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Peiner im Bundestrainer-Einsatz in Brasilien

Kraftdreikampf-Weltmeisterschaft Peiner im Bundestrainer-Einsatz in Brasilien

Ein Taxifahrer kann einen mitunter mehr fordern als Berge von Gewichten. Nach 13 Stunden Flug landete der Peiner Francesco Virzi mit seinen acht Athleten in der brasilianischen Großstadt Sao Paulo. Da der Veranstalter der Jugend- und Juniorenweltmeisterschaften im Kraftdreikampf nicht wie abgesprochen einen Kleinbus für die deutschen Kraftsportler geschickt hatte, mit denen sie an den Wettkampfort transportiert werden sollten, mussten die Deutschen zwei Taxis rufen.

Fünf Stunden dauerte die Fahrt ins 300 Kilometer entfernte Rebeiro-Preto. „Und ständig musste ich den Fahrer anschreien, sonst wäre er eingeschlafen“, erzählt Virzi von einer chaotischen Anreise. Sein Einsatz als Delegationsleiter und Bundestrainer endete dennoch erfolgreich für den 26-Jährigen. Vier Medaillen heimsten seine Athleten ein.

Ein wenig traurig war Virzi dennoch. Neun Tage vor Abflug zog sich die für die WM gemeldete Kraftsportlerin Helena Schlosser von VT Union Groß Ilsede einen Hexenschuss im Training zu. „Das war echt ärgerlich. Es ist bei einem relativ leichten Gewicht passiert“, erläutert Virzi. Aufgrund der Rückenschmerzen musste die Ilsederin ihre Teilnahme kurzfristig absagen, sie machte von der Reiserücktritts-Versicherung Gebrauch und flog nicht mit nach Brasilien.

Im Konferenz-Raum eines großen Hotels stemmten dafür zwei andere talentierte Athletinnen die Gewichte auf das Siegertreppchen. Die 18-jährige Mareen Wendlandt, eine kleine Athletin mit 51,7 Kilo Gewicht, drückte 145 Kilo aus der Kniebeuge hoch, schaffte 65 Kilo im Bankdrücken und 137,5 Kilo im Kreuzheben. Die 347,5 Kilo in der Gesamtwertung brachten ihr nicht nur den deutschen Juniorenrekord sondern auch die Bronzemedaille ein, die sie zudem in den Einzelwertungen Kniebeuge und Kreuzheben gewann.

Das vierte Edelmetall fürs deutsche Team holte Susann Cichon in der Junior-Klasse bis 56 Kilo Körpergewicht für ihre Leistung von 150 Kilo im Kreuzheben. Auch die anderen deutschen Athleten zeigten teilweise Bestleistungen. „Das war ein super Ergebnis, alle haben das Beste herausgeholt“, lobte Virzi, der auch seinen Anteil an der guten Ausbeute hatte. Der Vize-Bundestrainer vertrat seinen verhinderten Chef gut, legte mit den Athleten die Taktik im Wettkampf fest, motivierte sie in Einzelgesprächen oder sorgte dafür, dass die Kniebandage und die Athleten-Anzüge richtig saßen.

Die guten Leistungen der Kaderathleten spornten Virzi allerdings auch dazu an, mal wieder selber reichlich Eisenberge zu bekämpfen. Im Dezember nimmt der Athlet von VT Union Groß Ilsede an einem Turnier in Hessen teil. „Das nutze ich als Vorbereitung für die Deutsche Meisterschaft“, erklärt Virzi. Im Februar kämpfen die besten Deutschen Dreikämpfer in Gräfenhainichen um die Titel. Vier- bis fünfmal pro Woche trainiert Virzi – auch als Ausgleich zu seinem Amt als stellvertretender Bundestrainer. „Das ist dann doch mehr Bürokratie als harter Kampf im Kraftraum“, sagt Virzi.

Christian Meyer

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