Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Händeschütteln mit dem Weltmeister

Darts-Weltmeisterschaft Händeschütteln mit dem Weltmeister

Gary Anderson hat Rücken. Das hielt den Schotten aber nicht davon ab, nach seiner Titelverteidigung bei der Darts-Weltmeisterschaft in London den rund 20 Kilo schweren Pokal in die Höhe zu stemmen. Auf dem Weg zum Titel hatten ihn mehrere Peiner im „Ally Pally“, dem Alexandra Palace, werfen sehen.

Voriger Artikel
Ein Hauch von Millerntor und ein Schiri als DJ
Nächster Artikel
Telgter Schützen sichern sich vorzeitig den Titel

Florian Fliegel, Kai Kunze und Dennis Plumeyer im Ally Pally - mit Gruß für den Ölsburger Almir Tupkusic.

„Das war weltklasse. Man kann es nicht beschreiben“, sagt Florian Fliegel, Fußballtrainer des TuS Bierbergen. Er meint damit allerdings weniger die Leistung Andersons, als vielmehr die Stimmung im Saal. Er war mit zwei Freunden am Nachmittag des Neujahrstages bei der Darts-WM. Sie sahen im Viertelfinale den 5:1-Erfolg Andersons gegen James Wade und den 5:4-Sieg von Jelle Klaasen gegen Alan Norris.

„Anderson hat einen ruhigen und genialen Wurfstil“, sagt Fliegels Kumpel Dennis Plumeyer. „Aber im Saal wird eigentlich mehr das Spiel gefeiert, als der einzelne Spieler.“ Das sei völlig anders als beim Fußball. Und auch die Tatsache, dass Engländer, Deutsche und Holländer absolut friedlich zusammen feiern, charakterisiere die Darts-WM in London.

Ein paar Tage zuvor waren drei andere Peiner dabei. Der Dungelbecker Detlef Hallmann war mit Ehefrau Imke und Tochter Jandra bei drei Sessions der 2. Runde dabei. Unter anderem sahen sie den 4:3-Sieg des fünfmaligen Weltmeisters Raymond van Barneveld gegen Stephen Bunting. „Die Stimmung war genial. 3000 Menschen feierten lieb, nett und ohne Ausschreitungen. Es gab keinerlei Ärger“, stellte Hallmann fest.

Onehundredandeighty: „Der Saal flippt jedesmal aus“

Er hatte den London-Trip inklusive Eintrittskarten von seiner Frau zum 50. Geburtstag geschenkt bekommen. Im Hotel gab es ein „Meet and Greet“ mit den Stars der Darts-Szene, die aber keinesfalls abgehoben seien, sondern sich mit jedem unterhielten. So schüttelte Hallmann Gary Anderson die Hand - beide ahnten noch nicht, dass der Schotte wenig später die WM gewinnen würde.

Händeschütteln und ein gemeinsames Foto gab es auch mit den „Callern“ Russ Bray und Kirk Bevins. Die Caller sind eigentlich mehr „Singer“, denn sie präsentieren jedesmal fast ein Lied, wenn wieder ein Werfer die 180 - die höchstmögliche Punktzahl - erzielt hat. Der Liedtext besteht nur aus einer Zahl: „Onehundredandeighty!“.

„Der Saal flippt dann jedesmal aus“, schildert Florian Fliegel. Ansonsten werde aber darauf geachtet, dass sich die Besucher benehmen. „Als ich bei einem tollen Wurf begeistert auf den Stuhl stieg, kam sofort ein Ordner und bat mich freundlich, wieder herunter zu steigen.“

Auch wenn sich die Wurf-Profis auf der Bühne konzentrieren müssen: Für die meisten Besucher im Saal ist Karneval. Deshalb kommen sie verkleidet. Familie Hallmann hatte Shirts mit selbstgefertigter Aufschrift angezogen, die bezog auch die Orte der wichtigsten deutschen Darts-Veranstaltungen (Deutsche Meisterschaften und Europa-Tour) ein. „Darts ist... Hildesheim - super, Düsseldorf- geil, London - supergeil“ stand auf den Shirts. Fliegel und sein Kumpel Kai Kunze trugen Shirts und Masken von Michael-van-Gerwen, der 2014 Weltmeister war. Dennis Plumeyer erschien im Teletubby-Kostüm - in Anlehnung an Fußball-Exprofi Steffen Freund, der nach einer verlorenen Wette vor zwei Jahren in so einem Kostüm im Ally Pally erschienen war.

Die Kosten für den Spaß: Familie Hallmann hat für den dreitägigen London-Trip inklusive Flug, Hotel und Eintrittskarten rund 2000 Euro investiert. Das andere Peiner Trio zahlte rund 80 Euro für eine Viertelfinal-Karte mit Sitzplatz am Tisch. Auf der Tribüne hätte es 60 Euro gekostet. „Ich habe die Karten schon Mitte Juli bestellt. Zwei Tage später war alles ausverkauft“, sagt Plumeyer. Eigentlich wollten die drei kurzfristig noch die Abendveranstaltung mit den Duellen van Barneveld gegen Michael Smith und Adrian Lewis gegen Peter Wright besuchen. „Für die Karten hätten wir aber schon jeweils 100 Euro zahlen müssen, und die Plätze lagen weit auseinander.“

Vier Tage waren die Freunde zusammen mit ihren Partnerinnen in London, und an den Darts-freien Tagen ging es dann doch wieder um Fußball. „Wir haben die Stadien von Chelsea, Fulham, Tottenham und Arsenal besucht“, sagt Fliegel. Und damit es nicht nur Fußball und Darts gab, waren sie auch in Wimbledon...

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport in Peine