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Helena Schlosser erlebt Krimi auf der Bank

Kraftdreikampf Helena Schlosser erlebt Krimi auf der Bank

Die pure Wut war es, die Helena Schlosser noch einmal antrieb. Trotz einer Kampfrichter-Posse hob die Kraftsportlerin von VT Union Groß Ilsede im Bankdrücken im erwirkten Zusatzversuch einen deutschen Rekord und durfte am Ende auch die Deutsche Meisterschaft im Kraftdreikampf feiern. „Das war der stressigste Wettkampf den ich je hatte“, sagte sie.

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Blick durch eine Hantelscheibe: Kraftdreikämpferin Helena Schlosser von VT Union Groß Ilsede überzeugte bei den Deutschen Meisterschaften.

Quelle: rb

Mit Nerven wie Drahtseil und unglaublichen Kraftreserven verblüffte die 23-jährige Physiotherapeutin aus Peine bei den Deutschen Kraftdreikampf-Meisterschaft im bayrischen Landshut. Die 56,2 Kilo leichte Schwerathletin legte mit 135 Kilo in der Kniebeuge los. Zum Vergleich: Das entspricht ungefähr dem Gewicht von 13 gefüllten Mineralwasser-Kästen. Sogar 140 Kilo stemmte die 23-Jährige noch nach oben. Doch der Versuch wurde aufgrund der Ausführung für ungültig erklärt.

Das sah die Athletin von VT Union Groß Ilsede ja noch ein, aber welche Kampfrichter-Posse dann im Bankdrücken folgte, dafür hatte Helena Schlosser kein Verständnis. 80 Kilo drückte sie locker. Doch dann wurden ihre geschafften Versuche mit 85 Kilo gleich zweimal für ungültig erklärt. „Angeblich hat ihr Po die Bank nicht berührt“, erläutert Trainer Uwe Ahrens, was die Kampfrichter zu bemängeln hatte. Helena Schlosser und ihr Coach sahen das anders: „Die waren alle in Ordnung“, betonte die Athletin.

Nach Auswertung von Fotos erwirkten die Groß Ilseder einen vierten Versuch. Die Kampfrichter knieten auf dem Boden und sahen ganz genau hin. „Das war ein ganz blödes Gefühl. Ich wusste gar nicht, was ich besser machen soll“, schilderte Helena Schlosser den Krimi. Sie hielt dem Druck stand und drückte ein drittes Mal den deutschen Junioren-Rekord von 85 Kilo in ihrer Klasse. Und diesmal hatten auch die Richter nichts zu meckern. Trainer Ahrens war begeistert: „Eigentlich geht das gar nicht, weil die Kraft nicht mehr hätte reichen dürfen. Es zeigt aber, dass die von Helena angepeilten 87,5 Kilo drin gewesen wären.“

Sein Schützling war einerseits erleichtert, andererseits enttäuscht. „Ich hatte mich sehr gut gefühlt, ohne diese Geschichte hätte noch mehr drin gelegen“, sagte Helena Schlosser. Im Kreuzheben machte sie dann den Titel perfekt. 132,5 zog sie hoch und erreichte damit eine Gesamtzahl von 352,5 Kilo – eine Bestleistung für Helena Schlosser, die damit einen gelungenen Ausstand aus der Juniorenklasse feierte.

„Wenn sie weiter beschwerdefrei trainieren kann, traue ich ihr eine weitere deutliche Steigerung in der Aktivenklasse zu“, unterstrich Trainer Uwe Ahrens.

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