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Peiner Fußballer trauern um „Ete“ Metzing

Schiri-Legende Peiner Fußballer trauern um „Ete“ Metzing

Auf den gestrigen Sonntag hatte sich Werner Metzing so gefreut: Nach dem Ende der Winterpause sehnte er dem „Doppelpass“ entgegen. Die  Fußball-Gesprächsrunde ab 11 Uhr im Sport-Fernsehen war ein Pflichttermin für den Klein Ilseder, der danach am Nachmittag mit Familie und Freunden seinen 77. Geburtstag feiern wollte. Die Feier fiel aus, das Ehrenmitglied des Fußball-Kreisverbands starb überraschend zwei Tage vor seinem Ehrentag.

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Werner Metzing.

Quelle: ma

Am Freitagmorgen war Metzing noch mit dem Auto unterwegs. Nur in seiner Stube sitzen, das war nichts für ihn. Er besuchte seine Lebensgefährtin, traf sich mit Freunden in der Peiner Innenstadt. Plaudern, einen Kaffee und auch mal einen Steinhäger trinken, dabei eine Zigarette schmöken, die Live-Reportage der Fußball-Bundesliga im Radio hören oder ein Spiel im Peiner Land besuchen – das  trug zu Metzings Lebensfreude bei. Ein Herz-, Kreislaufversagen entriss ihm nun abrupt alle Energie, von der er in seinen vergangenen 76 Jahren doch so viel gehabt hatte.

Als Fußball-Schiedsrichter pfiff sich Metzing zu einer Peiner Legende. Als 19-Jähriger bestand er die Prüfung. Im Weltmeisterschaftsjahr 1954 war das. Sein Stil, eine Mischung aus Härte und Gerechtigkeit, gefiel den Fußballern. Nur mit aufsässigem Gemerker konnte er nichts anfangen. Deshalb gaben Trainer und Betreuer ihren Spielern in der Kabine meist mit auf den Weg: „Klappe halten, Ete Metzing pfeift.“

Für Peines Fußballer war  Werner nur Ete. Seinen Spitznamen verpassten ihm einst Mitschüler, die fanden, dass er die Freistöße in der gleichen gebückten Haltung trat, wie Ete Dominzak vom VfB Peine. Seine Fußballer-Karriere beim TV Klein Ilsede beendete Metzing bereits als 18-Jähriger wegen Meniskusschmerzen.

Reichlich Einsatzzeiten holte sich der FC St. Pauli-Fan dafür als Funktionär: 54 Jahre setzte Metzing als Staffelleiter Spiele auf Kreisebene an, 51 Jahre lang war er Leiter des Kreispokalwettbewerbs und engagierte sich im Schiedsrichter-Ausschuss ehe er 2009 in Funktionärsrente ging und auch kurz darauf seinen Einsatz als freier Mitarbeiter bei den Kollegen der „Peiner Nachrichten“ beendete. Dort hatte er Sonntag für Sonntag mit Trainern und Betreuern telefoniert und über die Spiele der Kreisliga berichtet. Im gleichen Jahr ernannte ihn der Fußball-Kreisverband zum Ehrenmitglied. „Wir hatten ein Verhältnis fast wie Brüder. Fußball bedeutet ihm sehr viel und das Ehrenamt hatte einen hohen Stellenwert. Und er konnte andere prima zum Lachen bringen“, sagt Kreis-Vorsitzender Josef F. Hanke über seinen langjährigen Mitstreiter.

Seine Leidenschaft für die Schiedsrichterei vererbte Metzing an seinen Sohn Jörg, der ist inzwischen Chef der Peiner Schiris und kann sich noch sehr gut an eine Szene erinnern, als der Junior noch selber Fußball spielte, in der A-Jugend der SG Klein Ilsede/Handorf. „Mein Vater war der Erste, der mich mal vom Platz gestellt hat.“

cm

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