Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Monatelanges Schuften für 30 Sekunden

Trampolinturnen Monatelanges Schuften für 30 Sekunden

Die Jahnerinnen Lorine Arndt und Elise Henke haben sich für die Trampolin-Synchron-DM qualifiziert.

Voriger Artikel
Der Wiederaufstieg wird nicht erwartet
Nächster Artikel
Woltwiesche verliert Anschluss zur Spitze

Lorine Arndt und Elise Henke zeigen zehn verschiedene Sprungelemente in ihrer Trampolin-Übung.

Quelle: Christian Bierwagen

Gestatten, das ist Ernie! Die Trampolin-Turnerinnen des MTV Vater Jahn Peine haben ihren Sprunggeräten Namen verpasst. Ernie zum Beispiel ist etwas weicher gefedert als Zorro. Ein ganz identisches Trampolin hat der Klub nämlich nicht. Ideale Voraussetzungen fürs Synchronspringen sind das nicht. Trotzdem haben sich Elise Henke und Lorine Arndt in diesem Wettbewerb für die Deutsche Meisterschaft qualiziert - als erste Peinerinnen überhaupt.

Dreimal wöchentlich bis zu drei Stunden am Stück haben die beiden Jahnerinnen in den Sommerferien an ihrer Übung für die Deutsche Meisterschaft in Stuttgart gefeilt. Und in der stecken so viele Salti und Schrauben, dass dem Zuschauer beinahe schwindelig wird. Akrobatik pur - und das eben auch noch möglichst synchron. Ein wahres Feuerwerk brennt das Peiner Duo ab, denn so eine Übung dauert mit Anspringen auf die Starthöhe nicht mehr als 30 Sekunden. „Und dafür trainiert man monatelang richtig hart“, vergleicht Lorine Arndt, die nach den Einheiten mit Trainerin Daniela Kola oft nur noch „kaputt“ ins Bett fiel.

Die 18-Jährige hat kürzlich ihr Abitur am Ratsgymnasium abgelegt und absolviert nun ein duales kaufmännisches Studium beim Technik-Unternehmen Bosch. Ihre Synchron-Partnerin Elise Henke ist zwar vier Jahre jünger, doch die Silberkamp-Schülerin hat eine sehr ähnliche Sprunghöhe. Das passt so gut, dass die beiden beim größten europäischen Trampolin-Jugend-Wettkampf Europas, dem internationalen Ostsee-Pokal in Schleswig-Holstein die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft erturnten.

In zwei Wochen steigen die beiden in Stuttgart auf ihr Turngerät. Mit der Handykamera haben sie ihre Trainingssprünge gefilmt und anhand der Aufnahmen krumme Beine verbessert und an Tempo zugelegt. „Super wäre es, ins Finale der besten Acht zu kommen, das ist unser Ziel“, sagt Elise Henke.

„Ein Finalplatz ist realistisch, doch dafür muss die Synchronität stimmen. Und die Spannung ist das A und O“, betont Trainerin Daniela Kola. Die erreichen die Turnerinnen zum Beispiel auch, indem sie vorm Wettkampf noch einige Handstände machen.

Aufgeregt, aber auch motiviert bis in die Zehenspitze sind Kolas Schützlinge. „Dass wir die ersten Trampolin-DM-Teilnehmerinnen des Vereins sind, spornt an“, betont Lorine Arndt, die hofft, dass sie mit ihrer Vereinskollegin genügend Zeit zum Einspringen abbekommt. Denn in Stuttgart warten wieder andere Trampoline, die die Peinerinnen viel höher in die Luft werfen und deutlich schmaler sind. „Davon würden wir uns auch gerne welche anschaffen, aber eines kostet um die 5000 Euro“, hofft Trainerin Daniela Kola auf Gönner. Auch wenn Ernie und Zorro dann ausgedient hätten - den Turnerinnen wäre es zu gönnen.

cm

Voriger Artikel
Nächster Artikel