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In Peine aussortiert, in Afrika wertvoll

Trikotsätze finden in Sierra Leone neue Verwendung In Peine aussortiert, in Afrika wertvoll

Beim PAZ-Cup werden Sportkleidung und Verbandskästen zugunsten der Aktion "Hilfe für Lokomassama" gesammelt. Projektleiter Manfred Stede ist dankbar für die Unterstützung aus Peine. Beim Bau von Brunnen, Schulen und Krankenstationen sind die Spenden eine große Hilfe.

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Die Lokomassama-Auswahl nennt sich aufgrund ihrer Trikots „Black Panthers“.

Lokomassama. Wenn die Fußball-Auswahl des afrikanischen Chiefdoms Lokomassama energisch stürmt, liegt das auch an ihren Trikots. Darauf ist das Logo eines Energieversorgers. Es ist aber weniger der Konzern, der für die Muskel-Energie sorgt, als vielmehr der Stolz der Mannschaft auf das gute, einheitliche Aussehen.

Der Trikotsatz kam aus Peine und wurde für die Aktion „Hilfe für Lokomassama“ von einem Peiner Fußballverein gespendet. „Die Trikots und Bälle aus Peine haben einen besonderen Wert für unsere Projektarbeit“, sagt Manfred Stede, der das Hilfsprojekt in Sierra Leone leitet. „Allein die Erwähnung, dass ich wieder Trikots und Bälle aus Deutschland erhalten habe, steigert ungemein die Bereitschaft der jungen Burschen in den Dörfern, unsere Arbeit vor Ort zu unterstützen.“

Und das ist nötig. Denn die Hilfsorganisation ist in vielen Orten des Chiefdoms (ungefähr übersetzbar mit „Stammesfürstentum“) tätig, bohrt Brunnen, baut Schulen und Krankenstationen. Und versucht auch sonst, zu helfen. „Die Tochter eines unserer lokalen Arbeiter war ein quicklebendiges Kind, bis sie plötzlich krank wurde. Ihre Eltern suchten daraufhin verschiedene Heiler auf, die aber nichts bewirkt haben. Als wir davon erfuhren, war es schon zu spät“, bedauert Stede. „Auch in einem Kinderkrankenhaus in Freetown konnten sie ihr nicht mehr helfen. Sie ist von der Hüfte abwärts gelähmt.“

Erst wurde das Mädchen von den Schulkameraden zur Schule getragen, Stede hat ihr dann aber einen Rollstuhl besorgt. „Jetzt kann sie sich im engeren Umkreis auf festem Untergrund selber bewegen. Bei längeren Strecken, zum Beispiel zur Schule, wird sie geschoben.“ Dabei habe sie immer die besten Zeugnisse und einen bemerkenswerten Lebensmut, freut sich Stede. Als er einem Mädchen-Fußballteam Trikots überreichte, hielt sich das gelähmte Mädchen im Hintergrund auf. „Als ich sie heranrief und ihr dann auch ein Trikot gab, strahlte sie, zog es sofort an und war sehr stolz.“

Die Trikot- und Ballspenden helfen auch dabei, dass die Bewohner der Dörfer genügend sauberes Wasser bekommen. „Zum Beispiel haben Jungs sehr mühsam per Boot Sand von den Sandbänken eines großen Flusses geholt und am Ufer abgeladen. Wir brauchten den Sand dann nur noch auf unseren Anhänger zu laden und zur Brunnenbaustelle zu transportieren.“ Mithilfe des Sandes wurden dort Beton-Brunnenringe hergestellt. Und die Helfer freuten sich über einen Fußballdress als Lohn.

Auch Batko hofft bei jedem der Afrika-Besuche Stedes darauf, etwas abzubekommen. Die (viel zu große) Jacke, die er als Kind einmal bekam, hatte seine Mutter verkauft, um Essen bezahlen zu können. Inzwischen ist Batko ein junger Bursche, der sich als „Teamleader“ seiner Fußballmannschaft durchsetzt. „Wenn ich nach mehreren Monaten der Abwesenheit wieder in Lokomassama auftauche, dann steht er bereits auf der Matte und schaut mich mit großen Augen fragend an. Ich weiß dann schon Bescheid. Habe ich wieder etwas aus Deutschland mitgebracht? Trikots, Fußbälle oder vielleicht sogar Fußballschuhe auch für seine Mannschaft? Schuhe würden seinen Status als Teamleader ungemein aufwerten“, sagt Stede. Dafür nehme Batko jede Gelegenheit wahr, auf dem Anhänger mit zu den Baustellen zu fahren, wo er sich nützlich macht.

Aussortierte, aber noch brauchbare Trikotsätze, Fußbälle, Fußballschuhe und auch Auto-Verbandskästen, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, helfen Stede bei seiner Arbeit in Sierra Leone weiter. Anfang Januar beim PAZ-Cup werden wieder Sachspenden gesammelt, die der Aktion „Hilfe für Lokomassama“ zugute kommen sollen. Der Stederdorfer Lothar Iwanowski organisiert den Transport in Seekisten per Schiff nach Afrika. Abgegeben werden können die Spenden bei der Turnier-Leitung.

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