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Kai-Uwe liegt auf Goldkurs

Behindertensport Kai-Uwe liegt auf Goldkurs

Wenn Kai-Uwe Sdrenka einen Stürmer ins Abseits laufen sieht, winkt er mit seiner Fahne. Bei Fußballspielen des TSV Essinghausen darf der 41-Jährige als Linienrichter aushelfen. Obwohl er das Down-Syndrom hat – im Abseits steht der Fußball-Fan mit Handicap nicht. Er ist mittendrin statt nur dabei. Sport als Integration. Am Stützpunkt Edemissen hat er jetzt bereits zum vierten Mal mit anderen Behinderten sein Sportabzeichen erkämpft.

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Ganz schön stolz: Die „Teestuben-Sportler“ aus Edemissen stellten sich mit weiteren Teilnehmern der Aktion „Sportabzeichen gemeinsam für Menschen mit und ohne Behinderung“ zu einem Gruppenfoto. In der vorderen Reihe kniet Kai-Uwe Srdenka (im T-Shirt).

Quelle: Christian Bierwagen

Kai-Uwe Sdrenka ist stolz auf seine Urkunden und Abzeichen. Mächtig stolz sogar. „Ich habe sie eingerahmt“, erzählt er. Schließlich haben ihn die silbernen und bronzenen Anstecknadeln einige Schweißtropfen gekostet. Die vorgegebene Zeit über 50 Meter verfehlte er zunächst knapp. „Aber mit ein bisschen Antrieb hat er es dann geschafft“, erzählt Edemissens Stützpunktleiter Kurt Balthasar.

Großer Ehrgeiz

„Selbst wenn Weiten und Zeiten nicht auf Anhieb erreicht werden – die Behinderten gehen mit einem enormen Selbstbewusstsein und Ehrgeiz an die Sache ran“, sagt Ralf Poersch, der Jugendpfleger der Gemeinde Edemissen ist, und auch die Teestuben-Gruppe mit Menschen mit Behinderung betreut. Donnerstags und freitags treffen sich deren Mitglieder und unternehmen gemeinsam etwas mit nichtbehinderten Jugendlichen und Kindern.

Die Sportabzeichen-Prüfung ist fester Bestandteil des Sommerprogramms. „Wenn wir unsere Pläne besprechen, wird es von den Behinderten regelrecht gefordert“, betont Poersch.

„Am liebsten laufe ich“, sagt Kai-Uwe Sdrenka. In anderen Dingen fällt es ihm nicht so leicht, sich festzulegen. Beim Fußball verteilt er seine Leidenschaft gleich auf drei Lieblingsmannschaften. „Wolfsburg, Gladbach – und Eintracht Braunschweig“, zählt er auf.

Schwimmen findet Kai-Uwe Sdrenka auch gut. Das erfrischt so schön. Sich im Wasser fortbewegen – das können allerdings nicht alle Mitglieder der Teestube. Am Sportabzeichen-Wettbewerb können sie deshalb nicht teilnehmen und tragen dennoch ihren Beitrag dazu bei, dass es zumindest ihre Freunde schaffen. Sie feuern bei der Abnahme lautstark an. Das hilft ungemein“, hebt Poersch hervor.

Weit springen, schnell laufen, kräftig stoßen – 16 Teestuben-Sportler haben die Bedingungen erfüllt. „Wenn ich bedenke, dass die Aktion mal mit fünf Teilnehmern gestartet ist, ist das ein riesengroßer Erfolg“, freute sich Edemissens Bürgermeister Frank Bertram, der den couragierten und antreibenden Einsatz der Abnehmer Ulla Vogel, Helga und Kurt Balthasar lobte.

Lob vom Landrat

„In ihrer Gemeinde wird Integration in einer Art und Weise betrieben, die vorbildlich ist“, lobte Landrat Franz Einhaus, der im vergangenen Jahr sein Sportabzeichen ebenfalls am Stützpunkt Edemissen erwarb.

Kai-Uwe Sdrenka will im Sommer Gold angreifen. Das gibt es, wenn er die fünfte Wiederholung schafft. Ich hoffe, dass ich mitmachen kann, ich habe nämliche gerade Probleme mit der Hüfte und Bandscheibe“, erzählt er. Daumendrücken für Kai-Uwe!

Christian Meyer

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