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„Mister Fußball“ mag frischen Wind

TVJ Abbensen „Mister Fußball“ mag frischen Wind

Seine Samstagnachmittage sind für den FC Bayern reserviert. Außer er wird geehrt, wie am vergangenen Wochenende. Da bekam Horst Oppermann die goldene Ehrennadel des Fußball-Kreisverbands für vorbildliches ehrenamtliches Engagement. Heute fiebert der Fußball-Obmann des TVJ Abbensen ab 15.30 Uhr aber wieder vorm Fernseher mit Schweinsteiger und Robben mit. Die andere Dauerkarte auf dem Sofa hat Enkel Matti. Der Neunjährige ist wie sein Opa Bayern-Fan.

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„Das Vereinsleben hat mir viele Freundschaften beschert“: Fußball-Obmann Horst Oppermann (vorn) mit Weggefährten beim Stammtisch des TVJ Abbensen.

Quelle: cb

Matti ist der bärenstarke Torwart der E-Jugend des TVJ Abbensen. Vier Enkelkinder hat Horst Oppermann. Auch Jonah (12), Hannes und Louis (beide 6) halten ihren Opa jung. Die Zwillinge jagen ebenfalls dem Fußball nach, im Bubi-Team des TVJ. Horst Oppermann und seine Frau Elke verpassen kein Spiel des Nachwuchses. Der 62-Jährige ist ohnehin Stammgast auf dem Abbensener Fußball-Platz oder wie es seine Frau gerne ausdrückt: „Horst, stell doch gleich dein Bett dort auf.“

Seit 1978 engagiert sich Oppermann für die Fußballer des TVJ, ist mittlerweile seit 17 Jahren deren Obmann und seit sieben Jahren auch Jugend-Obmann. Sich für andere einsetzen, „das ist für mich eine echte Aufgabe, schon während meiner Berufszeit“, betont der ehemalige Straßenwärter der Autobahnmeisterei. Zehn Jahre kämpfte er als Personalrat für die Rechte der Mitarbeiter, war Vertrauensmann der Gewerkschaft. Seit 2010 ist Oppermann in der Freistellungsphase der Altersteilzeit.

Beine hochlegen – das kommt trotzdem nicht in Frage. Auf dem 1248 Quadratmeter großen Grundstück ist Oppermann für den akkuraten Schnitt von Rasen und Hecken zuständig. Im Sozialverband hat er das Amt des Schriftwarts übernommen. „Donnerstags ist Oma-und-Opa-Tag“, freut sich der 62-Jährige über den Besuch der jüngsten Enkel. Und Fußball! Ohne ihren Betreuer hätten die Kreisklassen-Kicker des TVJ keinen warmen Tee, er besucht jedes Training, füllt Spielformulare aus, leitet Wechsel in die Wege und bejubelt Tore.

Die sind Oppermann als Fußballer nicht so häufig gelungen – er begann zwar als Rechtsaußen doch seine Trainer schulten den schnellen Spieler zum Vorstopper um. „Wenn ich getroffen habe, dann trotz meiner Größe von 1,70 Meter mit dem Kopf“, erinnert sich Oppermann an ein gutes Stellungsspiel. Das bewies er in seiner Laufbahn in seinem Heimatklub SV Bettmar, beim TSV Sievershausen und beim TVJ Abbensen.

Ehefrau Elke stammt aus dem Nordkreis-Dorf, 1978 zogen die Oppermanns ins Elternhaus und Fußballer Horst wurde schnell heimisch. „Abbensen ist ein Wohlfühlort“, schwärmt Oppermann, der nach dem Umzug gleich das Traineramt der C-Jugendlichen übernahm, die er bis zur A-Jugend begleitete und gemeinsam mit Spielern wie Carsten Senge Kreismeistertitel und Pokalsieg feierte. „Es hat mir unheimlich Freude gemacht, mit Jugendlichen zu arbeiten. Mich hat auch ihre Entwicklung neben dem Sportplatz interessiert“, unterstreicht Oppermann.

Die 1. Herren des TVJ führte er als Trainer in die Kreisliga, folgte seinem Kapitän Harmin Tauchnitz zum SV Wacker Wense und coachte auch noch drei Jahre den TSV Eixe. Seit 1995 hat er den TVJ Abbensen nicht mehr verlassen. Als Fußball-Obmann machte er mit dem TVJ Höhen (Kreispokal-Finale, Kreisliga) und Tiefen (Abstieg in die 1. Kreisklasse Nord) mit. „Zwischenzeitlich habe ich mir Sorgen um die Zukunft gemacht. Jetzt nicht mehr. Wir haben einen enormen Zulauf an Jugendlichen und Spieler der 1. Herren engagieren sich als Jugendtrainer“, freut sich Oppermann. Sechs Jugendmannschaften dribbeln im TVJ.
Bis zur vergangenen Saison spielte auch der 62-Jährige noch in Abbensens Ü50. Nach einem Sport-Unfall ist Schluss. Doch der passierte eben nicht wie man vermuten mag im Zweikampf, „sondern beim Surfen. Ich habe mir das Sprunggelenk gebrochen“, erzählt Oppermann von seiner zweiten großen Leidenschaft. Seit 1985 lässt er sich vom Wind übers Wasser gleiten. „Ich liebe das Geräusch, wenn das Surfbrett aufs Wasser schlägt und das Rauschen des Segels. Auf dem Wasser habe ich meine Ruhe.“

In Abbensen kommt er nicht zur Ruhe. Und das will er so. Gerade hat der TVJ den Neubau des Sportheims am Sportplatz beschlossen. Größer und gemütlicher soll’s werden. Oppermann will sich auch dort engagieren. Wäre das Richtfest nicht ein prima Zeitpunkt, die Ehrenämter an einen Nachfolger zu übergeben? „Unbedingt das Haus bauen – das war das große Ziel meiner Amtszeit. Jetzt machen wir das erstmal und dann sehen wir mal weiter.“

cm

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