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Peiner helfen beinamputierten Fußballern

Hilfe für Sierra Leone Peiner helfen beinamputierten Fußballern

Von Trainer Christoph Daum stammt die Fußball-Weisheit: „Andere erziehen ihre Kinder zweisprachig – ich beidfüßig.“ In Sierra Leone wird das schwierig. In dem vom Bürgerkrieg geplagten afrikanischen Land spielen viele junge Männer noch Fußball, obwohl ihnen nach Bomben- oder Minenexplosionen ein Bein amputiert werden musste. Zwei dieser Mannschaften erhielten nun nagelneue Sportschuhe aus Peine.

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Lothar Iwanowski sind die Tränen gekommen, als er das Video sah, auf dem die beinamputierten Fußballer am Strand von Sierra Leones Hauptstadt Freetown spielen. Mit zwei Krücken in der Hand stürmen sie über das Feld. Zweikämpfe scheuen sie trotzdem nicht. Einige können den Ball mit ihrem einen Fuß so streicheln, tricksen oder täuschen, dass manch Peiner Kreisliga-Kicker neidisch wäre. „Diesen unerschütterlichen Lebensmut zu sehen, das war schon beeindruckend“, sagt der Stederdorfer Iwanowski, der seit mehreren Jahren Spenden für den Verein „Hilfe für Lokomassama“ sammelt.

Auch in diesem Jahr zeigten sich zahlreiche Peiner Sportvereine hilfsbereit und schenkten afrikanischen Sportlern im armen Sierra Leone Trikots, Hosen, Stutzen, Fußbälle, Basketbälle oder Tornetze. Mit die größte Freude lösten 300 noch ungetragene Fußball- und Sportschuhe aus. Das Problem: Die Schuhe hatten zuvor als Musterware zur Dekoration und Werbung in Sportgeschäften gedient. Mal fehlte der rechte, mal der linke – ein komplettes Paar war nicht dabei.


Einige Schuhe konnte Entwicklungshelfer Manfred Stede, Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Lokomassama“, vor Ort mit den Jugendlichen nach Schuhgröße paarweise zusammenstellen. Doch einige blieben übrig: „Da erinnerte ich mich an einen Bericht über beinamputierte Fußballer in Sierra Leone. In Freetown hatten sich zwei Mannschaften zusammen geschlossen. Ich schickte meine Helfer los, um Kontakt mit ihnen aufzunehmen“, erläutert Stede. Wenig später traf er die Spieler und konnte ihnen mit den Sportschuhen eine große Freude bereiten. „Den Lebensmut, das war ihre einhellige Aussage, haben sie durch das Fußballspielen mit gleichaltrigen Behinderten wieder erlangt“, betont Stede.

Die Schuhe zusammengetragen hat der Peiner Sportgeschäft-Inhaber Ole Siegel mit Hilfe des Herstellers Hummel. Drei Gitterboxen füllten sich. „Das dabei dann so etwas Schönes herauskommt – echt toll. Einerseits war ich nach den Bildern und Videos schockiert, andererseits habe ich mich riesig über die Begeisterung gefreut“, beschreibt Siegel.

Dieses Gefühl trug dazu bei, dass sich der Vorsitzende der Citygemeinschaft, auch weiterhin für Kinder in Sierra Leone einsetzen will. Mit Arminia Vöhrums Basketballer Lothar Iwanowski und dessen Freizeitteam „The Chosen Ones“ plant er in nächster Zeit ein Streetball-Turnier auf dem Parkplatz an der Marktstraße. Iwanowski hat dafür unter anderem Kontakt mit dem Zweitligisten UBC-Tigers aus Hannover aufgenommen. Die erzielten Einnahmen sollen für die Grundschule im Dorf Benkia genutzt werden. Auch dank Peiner Spenden konnte das Gebäude in diesem Jahr fertig gestellt werden.

„Mit Spenden wollen wir nun von heimischen Tischlern Tische und Stühle anfertigen lassen“, sagt Iwanowski. Hilfe zur Selbsthilfe nennt man das.

Auch Krücken werden gesucht

Die Hilfsaktion geht weiter. Lothar Iwanowski freut sich über Spenden von Sportartikeln aber auch Verbandskästen für die Menschen in der Region Lokomassama in Sierra Leone. Die Verhältnisse vor Ort kennt der Peiner Sportler gut. Er arbeitet beim Stederdorfer Pumpenhersteller GWE pumpenboese, der Handpumpen nach Sierra Leone liefert und die Hilfsgüter der Peiner Sportvereine gerne zusätzlich in seine Container packt. Für die nächste Hilfslieferung hofft Entwicklungshelfer Manfred Stede allerdings noch auch etwas anderes: „Nachdem ich das Spiel der beinamputierten Fußballer beobachtet hatte, wurde mir klar, dass auch die stabilste Krücke hier nicht ewig halten kann und Ersatz dringend benötigt wird.“

Wer helfen möchte kann Lothar Iwanowski wie folgt erreichen: Ligusterweg 24, 31228 Stederdorf, Telefon 05171/12280.

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