Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Hentschel wuchtet zwei Medaillen, Hoffmann beugt Deutschen Rekord

EM im Kraftdreikampf Hentschel wuchtet zwei Medaillen, Hoffmann beugt Deutschen Rekord

Auch nach einem vergeigten Start ist er nicht nervös geworden. Gleich zwei Medaillen hat Kraftdreikämpfer André Hentschel von VT Union Groß Ilsede bei der Europameisterschaft im bulgarischen Sofia gewonnen.

Voriger Artikel
Happy End trotz des verschlafenen Starts
Nächster Artikel
Abstieg: Die Drehungen misslingen

Alex Hoffmann schaffte Deutschen Rekord in der Kniebeuge.

Quelle: rb

Im Bankdrücken hatte der Diplom-Ingenieur die stärksten Arme und stemmte Gold, in der Gesamtwertung legte er eine furiose Aufholjagd hin und holte noch Bronze. „Super zufrieden“ war auch Klubkollege Alex Hoffmann. Bei den 120-Kilo-Kolossen erkämpfte er die erhoffte Top-Ten-Platzierung und verbesserte in der Kniebeuge noch einmal seinen eigenen Deutschen Rekord.

Ein Kraftdreikämpfer braucht ein stabiles Bett. Das stellte der Groß Ilseder André Hentschel bei der EM in Sofia einmal mehr fest. Der 92,9 Kilo schwere Athlet wachte mit Rückenschmerzen auf und erwischte keinen guten Start in den Wettkampf. Sein Einstiegsgewicht von 300 Kilo in der Kniebeuge schaffte er erst im zweiten Versuch. „Ich habe das Ding technisch vergeigt, ich bin nach vorne gefallen, weil ich im Rücken nicht stabil war. Kein Ahnung, vielleicht lag es an den Betten“, sagte der 30-Jährige über seinen missglückten Auftakt. Als er auch die 315 Kilo nicht in die Wertung brachte, dachte Hentschel schon, dass er sich eine Medaille in der Gesamtwertung abschminken könnte. Doch dann legte er eine furiose Aufholjagd hin.

In seiner Paradedisziplin Bankdrücken deklassierte Hentschel die Konkurrenz und bugsierte im letzten Versuch sogar noch eine persönliche Bestleistung von 265 Kilo nach oben. „Und zwar locker. Ich bin mir sicher, Kraft für 2,5 bis 5 Kilo war noch da“, sagte Hentschel. Die Goldmedaille beflügelte ihn auch noch einmal für den Kampf um eine Medaille in der Gesamtwertung. In einem spannenden Dreikampf um Silber und Bronze machte Hentschel mit 287,5 Kilo im Kreuzheben noch den dritten Platz perfekt. „Ich bin super-happy. Eine Medaille für einen Deutschen bei internationalen Wettbewerben - das passiert schließlich nicht so häufig“, sagte er.

„Großartig“, fand Alex Hoffmann die Leistung seines Klubkollegen. Der 118-Kilo-Mann legte selber auch einen bärenstarken Auftritt hin. Im Gegensatz zu Hentschel erwischte er einen Traumstart. In der Kniebeuge bewies er Mut und erhöhte nach Empfehlung seines Trainers Uwe Ahrens und seiner Freundin Helena Schlosser das Einstiegsgewicht auf 355 Kilo. Die kamen ebenso sicher wie der zweite Versuch mit 375 Kilo. Damit verbesserte er seinen eigenen Deutschen Rekord. 375 Kilo wiegt in etwa ein Jung-Elefant. Bei Hoffmanns Versuch sicherten gleich fünf Helfer die Gewichte ab, falls der Groß Ilseder die Last nicht alleine zurück in die Halterung legen kann. Doch er konnte. Erst als er die Medaille angriff und 390 Kilo auflegen ließ, musste er passen. Das war doch zu viel.

Im Bankdrücken stemmte er 220 Kilo sicher und scheiterte knapp an einer neuen Bestleistung von 227,5 Kilo.

Im Kampf um den Top-Ten-Platz wurde es im leistungsdichten Feld in der Schluss-Disziplin noch einmal spannend. 300 und 320 Kilo meisterte Hoffmann im Kreuzheben und entschied sich vorm letzten Versuch dagegen, eine neue Bestleistung anzugreifen. „Ich wollte mit 327 Kilo meinen achten Platz absichern. Und das war eine sehr gute Entscheidung. Denn im Nachhinein muss ich sagen: Da hätte keine Fliege mehr auf den Hanteln sitzen dürfen“, schilderte Hoffmann.

cm

Voriger Artikel
Nächster Artikel