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QTTR-Wert: „Da werden Teams auseinandergerissen“

Tischtennis QTTR-Wert: „Da werden Teams auseinandergerissen“

Seit der Rückrunde der abgelaufenen Saison gilt im Tischtennis der „QTTR-Wert“. Der bestimmt, in welcher Mannschaft und an welcher Stelle in der Mannschaft ein Spieler anzutreten hat. In einigen Vereinen hat die Regelung Ärger gegeben.

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Wolfgang Krause (rechts, hier bei einem Turnier mit seinem Sohn Malte) ärgert sich über den QTTR-Wert.

Quelle: im

Zum Beispiel im VfL Woltorf: Die in der vergangenen Saison abstiegsbedrohte dritte Herrenmannschaft in der 2. Kreisklasse B siegte gegen den MTV Duttenstedt V, bekam aber die Punkte aberkannt, weil ein Akteur vom QTTR-Wert her nur in der höheren Mannschaft hätte eingesetzt werden dürfen. Den Woltorfern war das nicht bewusst gewesen.

„Wir spielen schon lange mit dieser Mannschaft, und auf einmal geht das nicht mehr? Da werden Teams und Freundschaften auseinandergerissen“, kritisiert Wolfgang Krause, Spieler der VfL-Dritten, die am Saisonende dann tatsächlich in die 3. Kreisklasse abgestiegen ist.

Zwar können gute Spieler in ihrer Mannschaft bleiben, wenn sie einen Sperrvermerk bekommen. Doch das Aushelfen in höheren Teams ist dann nicht mehr möglich. „Dann kann es passieren, dass eine Mannschaft plötzlich zu wenig Spieler zur Verfügung hat, weil von unten nichts mehr nachkommen darf“, bemängelt Krause. „Uns hat diese Regelung jedenfalls mächtig Probleme bereitet. Dabei wären die Schwierigkeiten schon abgemildert, wenn die Toleranzgrenze zum Beispiel verdoppelt wird. In anderen Landesverbänden wird das so gehandhabt.“

Probleme mit dem QTTR-Wert hatte auch Rainer Keunecke, Tischtennis-Abteilungsleiter des MTV Duttenstedt. „Wir haben uns viele Gedanken über die Aufteilung gemacht und nach vielen Telefonaten und Gesprächen schließlich eine Regelung gefunden, die hoffentlich allen gerecht wird“, sagt Keunecke. „Allerdings kann ich als 41-Jähriger auch schlecht einem 60-Jährigen sagen, dass er jetzt mit Jugendlichen zusammenspielen muss.“

Tischtennis habe nicht nur mit Sport, sondern auch mit Geselligkeit zu tun. „Gewachsene Mannschafts-Strukturen können durch die neue Regelung kaputt gehen.“ Problematisch könne auch die Eingliederung eines Jugendlichen in den Erwachsenenbereich sein. „Er muss vielleicht in der Vierten spielen, obwohl er leistungsmäßig eher in die zweite Mannschaft gehört.“

Keunecke sieht aber auch positive Seiten der Regelung. „Es kann neue Herausforderungen geben. Der sportliche Ehrgeiz wird gefördert, und mancher muss mehr trainieren, um in der Mannschaft bleiben zu können.“

Dem bis Saisonende amtierenden früheren Vorsitzender des Tischtennis-Kreisverbandes sind kaum Beschwerden über die Einführung des QTTR-Wertes zu Ohren gekommen. „Und wenn, kann man auf Kreisebene ja doch nichts daran ändern“, sagt Marco Schubert. „Das sind Vorgaben, die von höherer Verbandsebene kommen.“

„Ich habe in Gesprächen mit anderen Vereinen gehört, dass dort auch Unzufriedenheit herrscht. Aber ich habe auch eine gewisse Resignation festgestellt“, sagt Krause. „Vielleicht müssen wir von unten protestieren und darauf hinwirken, dass die Vorgaben verändert werden.“

mp

Punkte und Toleranzgrenze

Aus Siegen und Niederlagen in Punktspielen und Turnieren wird der QTTR-Wert (Quartals-Tischtennis-Rating) eines Spielers errechnet. Erfolge gegen Spieler mit höherem Wert – oder Niederlagen gegen tiefer eingestufte Gegner – beeinflussen den eigenen Wert.

Auch innerhalb einer Saison kann es dadurch Änderungen in der Zusammenstellung der Mannschaften geben, wenn ein Verein mehrere Teams im Spielbetrieb hat. Allerdings erst dann, wenn eine Toleranzgrenze überschritten ist. Innerhalb einer Mannschaft ändert sich die Rangfolge ab einer Differenz von 35 Punkten (in der abgelaufenen Saison waren es 25 Punkte). Zwischen verschiedenen Mannschaften müssen Spieler getauscht werden, wenn die Differenz 50 Punkte überschreitet.

mp

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