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Rot für de Jong und Regelabende für Peiner Kicker

Sport Rot für de Jong und Regelabende für Peiner Kicker

Da waren sich ausnahmsweise alle einig: Den niederländischen Nationalspieler Nigel de Jong hätten Peines Fußballer und Schiedsrichter im WM-Finale in Südafrika vom Platz geschmissen. Beim ersten „Runden Tisch“ zwischen Peiner Fußball-Vereinen und Schiedsrichtern zückten alle 40 Gäste im Forumsaal der PAZ die Rote Karte als Lehrwart Michael Knigge die Szene zeigte, in der der Niederländer in Kung-Fu-Manier gegen den Brustkorb des Spaniers Xabi Alonso trat.

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Gelb oder Rot? Die Teilnehmer der Diskussionsrunde bei der PAZ stellten fest, dass schnelle und schlüssige Entscheidungen oft nicht einfach sind.

Quelle: cb

Anhand von mehreren strittigen Szenen der jüngsten Fußball-Weltmeisterschaft wollte Knigge den Peiner Fußballern ein Gespür dafür geben, wie schwer es für Schiedsrichter ist, in Bruchteilen von Sekunden die richtige Entscheidung zu treffen. Das ist dem Peiner Lehrwart gelungen. Gelb, Rot oder sogar weiterspielen - Fußballer, Schiedsrichter, Obleute und Klubchefs fällten ganz unterschiedliche Urteile.

Und als Abbensens Spielertrainer Sven Hennecke darum bat, die Entscheidung vor der zweiten Zeitlupe zu treffen, war das Durcheinander perfekt. „Das war sehr spannend zu sehen. Ich glaube, wir haben damit den Gästen ein wenig die Augen geöffnet, wie schwer es ist, immer richtig zu liegen“, sagte Knigge.

Fast drei Stunden hatten Vereinsvertreter und Schiedsrichter sachlich und emotional zugleich darüber diskutiert, wie das Miteinander auf Peiner Fußballplätzen noch besser werden kann. Die Premiere des „Runden Tischs“, den Lehrwart Knigge initiiert hatte, „weil ich zuletzt den Eindruck hatte, die gute Atmosphäre kippt etwas, es fängt an, giftiger zu werden“, war ein Erfolg.

Adler Handorfs Fußball-Obmann Sven Herder appellierte zum Beispiel an die Schiris, weniger arrogant und voreingenommen in die Partien zu gehen. Als er sogar von Beleidigungen eines Schiris gegenüber Spielern sprach, betonte Schiri-Ausschuss-Mitglied Sven Goldenstein: „So etwas bloß nicht runterschlucken. Informiert uns da sachlich drüber, meldet es dem Staffelleiter.“ Knigge stellte klar: „Schiedsrichter, die einer Mannschaft in der Kabine sagen ,Heute gewinnt ihr nicht` werden kalt gestellt.“

Um Zwist erst gar nicht aufkommen zu lassen, wünschten sich die Vereinsvertreter das Gleichgewicht bei Gelben Karten für Fouls und Reklamieren zu überdenken. „Das nehme ich als Hausaufgabe mit. Wir werden das beim nächsten Lehrabend explizit besprechen“, versprach Knigge.

Hausaufgaben, die gaben auch die Schiris den Spielern und Vereinsfunktionären mit. Auf einen fairen Umgang an der Seitenlinie solle doch bitteschön geachtet werden. „Wir haben im vergangenen Jahr 58 Jungschiris ausgebildet. Die Hälfte davon ist schon nicht mehr aktiv“, mahnte Knigge, zu was Pöbeleien und dumme Sprüche führen können.

Ohnehin sei es um die Anzahl der Schiris nicht gut bestellt. Rund 190 pfeifen im Landkreis Peine, im Schnitt 130 müssen jedes Wochenende angesetzt werden. Und das kann mitunter problematisch werden, wie Ansetzer Dietmar Reihers erläuterte. Aufgrund von beruflichen Verpflichtungen, Krankheiten oder eigenen Fußballspielen gibt es immer wieder Absagen. „Auch die Dauerkarten-Inhaber bei Hannover 96 machen uns inzwischen Bauchschmerzen“, schilderte Knigge, der im Namen seinen Kollegen zudem darum bat, Spielformulare rechtzeitig vor Anpfiff auszufüllen, darauf zu achten, das Fotos in den Pässen kleben und für Ruhe auf der Auswechselbank zu sorgen.

Wie es auch auf dem Platz weniger Gemecker geben kann, dafür hatte Nils Könnecker einen Vorschlag. Vor allem Regelirrtümer bei den Spielern hat der Schiedsrichter und Kapitän der Kreisliga-Fußballer vom TSV Clauen/Soßmar als Grund für Zwistigkeiten ausgemacht. „Vielleicht können die Schiris einen Theorieabend mit Regelkunde anbieten, gerade jetzt in der Winterpause würde das sicherlich gut ankommen“, sagte er.

Den Faden will Lehrwart Knigge aufnehmen: „Ob wir eine zentrale Veranstaltung anbieten oder dezentral in die Vereine gehen - ich mache mir darüber Gedanken.“

Fußballer und Schiris zogen ein zufriedenes Fazit nach dem ersten „Runden Tisch“. „Die Idee von Nils ist gut. Die Spieler wären so immer auf dem neuesten Stand bei den Regeln, und als Trainer kann man auch mal eingreifen und sagen ,Jungs, runterfahren´, die Entscheidung des Schiris ist richtig“, sagten Bildung Peines Fußball-Obmann Thomas Gawlista und Spielertrainer Sven Kiontke unisono. Lehrwart Michael Knigge bilanzierte: „Der Abend war gut, ich glaube, alle hatten das Gefühl, wir haben etwas erreicht. Ich würde den Runden Tisch gerne als dauerhafte Institution einrichten. Die Gesprächsrunde nimmt einfach Dampf vom Kessel.“

cm

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