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Mit Golf-Opa vorn dabei

Winter-Welfen-Rallye Mit Golf-Opa vorn dabei

„Gut, dass ich gerade noch beim Sehtest war“, scherzte Rallye-Pilot Marcel Becher. Der Sierßer erwischte bei der Winter-Welfen-Rallye in Oschersleben einen Traumstart in die Saison – und zwar im Dunkeln. Schon im Nachtlauf raste er mit seinem 26 Jahre alten Golf II GTI 16 V zum Klassensieg und auch den deutlich leistungsstärkeren Autos im Gesamtklassement fuhr er dicht an die Stoßstange.

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Weißer Flitzer: Marcel Becher in seinem Golf II in Oschersleben.

Vier Zusatzscheinwerfer schraubte der 22-Jährige für den Nachtlauf gemeinsam mit seinem Vater Michael an seinen aufgemotzten 180 bis 190 PS starken Renn-Oldtimer. Gute Sicht, gute Leistung: Mit mehr als anderthalb Minuten Vorsprung gewann der junge KFZ-Meister die Klasse der seriennahen Flitzer bis 2 Liter Hubraum.

Das sind Welten im Motorsport. Und doch hat sich Marcel Becher nach der ersten der drei Prüfungen ein wenig geärgert. 0,5 Sekunden Vorsprung retteten die Mitsubishi-Piloten Mahr-Graulich/Hartung mit ihrem deutlichen leistungsstärkeren Auto im Gesamtklassement vor Becher ins Ziel. „Die hätte ich schon gerne noch gekriegt“, betonte der Sierßer, der als erste Fahrer eines Frontantrieblers ins Ziel unter 28 Teilnehmer kam. Die ersten drei Plätze belegten Piloten in BMW M3 und Ford Escort, die doppelt so viel PS vorweisen können wie der VW-Opa von Becher.

Ins Bett legen konnte sich Becher nach dem erfolgreichen Nachtlauf aber nicht sofort. Die Vorderachse an seinem Golf II war lose. „Bis nachts um 1 Uhr haben wir geschraubt“, erzählt Becher, der für den Braunschweiger Auto Touren-Club startet.

Die beiden folgenden Prüfungen tags darauf fuhr Becher dennoch hellwach. Durch die Bremsschikane donnerte er im zweiten Gang mit Tempo 80, auf gerader Strecke drückte er das Auto auf Tempo 180 und raste erneut zu zwei Klassensiegen. In der Gesamtwertung aller drei Läufe und aller Klassen platzierte Becher sich sogar auf Platz vier. „Es hat sich gezeigt, wer Mut hat“, erklärte er sein Erfolgsrezept.

Beim Rallye-Sprint in Wolfhagen bei Kassel fuhr Becher auf Platz drei bei neun Teilnehmern in seiner Klasse. „Das war eine richtig harte Prüfung mit schnellen Kurven auf einer normalen Landstraße“, schilderte Becher, der erstmals eine Ko-Pilotin an Bord hatte – die 17-jährige Michelle Gaborsch. „Hut ab, sich in dem Alter schon in so ein Auto zu setzen“, zeigte sich Becher mit der ersten Zusammenarbeit zufrieden.

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