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Mit Fliege im Auge zum Kreisrekord

Norddeutsche Leichtathletik-Meisterschaften Mit Fliege im Auge zum Kreisrekord

„Hätte ich doch bloß nicht auf meine Brille verzichtet“, sagte Victoria Sack von der LG Peiner Land im Ziel der Norddeutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin. Trotz eines kleinen Problems sprintete sie überraschend zum Titel.

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Im Zielsprint gewinnt Victoria Sack noch. Ihre Konkurrentin (rechts) guckt ganz verdutzt.

Quelle: Steffen Knoblauch

Im Stadion in Berlin-Lichterfelde startete aus dem Peiner Land neben Victoria Sack auch Tobias Frie (TSV Mehrum). Sack, die in diesem Jahr vorwiegend 400 Meter läuft, hatte sich bereits vor ein paar Wochen für die Deutschen Jugendmeisterschaften qualifiziert und ging halbwegs beruhigt ins Titelrennen.

Die Bedingungen waren alles andere als optimal: 38 Grad machten den Athleten zu schaffen. Im Vergleich zu anderen Hitze-Wettkämpfen verzichtete Sack diesmal auf ihre Sonnenbrille, da die Sonne nicht blendete. Dass dies keine gute Idee war, bekam sie direkt nach dem Start zu spüren. „Eine Fliege hatte sich in mein Auge verirrt, das war sehr irritierend für mich.“

Die Folge: Sack hielt auf der Gegengerade nicht mit und belegte nach 300 Meter einen der letzten Plätze. Da sie ihr „Fliegenproblem“ zu diesem Zeitpunkt aber wieder vergessen hatte, zündete sie den Turbo und schob sich noch an allen Läuferinnen vorbei. Drei Meter vor dem Ziel überholte sie die bis dahin Führende aus Neubrandenburg, die schon austrudelte und sich über ihren vermeintlichen Sieg freute. Mit 57,51 Sekunden stellte Sack nicht nur eine neue persönliche Bestleistung auf, sie verbesserte auch ihren Kreisrekord aus dem Vorjahr um 0,01 Sekunden.

Dass sowohl der Titel, als auch eine neue Bestzeit möglich waren, daran hatte selbst die neue Meisterin nicht gedacht: „Wenn man berücksichtigt, dass ich im Winter nur sehr wenig trainieren konnte und ich mich im Training jetzt erst einmal von den 800 auf die 400 Meter umstellen musste, dann ist das schon eine tolle Leistung. Dafür möchte ich mich auch bei meinem Trainer Helmward Möller bedanken.“

Nach dem „Seuchenjahr“ 2009 mit vielen Verletzungen ist bei Sack ein deutlicher Aufwärtstrend festzustellen. Athletin und Trainer sind gespannt, welchen Platz sie bei den Deutschen Jugendmeisterschaften vom 6. bis 8. August in Ulm erreicht.

kno

Tobias Frie verpasst „Quali“

Der 21-jährige Tobias Frie litt bei den Norddeutschen Titelkämpfen ebenfalls unter der Hitze. Der Spezialist über die Langhürden hatte sich für diesen Wettkampf ein Ziel gesetzt: Die „Quali“ für die Deutschen Meisterschaften der Junioren. Mit 58,63 Sekunden blieb er jedoch über zwei Sekunden hinter seiner Bestzeit zurück und erreichte damit den achten Platz. Nun verbleiben ihm noch vier Wochen, in denen er die Norm von 55,50 Sekunden erfüllen muss, damit er sich den Traum erfüllen kann. Unmöglich ist das nicht, steht seine Bestzeit in diesem Jahr doch bei 56,00 Sekunden.

kno

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