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Lafferde hofft auf Ex-Nationalspieler

Handball Lafferde hofft auf Ex-Nationalspieler

Mit aller Macht stemmt sich Handball-Landesligist MTV Groß Lafferde gegen den drohenden Abstieg. Der Tabellenelfte hat den 40-jährigen Ex-Nationalspieler und Bundesliga-Torschützenkönig Peter Gerfen verpflichtet.

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Späßchen beim ersten Training in Groß Lafferde: In ungewohnter Handballer-Haltung versucht Peter Gerfen einen Aufsetzer unter die Latte zu setzen.

Quelle: cb

Wenn sich Freunde mit ihm zum Gespräch im Café treffen wollen, kann Peter Gerfen selbst nach einem langen Arbeitstag „schlecht Nein“ sagen. Kameradschaft ist ihm wichtig, er hilft gerne. Vor allem, wenn es um Sport geht. „Und wenn die Lafferder dann noch so nett anfragen, musste ich einfach zusagen“, unterstreicht Gerfen. Im Abstiegskampf klammert sich der verletzungsgeplagte Handball-Landesligist MTV Groß Lafferde an die Dienste eines Ex-Nationalspielers, der sich 1994 als Linksaußen des VfL Bad Schwartau mit 224 Treffern zur Torschützenkrone der Bundesliga warf.

„Der Kontakt ist über Gerald Oberbeck entstanden“, erläutert Lafferdes Handball-Abteilungsleiter Dennis Bühn. Oberbeck ist Trainer und Manager des Zweitligisten Eintracht Hildesheim, auch dort warf Gerfen bereits seine Tore, wohnt noch in der Domstadt.

Lafferdes Retter in der Not ist 40 Jahre alt. Aber das ist kein Problem. Von Bauchansatz keine Spur. Gerfen ist selbstständig, arbeitet als Personal-Fitness-Trainer. Seine Liegestütze pumpte er in der ersten Trainingseinheit der Lafferder müheloser als einige seiner jüngeren Teamkollegen. Drahtig, wendig und trickreich ist er, obwohl er seit vier Monaten keinen Ball in der Hand hatte. Von seinen neuen Mitspielern hat er einen positiven Eindruck. „Da sind einige dabei, die sehr gut mit dem Ball umgehen können und ein gutes Wurfbild haben. Und wer den Tabellenvierten schlägt, der hat sicherlich Potenzial“, lobt der Routinier.

Die große Erwartungshaltung belastet ihn nicht. „Das war auch in anderen Vereinen vorher schon so. Wenn man allerdings Wunderdinger von mir erwartet, wäre das grundverkehrt“, betont Gerfen, der fünf Länderspiele für die A-Nationalmannschaft bestritt. Alleinunterhalter will er nicht sein, sondern das Ruder gemeinsam mit der Mannschaft rumreißen.

Darauf legt auch MTV-Abteilungsleiter Bühn wert: „Er ist kein Heilsbringer. Die Mannschaft muss als Team auftreten wie zuletzt beim Heimsieg gegen Fallersleben. Aber wer in der Oberliga mit 318 Toren in 29 Spielen noch jüngst Torschützenkönig wurde, der hilft uns ungemein.“

Die restlichen neun Saisonspiele unterstützt Gerfen die Lafferder. Ob es einen Nachschlag gibt, darüber haben Spieler und Verein noch nicht gesprochen. Seinen ersten Einsatz für den MTV wird Gerfen bereits am Wochenende im Heimspiel gegen die HG Rosdorf-Grone II haben.

Christian Meyer

Zur Person

Peter Gerfen

Als fünfjähriger Steppke begann Peter Gerfen mit dem Handballsport. Während seiner Zeit beim Traditionsklub GW Dankersen, heute GWD Minden, schaffte Gerfen den Sprung zum Jugendnationalspieler. Zehn Länderspiele bestritt er. Mit der DHB-Auswahl spielte er sich 1989 auf Platz vier bei der Weltmeisterschaft in Spanien.

Seine größten Erfolge feierte Gerfen mit dem VfL Bad Schwartau: Meister und Torschützenkönig in der 2. Bundesliga. In der Saison 1993/94 gelangen ihm in der 1. Bundesliga 224 Tore. Gerfen sicherte sich auch in der Eliteliga die Torschützenkanone.

Mit dem VfL Hameln gewann Gerfen in der Saison 1995/96 das Europapokal-Finale im City Cup.

Für die deutsche A-Nationalmannschaft absolvierte der Hildesheimer fünf Länderspiele.

Weitere Stationen: Spieler beim Bundesligisten Eintracht Hildesheim, Trainer des Verbandsligisten SV Alfeld, Trainer des Landesligisten HSG Schaumburg-Nord. In der Saison 2008/2009 wurde er als Spieler der TSG Emmerthal mit 318 Toren in 29 Spielen Torschützenkönig der Oberliga.

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