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Schönheits-OP für den historischen Ring

Boxen Schönheits-OP für den historischen Ring

Eine feine Technik, unerschöpfliche Kondition und ein harter Schlag zeichnen einen guten Boxer aus. Bei den Kämpfern des BC 62 ist jetzt auch noch reichlich handwerkliches Geschick gefragt. Der Peiner Klub will seinen kampfuntauglichen historischen Ring restaurieren, der seit mehr als 20 Jahren nicht mehr aufgebaut wurde. „Ein eigener Ring – das hätte großen Symbolcharakter und wäre Motivation pur für unsere Talente“, sagt Trainer Kazim Yilmaz.

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31 Jahre altes Foto: 1981 war der Box-Club 62 Peine Gastgeber der Verbandsmeisterschaft. Die Finalkämpfe wurden in der Turnhalle der Burgschule ausgetragen. Die Aufnahme zeigt den historischen Box-Ring, der nun restauriert werden soll.

Im Oktober 1982 tänzelten sogar noch Nationalteam-Boxer aus Deutschland und Dänemark beim Länderkampf in Peine über die Bretter des BC-62-Rings, der aus den 50er-Jahren stammt. Ende der Achtziger spannten die Peiner letztmals die Ring-Seile – danach herrschte ein wenig Box-Flaute in der Fuhsestadt. Inzwischen würde einem Niederschlag in dem etwa 90 Zentimeter großen Hochring ein schmerzender Durchbruch folgen. „Denn die Bretter sind total morsch“, schildert Kazim Yilmaz. Auch die dicke Plane, die über die Bretter gespannt wurde, um Unebenheiten auszugleichen und Niederschläge abzufedern, sei nicht mehr zu gebrauchen. „Da waren die Mäuse dran.“

So wie der Cutman in den Kampfpausen die Platzwunden der Boxer flickt, so wollen die Peiner nun ihren Ring wieder restaurieren – damit es weitergehen kann. Vorwärts. Aufwärts. Nach dem Dornröschen-Schlaf richteten die Peiner zuletzt die Verbandsmeisterschaft mit einem geliehenen Ring aus Wolfenbüttel aus – und ernteten viel Lob. Im April oder Mai soll ein durch Zweitliga-Boxer verstärktes BC62-Team in Peine gegen eine Berliner Auswahl boxen. „Dann würden wir den Ring gerne fertig haben“, sagt Yilmaz.

Mindestens zwei Wochen harte Arbeit plant der Coach dafür ein. Dass die Unterstützung im Verein groß sein wird, da ist er sich sicher. „Die Jungs lauern schon auf den Startschuss.“ Gesucht wird nun vor allem eine kleine Halle, in der die Boxer ihren etwa 6x6 Meter großen Ring aufbauen dürfen und wo sie an ihm arbeiten können. Schweißen, sägen, schrauben – „Handwerklich sind wir in unserem Klub gut aufgestellt. Es gibt Metallbauer, Dreher oder Maschineneinrichter“, ist Yilmaz nicht bange vor der Arbeit.

Der Ring soll wieder ein Schmuckstück werden. Dazu könnten auch Werbepartner beitragen. Gekämpft wird auf etwa 90 Zentimetern Höhe. „Wir hätten also vier Seiten am Ring mit sichtbarer Fläche für Werbepartner. Auch die Plane könnte man bedrucken lassen“, sagt Yilmaz.

Am meisten freut sich der BC62-Trainer darauf, die Seile des historischen Rings auszutauschen. Die künftigen Stahlseile haben eine Schaumfüllung und eine Kunstlederummantelung. „Als ich das letzte Mal 1986 im Peiner Ring stand, waren die Seile, glaube ich, noch aus Pferdehaar. Nach den Kämpfen hatte man immer Kratzer und Brandflecken am Rücken“, erinnert sich Yilmaz. Damit soll nun Schluss sein.

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