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Fördertraining irritiert den Kreisverband

Leichtathletik Fördertraining irritiert den Kreisverband

Seit kurzem bietet der Leichtathletik-Landesstützpunkt Braunschweig ein Fördertraining für Lauftalente an. Knapp 50 Nachwuchsathleten der Geburtsjahrgänge 1998 bis 2002 aus mehr als 20 Vereinen und zehn Landkreisen nehmen daran teil, darunter sieben aus dem Landkreis Peine.

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Teilnehmer aus dem Landkreis Peine. Von links: Tim Winter, Annika Zelder, Jule Zielke, Janne Bartmann, Nele Fiene und Johannes Langenhoff. Auf dem Bild fehlt Elisabeth Vetter.

Quelle: oh

„Ziel des Angebots ist es, die talentiertesten Läuferinnen und Läufer des Bezirks Braunschweig in einem großen, wöchentlich stattfindenden Gruppentraining zusammenzuführen, und diese auf eine mögliche Aufnahme in die Kaderstrukturen des Niedersächsischen Leichtathletikverbandes vorzubereiten“, sagt Süleyman Kuzguncu, der zusammen mit Kolja Kloke das Training leitet. „Neben laufspezifischen Übungsformen steht auch die Ausbildung allgemeiner Fertigkeiten wie Koordination, Flexibilität und Kraft im Fokus der Trainingseinheiten. Die Fördermaßnahme stellt eine Ergänzung zum Heimtraining dar und soll deren Effektivität erhöhen“, fügt Kuzguncu hinzu.

Beim Landestützpunkt Peine sieht man dieses Training allerdings mit Skepsis. „Die Aktion war nicht abgesprochen“, sagt Leichtathletik-Kreisverbands-chef Herbert Schrader. Er befürchtet, dass Lauftalente aus dem Kreis Peine weggelockt werden sollen. „Es verwundert schon, dass der Stützpunkttrainer aus Braunschweig Athleten aus einem anderen langjährigen Landesleistungsstützpunkt ohne Rücksprache mit dem Stützpunktleiter - also meiner Person - zu einer Trainingszeit seines Vereinstrainings einlädt.“

Schrader fragte bei Landestrainer Nico Jekov nach, doch auch der wusste von der Aktion der Braunschweiger nichts, wollte sich aber noch bei seinen Landestrainerkollegen erkundigen, ob diese Kenntnis davon haben. Die Antwort steht noch aus.

Süleyman Kuzguncu gibt zu, dass die Kreisverbände im Vorfeld nicht verständigt wurden. „Wir haben lediglich die Vereine angeschrieben“, sagt er. Die Talentförderung sei aber keineswegs mit dem Ziel der Abwerbung ins Leben gerufen worden. „In anderen Sportarten wie Fußball sind Stützpunktmaßnahmen Normalität. Dort schicken die Vereine ihre Sportler problemlos hin. Mit unserem Projekt arbeiten wir nicht gegen, sondern für die Vereine.“

Da die Leichtathletikvereine des Peiner Kreises eine erstklassige Arbeit machten, sollte es keine Befürchtungen geben, Talente zu verlieren. „Unser Angebot ist so ausgelegt, dass es eine produktive Ergänzung darstellen soll. Wir möchten die Vereine und ihre Athleten stärken und keine Vereinswechsel bewirken“, sagt Kuzguncu.

In Einzelfällen könne es zwar zu Wechseln kommen, das geschehe aber auch ohne das Vorhandensein einer Stützpunktmaßnahme und obliege der Entscheidung der Athleten und Eltern. „Wir werden in dieser Richtung keine Anstrengungen unternehmen und mit der Zeit Vertrauen bei den Vereinen aufbauen, dass es keine Berechtigung zur Besorgnis gibt.“

mp

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