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„Mit Metzings Rücktritt habe ich gerechnet“

Schiri-Zoff im Fußball-Kreisverband „Mit Metzings Rücktritt habe ich gerechnet“

Unter Schiedsrichtern gilt folgender Leitsatz: Wenn nicht über sie gesprochen wird, haben sie eine gute Leistung gezeigt. Für reichlich Gesprächsstoff dagegen haben in der vergangenen Woche die Peiner Fußball-Referees gesorgt, zumindest einige - denn gleich drei Unparteiische haben ihre Posten zur Verfügung gestellt.

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Schiri-Ausschuss-Vorsitzender Jörg Metzing (kl. Bild) und Schiri-Lehrwart Michael Knigge sind am Wochenende von ihren Posten zurückgetreten.

Quelle: im

Jörg Metzing (Vorsitzender des Schiri-Ausschusses), Lehrwart Michael Knigge und Ansetzer Sven Goldenstein traten von ihren Ämtern zurück (PAZ berichtete).

Begründet haben sie ihre Entscheidungen in erster Linie mit dem Verhalten des Kreis-Fußballverbandes und des Sportgerichtes - und die Vorwürfe, die Metzing in seinem Brief erhebt und den er den Vereinen zukommen ließ, sind massiv. „Die Schiris haben im Kreisvorstand keine Lobby und werden ständig kritisiert“, erklärt Metzing. Zudem beklagt er auch, dass Veränderungen und Neuerungen, „die in anderen Kreisen schon seit Jahren erfolgreich laufen, in Peine erst zehn Jahre später ankommen“.

Den Ausschlag für seinen Entschluss habe aber der Umgang mit einem seiner Schiri-Kollegen (Ingo Yazidi) gegeben. Denn der musste ob seines Verhaltens bei einem Punktspiel vor dem Sportgericht erscheinen und erhielt dort einen Verweis. Zudem sollte er die Verfahrenskosten aus eigener Tasche bezahlen.

Das erzürnte nicht nur Metzing, sondern auch den Lehrwart. „Was sich der Sportgerichts-Vorsitzende Gerald Kröhl da geleistet hat, geht gar nicht. Das schadet dem Fußball und ist eine völlig veraltete Denkweise. Eigentlich kann ich alle Peiner Schiris nur davor warnen, weiterhin Spiele zu leiten“, sagt Michael Knigge. Dieses Urteil sei auch der Hauptgrund, „warum ich zurückgetreten bin“, erläutert Knigge. Zusätzlich verärgert hat ihn, „dass in diesem Urteil auch noch Lügen über meine Lehrarbeit stehen“.

Daraufhin erklärte sich Metzing mit seinem Stellvertreter solidarisch, zog sich ebenfalls von seinem Amt zurück. „Es haben sich mittlerweile so viele Dinge ereignet, die ich nicht mehr mittragen kann - und deshalb bleibt mir nur dieser Schritt übrig“, betont Jörg Metzing.

Während viele diese Entscheidung überraschte, zeigte sich der Kreisfußball-Vorsitzende hingegen wenig verwundert. „Schließlich wollten Jörg Metzing und Michael Knigge im nächsten Jahr sowieso aufhören“, sagt Josef F. Hanke. Die von den beiden erhobenen Anschuldigungen wollte er allerdings nicht kommentieren - vorerst zumindest. Nur so viel: „Vieles von dem, was die beiden geschrieben haben, stellt sich bei genauer Betrachtung anders dar. Ich möchte aber erst mit meinen Vorstandskollegen in aller Ruhe über dieses Thema sprechen“, erklärt Hanke.

Allerdings, fügt er hinzu, „mit dem Rücktritt von Jörg Metzing habe ich früher oder später gerechnet“. Denn vor einigen Jahren habe Metzing schon einmal per Brief an die Presse mitgeteilt, „dass er aufhört. Damals habe ich ihm gesagt, dass es doch besser ist, zum Vorstand zu kommen und mit diesem über die Probleme zu reden, anstatt sich zu solch einem Schritt zu entschließen“, sagt Hanke. „Im Nachhinein hat er das eingesehen. Aber sein jetziges Verhalten macht deutlich, dass Jörg Metzing nichts dazu gelernt hat.“

Allzu viel beschäftigen möchte sich Hanke indes nicht mit dieser Problematik. Denn Priorität habe derzeit etwas anderes. „Das Wichtigste ist, dass wir den Schiri-Ausschuss wieder in Gang bringen. Denn die Spiele müssen besetzt werden, und jeder muss wissen, wo und wann er pfeift.“

Gespräche mit potenziellen Nachfolgern für Metzing, Knigge und Goldenstein laufen bereits, „sind aber noch nicht abgeschlossen“, sagt Hanke.

pet

PAZ-INFO: Becker lädt zum Schiri-Treffen ein

Justus Becker, Herausgeber des Schiri-Newsletters für den Kreis Peine, hat alle Peiner Schiedsrichter angemailt und zu einem Treffen am Montag, 29. September, eingeladen. Beginn ist um 19 Uhr in der Gaststätte „Zum Sportplatz“ in Vöhrum. „Es sollen an diesem Abend die augenblicklichen Vorkommnisse ergebnisorientiert besprochen werden“, sagt Becker. Es sollen dann Forderungen an den Kreisvorstand formuliert werden, die – von der Versammlung bestimmte – Schiris dem Vorstand vortragen. „Es ist ein Versuch, mit Besonnenheit und Vernunft die Zukunft der schwarzen Zunft im Peiner Land zu gestalten“, sagt Becker.

mp

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