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Marcel Becher gewinnt den Rallye-Cup

Motorsport Marcel Becher gewinnt den Rallye-Cup

Eigentlich lief bei der Ostsee-Rallye in Grömitz für den Sierßer Marcel Becher erstmal alles schief. Als er im Ziel war, kam aber doch die Überraschung: Er hatte den Norddeutschen ADAC-Rallye-Cup gewonnen.

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Rallye-Pilot Marcel Becher mit Beifahrer Peter Sebralla bei der Ostsee-Rallye.

Quelle: Chris Kuhr

Kleine Ursache, große Wirkung: Über eine batteriebetriebene Gegensprechanlage verständigten sich Becher und sein Beifahrer Peter Sebralla. Vor dem Rennen tauschten sie die Batterie, aber die Feder hatte nicht genug Spannung. Das stellten die Piloten aber erst bei der ersten Prüfung fest. „Nach 800 Metern fiel die Anlage aus. Peter versuchte es mit Brüllen und Handzeichen, aber das funktionierte nicht“, berichtete Becher. „Ich habe deshalb 14 Sekunden verloren.“ Glück im Unglück: Es handelte sich um einen Rundkurs, der zweimal zu durchfahren war. Bei der zweiten Runde kannte Becher die Strecke bereits.

Vor der zweiten Prüfung versuchte er, die Batterie mit einem in die Halterung gestopften Taschentuch zum Funktionieren zu bringen. „In der Prüfung fiel die Anlage aber schon wieder aus.“ Nach der dritten Prüfung hatte der Sierßer schon 30 Sekunden Rückstand. „Das war für mich ein kleiner Zusammenbruch“, stöhnte Becher.

Vor der vierten Prüfung schworen sich Becher und Sebralla: „Jetzt wird Attacke gefahren!“ Die Sprechanlage war inzwischen repariert, aber Bechers Optimismus „vielleicht etwas zu groß“ - zumindestens vor einer Kurve. Er rutschte hinaus, und um nicht gegen einen Stein zu prallen, stellte er deinen Citroën C2 R2 durch Ziehen der Handbremse quer. Den Stein traf der Wagen nicht, dafür aber einen Strohballen, der eine gehörige Delle in die Seite drückte. „Das hat mich nochmal rund 15 Sekunden gekostet“, schilderte Becher.

Vor der letzten Prüfung hatte er sich allerdings schon auf Rang 4 vorgearbeitet. Er gab wieder Gas, um den Drittplatzierten zu attackieren - aber das war gar nicht mehr nötig, da dieser wegen eines Schadens ausfiel. „Das Endergebnis war okay, obwohl vorher alles blöd gelaufen war“, resümierte Becher, der dennoch einen Blick für die schöne Seite der Rallye hatte: „Bei der Zieleinfahrt fuhren wir an Strandkörben vorbei. Das ist schon ungewöhnlich.“

Mit Platz 3 in der „Division 5“ ist der Sierßer zufrieden. „Die Konkurrenten haben 30 PS mehr und können 180 Stundenkilometer schnell fahren. Mein Citroen schafft nur 160. Das holt man nicht mehr ein.“

Dennoch ist er der gesamten Konkurrenz davongefahren - im Norddeutschen ADAC-Rallye-Cup. Der dritte Rang bei der Ostsee-Rallye reichte für den Gesamtsieg. „Ich bin in jeder der sechs Rallyes ins Ziel gekommen und war einmal Erster. Der schlechteste Platz war Rang vier“, bilanziert Becher. „Bei der Pokalübergabe habe ich dem sechsfachen deutschen Rallye-Meister Hermann Gassner die Hand geschüttelt. Er war Vierter. Ein tolles Gefühl, wenn man weiß, dass man so einen Fahrer besiegt hat.“

mp

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