Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
„Mit gutem Fußball hat das nichts zu tun“

Hallenfußball: Dikussionen ums Regelwerk „Mit gutem Fußball hat das nichts zu tun“

Die 17. Auflage des Wettbewerbs um den PAZ-Cup ist zwar seit einer Woche schon wieder Geschichte, doch in der Finalrunde der Hallenfußball-Kreismeisterschaft am vergangenen Sonnabend hat es reichlich Aufreger gegeben - im Mittelpunkt der daraus resultierenden Diskussionen stand vor allem die Regel, die es dem Torwart erlaubt, seinen Strafraum zu verlassen und als fünfter Spieler aktiv zu werden.

Voriger Artikel
Termin steht: Weltmeister spielen bei Jahn
Nächster Artikel
Niederlage nach großem Kampf in Northeim

Abgezogen: Woltwiesches Torhüter Dennis Slodzcyk schießt, Vecheldes Keeper Dennis Bertram ist auf der Hut. Beide Torhüter auf dem Foto erzielten in der Endrunde des PAZ-Cups jeweils einen Treffer.

Quelle: rb

In vielen anderen Fußballkreisen hingegen lässt das Regelwerk eine solche Möglichkeit nicht zu, dort darf der Keeper den Sechs-Meter-Raum nur zur Abwehr eines Balles verlassen. Genau das wünschen sich inzwischen auch viele Zuschauer, Trainer und Spieler aus dem Kreis Peine.

Nick Gerull (Trainer des TSV Hohenhameln): „Die Torwart-Regel, die es im Kreis Peine gibt, macht den Hallenfußball unspektakulär und nimmt ihm die Attraktivität. Letztlich aber arrangieren sich die Mannschaften damit, weil es auch um viel Geld geht. Wir waren das einzige Team, das ohne fliegenden Keeper gespielt hat. Aber auch nur deshalb, weil wir nicht den passenden Spieler dafür hatten. Ein Freund von dieser Regel bin ich jedoch nicht, da es kaum Eins-gegen-Eins-Situationen gibt. Stattdessen sieht man viele Querpässe und viele Torabschlüsse, alles läuft sehr statisch ab. Sollte die Torwart-Regel nicht geändert werden, wage ich zu behaupten, dass dieser Spielstil für die Zuschauer auf Dauer uninteressant wird. Schon diesmal haben viele Fans gesagt, dass das Zuschauen keinen Spaß macht. Kommt es jedoch zu keiner Änderung, sollte es zumindest künftig erlaubt sein, auch aus der eigenen Hälfte Tore erzielen zu können - so hat man wenigstens ein Gegenmittel. Nachdenken sollte der Kreisverband aber auch über andere Regelungen: Die Grätschen am Mann sollten generell verboten und konsequent unterbunden werden. Und bei einer Roten Karte muss die Bestimmung dahingehend geändert werden, dass nach zwei Minuten wieder aufgefüllt werden darf. Denn zwölf Minuten in Unterzahl zu spielen, wie es der TSV Wendezelle gegen Vechelde tun musste, verzerrt den Wettbewerb.“

Aydin Urfa (Trainer und Keeper des SV Bosporus Peine): „Beim PAZ-Cup haben die meisten Torhüter mehr geschossen und gespielt als die Feldspieler. Schön anzusehen war das aber nicht, da das Technische viel zu kurz gekommen ist. Auch Tore sind aus dem Spiel heraus kaum gefallen, die meisten Treffer wurden per Weitschuss erzielt. Sobald der Torwart über der Mittellinie war, wurde sofort geballert - mit Fußball hat das nicht viel zu tun. Deshalb bin ich auch dafür, dass der Torwart nur zum Abwehren seinen Kreis verlassen darf. Dadurch wird wieder mehr gespielt, außerdem müssen sich die Jungs dann auch mehr bewegen - und es setzen sich die Teams durch, die Fußball spielen.“

Andrè Schnotale (Spieler und Teamsprecher des SV Lengede): „Wir profitieren enorm von dieser Regel, weil wir taktisch sehr gut aufgestellt sind. In spielerischer Hinsicht ist das allerdings nicht so ansprechend, weil die Lauf- und Passwege vorgegeben sind. Somit kommt für die Zuschauer auch meistens kein interessantes Spiel zustande. Ich persönlich als Spieler bin für die Abschaffung dieser Regel, weil man dann wieder mehr Ballkontakte hätte und viel mehr ins Spiel eingebunden ist. Dadurch wird es auch für die Zuschauer wieder attraktiver.“

Thomas Mainka (Trainer des TSV Wendezelle): „Guten Hallenfußball habe ich in diesem Jahr noch nicht gesehen - aufgrund des mitspielenden Torwarts gab es fast immer nur ein taktisches Hin- und Hergeschiebe und enorm viele Weitschüsse. Mit attraktivem Fußball hat das nichts zu tun. Doppelpässe und schöne Kombinationen habe ich nur äußerst selten gesehen. Auch für viele Spieler muss das total frustrierend sein, da sie oft nur dazu eingesetzt werden, um Räume freizulaufen. Aus fußballerischer Sicht waren fast alle Spiele eine Enttäuschung. Deswegen muss die Regel mit dem spielenden Torwart auch rigoros abgeschafft werden. Dieser Meinung sind auch alle anderen Trainer, mit denen ich bei der Endrunde des PAZ-Cups gesprochen habe. Wir jedenfalls werden bei der sportpraktischen Arbeitstagung des NFV-Kreises Peine einen Antrag auf Änderung dieser Regel stellen.“

pet

Voriger Artikel
Nächster Artikel