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Ganz große Party im kleinen Stadion

Olympia: Riesenstimmung beim Beach-Volleyball Ganz große Party im kleinen Stadion

Rio. PAZ-Mitarbeiter Lukas Reineke ist als Volunteer beiden Olympischen Spielen. Was er dort erlebt, schildert er in dieser Kolumne. Heute geht es um die Atmosphäre beim Beach-Volleyball:

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Olympia-Volunteer Lukas Reineke mit der Beachvolleyball-Arena von Rio de Janeiro im Hintergrund.

„Ich war schon in einigen stimmungsvollen Fußballstadien wie dem Signal Iduna Park in Dortmund, dem Bernabeu in Madrid oder dem Stadion von Eintracht Braunschweig an der Hamburger Straße. Doch wer denkt, dass dort die beste Stimmung bei einer Sportveranstaltung herrscht, der irrt. Denn was ich in der Beachvolleyball-Arena an der Copacabana erlebt habe, stellt selbst diese Stadien in den Schatten.

Was in dem mobilen Stadion, es wird nach den Olympischen Spielen wieder abgebaut, für eine Party abging, hätte ich mir nicht vorstellen können. Dabei war das Stadion noch nicht einmal ausverkauft.

Dennoch sorgten die Zuschauer für eine Riesen-Party. Jeder Punkt wurde bejubelt, als hätte das Duo soeben die Goldmedaille gewonnen. Immer wieder animierte der Stadionsprecher die Zuschauer zwischen den Ballwechseln, und es machten alle mit und sorgten für eine unglaubliche Stimmung.

Obwohl bereits drei Spiele absolviert waren, wurde es ab Mitternacht nochmal besonders laut, als das Duo Kerri Walsh Jennings und April Ross aus den Vereinigten Staaten den Platz betrat und die amerikanischen Fans sich ihrem Patriotismus hingaben. Schon beim Aufwärmen sangen sie Lieder für ihre Spielerinnen und verdeutlichten dem chinesischen Paar, dass es an diesem Abend gegen drei Gegner spielen wird.

Das Duett aus Asien ließ sich von dieser Atmosphäre beeindrucken. Konnte es im ersten Satz noch einigermaßen dagegenhalten (16:21), häuften sich im zweiten Satz die Fehler. Wang Fan und Yue Yuan verschenkten leichtfertig Punkte. Als die US-Girls um 0.37 Uhr beim Stand von 20:8 Matchball hatten, war der „Hexenkessel“ fest in amerikanischer Hand. Mit 21:16 und 21:8 besiegten die Amerikanerinnen das Team China.

Bei dieser Stimmung und diesen Emotionen bereits in der Gruppenphase, möchte ich mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn das Team USA im Finale die Goldmedaille gewinnen sollte. Dafür müsste es aber erstmal heute das Halbfinale gewinnen - gegen die Brasilianerinnen Agatha Bednarczuk und Barbara Seixas de Freitas.

Dieses kleine Stadion mit 12 000 Plätzen braucht den Vergleich mit den großen und legendären Fußballtempeln nicht zu scheuen. Ich jedenfalls werde diese Party am bekanntesten Strand der Welt nie mehr vergessen.“

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