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"Mir ist eine Riesenlast von den Schultern gefallen"

Fußball-Kreisliga "Mir ist eine Riesenlast von den Schultern gefallen"

Interview mit Hüseyin-Nuh Elma, Trainer des neuen Fußball-Kreismeisters SV Bosporus

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So sehen Meister aus: Der SV Bosporus Peine feiert und begießt den Titelgewinn in der Fußball-Kreisliga und den Aufstieg in die Bezirksliga.

Quelle: rb

Herr Elma, Gratulation zum Kreisliga-Titel und zum Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga. Wie hat die Mannschaft nach dem alles entscheidenden 2:0-Sieg in Blumenhagen gefeiert?

Wir sind noch ziemlich lange auf dem Platz in Blumenhagen geblieben und anschließend ins Vereinsheim gefahren. Dort hatten die Verantwortlichen einiges vorbereitet, unter anderem gab es Live-Musik. Wie lange die Party dauerte, kann ich gar nicht sagen, weil ich nach einigen Stunden nach Hause musste. Auch einige andere Spieler sind nicht allzu lange geblieben, weil sie am anderen Tag arbeiten mussten. Aber am nächsten Sonntag ist dann noch einmal eine große Feier geplant.

Werden Sie und Ihr Trainerkollege Alparslan Urfa dort verabschiedet? Denn es wird erzählt, dass sie beide aufhören.

Das stimmt, wir werden nicht mehr Trainer sein.

Warum?

Na ja, da haben mehrere Gründe eine Rolle gespielt. In erster Linie aber ist es der zeitliche Aufwand, weshalb wir uns zu diesem Schritt entschlossen haben. Denn die beiden vergangenen Jahre waren schon sehr anstrengend. Ich muss sagen, dass Alparslan und ich vorab nicht gewusst haben, wie viel Zeit man für diesen Job investieren muss - es ist viel, viel Arbeit. Deshalb haben wir uns schon im März dazu entschieden, im Falle des Titelgewinns aufzuhören.

Meisterschaft und Aufstieg - bekommen Sie da nicht Lust, den Job weiter zu machen?

Natürlich hätte ich die Mannschaft auch gerne in der Bezirksliga begleitet, schließlich haben Alparslan und ich das Team über zwei Jahre aufgebaut. Andererseits freue ich mich aber auch sehr darauf, mal wieder Zeit für andere Dinge zu haben. Allerdings bleibe ich auch weiterhin eng an der Mannschaft dran, da ich künftig im Vorstand mitarbeiten werde. Und ich glaube, dass es für die Spieler ganz gut ist, wenn es durch einen neuen Trainer frischen Wind gibt.

Gibt es denn schon einen Nachfolger?

Nein, die Gespräche laufen, aber die Entscheidung fällt erst in den nächsten Tagen.

Definitiv fest soll dagegen stehen, dass mit Onur Bacaksiz der beste Torschütze des SV Bosporus zum SV Lengede wechselt.

Ja, das stimmt. Onur ist ein Verlust, den wir nur schwer kompensieren können, da er für uns nicht nur in sportlicher Hinsicht sehr wertvoll war - Onur hat die Mannschaft geführt. Aber man muss es akzeptieren, wenn ein Spieler bei einem anderen Verein eine neue Herausforderung sucht. Allerdings ist er nicht der erste wichtige Spieler, der den SV Bosporus verlässt, das hat es auch schon in der Vergangenheit gegeben.

Wie sieht es personell aus für die neue Saison?

Wie arbeiten derzeit sehr intensiv daran, einen starken Kader zusammenzustellen. Namen möchte ich aber keine nennen.

Was trauen Sie denn dem Team in der Bezirksliga zu?

Keiner darf sich von der Euphorie leiten lassen, die derzeit bei uns herrscht: Für uns geht es einzig und allein um den Klassenerhalt. Und wie schwer das wird, dieses Ziel zu erreichen, zeigen die vergangenen Jahre: Fast alle Aufsteiger sind sofort wieder abgestiegen - das sollte für alle Warnung genug sein. Wichtig ist, dass die Mannschaft sich schnell daran gewöhnt, dass sie nicht so erfolgreich sein wird, wie noch in der Kreisliga. Es kann sein, dass man auch mal vier, fünf Spiele in Folge verliert. Schaffen wir den Klassenerhalt, wäre das für mich eine Sensation.

Immerhin scheinen Ihre Spieler mit schwierigen Situationen umgehen zu können, denn trotz der großen Belastung von vier Partien in sieben Tagen hat Ihre Mannschaft die Nerven behalten.

Ja, die Jungs haben wirklich Tolles geleistet und trotz des großen Drucks die Ruhe bewahrt. Dabei haben wir es alle als ungerecht empfunden, dass wir vier Spiele in so kurzer Zeit absolvieren mussten. Es hätte durchaus die Möglichkeit gegeben, den Spieltag am Donnerstag um eine Woche zu verlegen, schließlich dauert ja auch die Saison in der Leistungsklasse eine Woche länger. Verstanden hat das keiner bei uns. Und es wäre richtig bitter gewesen, wenn wir das aufgrund dieser Spiel-Ansetzungen noch vergeigt hätten - ein Jahr harte Arbeit wäre innerhalb von ein paar Tagen zunichte gemacht worden. Vor allem für die Spieler wäre das hart gewesen, da sie über all die Monate sehr viel investiert haben.

Wie ist es Ihnen persönlich ergangen in diesen sieben Tagen?

Es war schon sehr stressig, weil ich an nichts anderes mehr gedacht habe. Selbst nachts konnte ich kaum schlafen, weil mir so viele Gedanken durch den Kopf gegangen sind. Erst fünf Minuten vor dem Abpfiff in Blumenhagen habe ich angefangen, mich ein wenig zu entspannen. Und als Schluss war, ist mir eine Riesenlast von den Schultern gefallen.

Die Erleichterung ist also groß.

Ja, das kann man mit Worten kaum beschreiben. Klar, das Leben wäre auch weitergegangen, wenn wir nicht Meister geworden wären. Aber ein bitterer Beigeschmack wäre schon geblieben. Umso mehr haben Alparslan und ich uns gefreut, dass es mit dem Aufstieg geklappt hat, zumal es unsere erste Trainerstation war. Nun sind bei allen erst einmal zwei Dinge angesagt: Durchatmen - und den Erfolg genießen.

Interview: Peter Konrad

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