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RW-Keeper löst Olympia-Ticket

Lukas Reineke ist Volunteer in Rio de Janeiro RW-Keeper löst Olympia-Ticket

Harber. Dieser Job ist unbezahlt und auch noch 9844 Kilometer entfernt von seinem Heimatort Harber in der Gemeinde Hohenhameln. Rot-Weiß Schwicheldts Kreisliga-Torwart Lukas Reineke hat ihn trotzdem gerne angenommen. Seit gestern arbeitet der 21-Jährige als freiwilliger Helfer bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro.

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Von Peine nach Rio de Janeiro: Lukas Reineke mit einer Brasilien-Flagge und im Brasilien-Trikot. Der 21-Jährige arbeitet seit Montag als Volunteer bei den Olympischen Spielen.

Quelle: Lars Rücker

Für ihn und seine 50 000 Volunteer-Kollegen aus aller Welt gilt schließlich auch das olympische Motto: „Dabeisein ist alles!“

Das knallig-gelb-grün-orangefarbenem Polo-Shirt passt. Lukas Reineke sieht in seiner Dienstkleidung aus wie ein brasilianischer Fan. Die Volunteers sind in ihrer Uniform schon von weitem zu erkennen. T-Shirts, Schuhe, Rucksack, Caps und Verpflegung in den Olympia-Mensen - der Sportmanagement-Student ist sich sicher, dass es nicht das einzige ist, womit er für seine Freiwilligen-Arbeit belohnt wird. „Ich hoffe, dass ich eine einzigartige Erfahrung mache, mal hinter die Kulissen so eines Großereignisses blicken und neue Leute und fremde Kulturen kennenlernen kann. Für mich ist das eine einmalige Gelegenheit, mal nach Rio zu kommen“, sagt Lukas Reineke.

Ihre Unterkünfte müssen die Volunteers allerdings selber zahlen. Der 21-Jährige teilt sich für drei Wochen ein Appartement mit seinem Mit-Studenten Daniel Klapproth, der im Olympia-Transport-Team von Rio eingesetzt wird. 560 Euro pro Person sind fällig. „Wir haben erst spät gesucht, dafür haben wir echt noch was günstiges gefunden.“

Seinen Ausscheidungswettkampf musste er nicht im Olympia-Stadion oder der Schwimmarena von Rio absolvieren, sondern am Computer. Sprachtests in Englisch und Spanisch standen für die Bewerber an, zudem ein Skype-Interview auf Englisch. Schwicheldts Keeper sicherte sich das Olympia-Ticket und darf nun im Presse-Center der Golf-Anlage im Stadtteil Barra arbeiten. Mit Medien kennt er sich schließlich aus, für unsere Zeitung schreibt er Texte über Handball und Fußball und hospitierte zuletzt in der Medienabteilung des Frauen-Handball-Bundesligisten Buxtehuder SV.

Nun also Golf. „In der Schule hatte ich mal eine Golf-AG. Die Regeln verstehe ich und kann auch erläutern, wann die Spieler welchen Schläger nehmen“, sagt Reineke. Er freut sich inzwischen darüber, dass ihm die Organisatoren diese Sportart zugewiesen haben. Denn: „Das Gute ist, Golf wird eine hohe Medienpräsenz haben, weil es erstmals seit 112 Jahren wieder olympisch ist. Ärgerlich ist aber, dass einige Top-Stars abgesagt haben“, merkte der Torwart an. Unter anderem verzichtete der Weltranglisten-Erste Jason Day aus Angst vorm Zika-Virus auf seinen Start. Lukas Reineke hat keine Angst vor Zika. „Aber ich habe verdammt viel Mückenspray dabei. Mein Hausarzt hat empfohlen, dass wir uns damit immer gut einsprühen.“ Vorm Rio-Flug musste der Student zudem noch seine Hepatitis-Impfung auffrischen lassen.

Gestern war sein erster Arbeitstag. Von 7 bis circa 16 Uhr Ortszeit muss Lukas Reineke arbeiten. „Das ist ideal, dann habe ich danach noch Zeit, mir andere Wettkämpfe anzusehen“, sagt er. Die Leichtathletik-Atmosphäre im Olympiastadion würde er gerne aufsaugen, mal spektakuläre Schmetterbälle beim Beach-Volleyball bestaunen und das legendäre Maracaná-Stadion besuchen. „Als Fußball-Fan muss man das mal gesehen haben!“, findet er.

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