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Mit 90 Jahren regelmäßig auf die Kegelbahn

Kegeln Mit 90 Jahren regelmäßig auf die Kegelbahn

Während der Kriegs- und Nachkriegsjahre verschlug es zwei Menschen nach Peine, deren Lebenswege sich erst jetzt gekreuzt haben. Im Alter von 90 Jahren sind sich Margit Schönfeld und Walter Lübke zum ersten Mal begegnet – auf den Kegelbahnen an der Peiner Pfingststraße.

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Hin und wieder muss man mal ausruhen: Die beiden rüstigen Oldies lassen Keglervereins-Boss Klaus Kroschwitz auf dem Stuhl verschnaufen.

Quelle: hst

Seit Anfang der 60-er Jahre ist für beide der regelmäßige Kegeltermin eine feste Größe im Kalender. Er wird nur gestrichen, wenn Unaufschiebbares dazwischen kommt, wie bei unserem Senior die Implantation eines Herzschrittmachers oder eine Operation.

Aber das sind nur vorübergehende Störungen. Mentale Indisponiertheit, Schnupfen, Unlust oder keine Zeit – all das sind für beide keine Gründe, ihre Freizeitgemeinschaften im Stich zu lassen.
Margit Schönfeld wurde 1in das Peiner Gesundheitswesen „kriegsdienstverpflichtet“. Ihr Elternhaus in Kleve wurde derweil in Schutt und Asche gelegt.

Im Peiner Krankenhaus begegnete sie einem jungen Arzt, heiratete ihn 10 Tage später und blieb 50 Jahre mit ihm zusammen. Und fast auf den Tag heute vor 50 Jahren überredete sie eine Freundin, bei einer netten Damentruppe vorbeizuschauen, die sich jedenDonnerstag als Klub „Glück Auf“ zu geselligem Beisammensein mit Kaffee, Kuchen und Kegeln trifft. Ihr Platz an den Kegelabenden steht fest. Es ist immer der erste links.

Walter Lübke musste die 340 Morgen große elterliche Landwirtschaft in Hinterpommern eintauschen gegen einen Militäreinsatz in Nordafrika, geriet dort in Gefangenschaft und gelangte auf Umwegen über die USA und Frankreich 1948 zufällig nach Peine. Arbeit fand er im Walzwerk. Hier diente er sich mit der Schwerstarbeit „Verladung“, „Brecher“, „Vorarbeiter“ zum Meister hoch.

So wurde er 1962 von den Walzwerk-meistern im Kegelklub „Tonnenjäger Trägerversand“ aufgenommen. Mehrmals wurde er in den Jahren gefragt, ob er nicht Lust hätte, am Wettkampfsport teilzunehmen. „Das hab ich verpasst“, meint er augenzwinkernd im Rückblick. Aber unverändert hat er Spaß am Kegeln, und sein Ehrgeiz, Bester zu sein, ist unverändert.

hst

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