur Sache

Groß Lafferdes Handballer dürfen sich freuen - und geschmeichelt fühlen. Denn: "Ich will bleiben, suche keinen anderen Verein", sagt Xavier Petitjean.

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Fühlt sich in Groß Lafferde wohl: Xavier Petitjean.rb

Quelle: RALF BUECHLER

Er spielt seit einem Jahr in der Landesliga-Mannschaft des MTV. Eigentlich sollte das Gastspiel des Franzosen jetzt enden. Doch der 26-jährige fühlt sich wohl im Team. Mehr noch: Auch zum Ort sind Bande geknüpft. So sucht er in Lafferde einen Bauplatz.

In die hiesige Gegend verschlagen hat es Petitjean berufsbedingt. So nahm er nach absolviertem Studium voriges Jahr ein Angebot der französischen Firma Stratiforme an, die in Lebenstedt eine Filiale hat. "Ich arbeite dort im Qualitäts-Management." Umgangssprache sei deutsch. "Weil in unserer Firma fast nur Deutsche arbeiten".

Wer mit Petitjean deutsch spricht, hat keine Verständigungs-Probleme. Er selbst sieht das etwas anders. Deutsch sei zwar früher sein Schulfach gewesen, beim Wortschatz und im Formulieren habe er aber Defizite. "Deshalb lerne ich jede Woche sechs Stunden an der Volkshochschule dazu."

Handball ist eine andere Nummer. Doch in einer neuen Mannschaft mitspielen ist keine einfache Kiste. Spielzüge drauf haben und Kommandos in der Abwehr verstehen beziehungsweise geben - das dauert. "Aber es wurde nach und nach immer besser", erzählt Petitjean von seinen ersten Monaten beim MTV.

Darüberhinaus hat er Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Handball ausgemacht. "Hier geht es beim Warmmachen gleich zur Sache. Mit Medizinbällen und so. Bei uns gibt es am Anfang wenig Belastung", erläutert er.

Abweichungen gebe es zum Beispiel auch bei Spielzügen. So werde in seiner Heimat nach dem Abspiel zum Teil auf andere Positionen gelaufen. Und: "Bei uns sind die Hallen bei Landesliga-Spielen und in den Klassen darunter leer. Hier hast du immer Publikum. Und manchmal ist die Tribüne sogar voll". Nach Petitjeans Einschätzung liegt das daran, dass Handball in Deutschland viel stärker verankert ist als in seiner Heimat. "Hier haben viele Dörfer eine Handballmannschaft. Bei uns gibt es die fast nur in Städten."

In Punkto Arbeit und Lebensweise würden die Länder ebenfalls in einigen Bereichen auseinander liegen. "In Frankreich wird mehr improvisiert. Man hat bei Aufträgen mehr Spielraum. Hier ist es strukturierter. Man erhält klare Vorgaben, wie etwas zu erledigen ist."

Lockerer sei auch das Zusammenleben der Franzosen. "Bei uns sind die Menschen offener. Sitzt man zum Beispiel allein in einem Lokal, wird man oft von den anderen Gästen eingeladen." In Deutschland werde beim Kennenlernen zuerst oft "zu" gemacht. "Es dauert eine gewisse Zeit, bis sich die Türen öffnen."

Ist das Eis erst einmal gebrochen, gehöre man dazu. Zum Miteinander zähle auch, dass die Spieler nach dem Training und dem Spiele beim Bier eine Weile quatschen. Diese Art von Zusammensein sei in Frankreich weniger ausgeprägt. Petitjean hat es schätzen gelernt. Und das ist auch ein Grund dafür, dass er in Lafferde bleiben will.

jh

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