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Mit Gänsehaut auf Biber-Jagd

Europameisterschaft der 3D-Bogenschützen Mit Gänsehaut auf Biber-Jagd

Saalbach-Hinterglemm. Wenn Österreicher im schneefreien Juli extra wieder ihre Ski-Lifte einhängen, muss etwas Besonderes anstehen. 1700 3D-Bogenschützen zielten in den Kitzbüheler Alpen um die EM-Titel - und fünf Starter des KKS Falkenauge Edemissen wagten sich mit ins alpine Gelände.

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Das Deutschland-Schweißband am Arm und die Deutschland-Fahne im Köcher sollten Glück bringen: Ralf Brandes vom KKS Falkenauge Edemissen zielt mit seinem Jagdbogen im Gelände.

Sie jagten auf kräfteraubenden Anstiegen nach Tier-Attrappen aus Schaumstoff. „Die Anstiege waren die Hölle. Dagegen ist der Kurs in Hohegeiß im Harz ein flacher Kinderspielplatz“, verdeutlichte Ralf Brandes, der mit Platz 167 das beste Peiner Ergebnis schoss.

Beim Turnier der Superlative mussten Ralf und Birgit Brandes, Joachim Borges sowie René und Sabine Kruse an vier Tagen im alpinen Gelände kraxeln, das in den Sommermonaten ansonsten gerne von Extremsportlern wie Downhill-Mountainbikern genutzt wird. Sportlich hatten sich die Falkenauge-Schützen in dem erlesenen Feld keinen Rang unter den Top-100 ausgerechnet, doch das Erlebnis habe selbst die kühnsten Erwartungen übertroffen. Allein der Einschieß-Platz sei 250 Meter breit gewesen, gleich zehn verschiedene Parcours heckten die Organisatoren aus. „Für uns war das ein Sommermärchen. Wir sind jeden Tag mit einer Gänsehaut in den Parcours gegangen. Eine gewisse Gastfreundschaft hatten wir erwartet, aber wie groß sie war, das hat uns sprachlos gemacht“, schwärmte Brandes und verwies unter anderem auf Helfer, die sich für die XXL-Veranstaltung mehrere Wochen Urlaub genommen hatten.

Urlaub eingereicht für das EM-Abenteuer hatten auch die Falkenauge-Schützen. In ihre Köcher hatten sie kleine Deutschland-Flaggen gesteckt und schossen im internationalen Vergleich auch mit besonderen Pfeilen: „Die waren in der Mittelwicklung mit den Farben Schwarz, Rot, Gold bestückt“, verriet Brandes.

Getroffen werden sollten damit auch die beiden süßen Biber, die am Holz nagten. Doch dieses dreidimensionale Plastik-Ziel raubte einigen Bogenschützen den Nerv, weil es vor einem tosenden Gebirgsbach aufgebaut war. Die in der Sonne glitzernden Wassertropfen irritierten die Schützen. „Da schwirrt einem das Auge immer wieder ab“, verdeutlichte Niedersachsenmeister Ralf Brandes aus Rosenthal. Oder die Gams, die hatten die Veranstalter schön flach auf einen Felsklotz gelegt, den Bären schräg in den Hang hinein gestellt. Hinter vielen Zielen irritierten Pfeil-Fänger in Tarnfarben die Schützen, es musste bergauf und bergab geschossen werden: „Die Veranstalter hatten in alle Trickkisten gegriffen, in die man nur greifen kann“, verdeutlichte Brandes. Birgit Brandes schaffte es im Feld der 140 Starterinnen auf Platz 117. Gleich 20 hatten das Ziel nicht erreicht, die Rosenthalerin hielt durch. „Dass sie das nach einer Knie-OP geschafft hat, davor ziehe ich sechsmal den Hut“, betonte ihr Ehemann. Stetig gesteigert hatte sich Sabine Kruse, das wurde mit Rang 83 belohnt.

Auf Platz 232 der 310 Männer schoss sich Joachim Borges bei seinem EM-Debüt. „Er hatte drei absolut gigantische Tage, nur am vierten ist ihm dann die Luft ausgegangen. Er war trotzdem rundum glücklich“, betonte Klubkollege Brandes. Nach gutem Beginn schaffte es René Kruse auf Platz 196. Ralf Brandes holte nach einem verkorksten ersten Tag noch gut auf und schaffte es auf Platz 167. „Das Gelände hat mich kalt erwischt und der Berg mich anfangs regelrecht gefressen. Mit dem Ergebnis kann ich leben, aber es wäre sicherlich noch etwas mehr drin gewesen“, bilanzierte er.

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