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Fairness: Alle spielen härter als Herta

Fußball - VGH-Fairness-Cup Fairness: Alle spielen härter als Herta

So schick kann Fairness sein: Einen Satz blaue Trainingsanzüge, Langarm-Trikots und Aufwärm-Tops konnte sich Fußball-Kreisligist Herta Equord im vergangenen Jahr kaufen, weil sie nicht nachgetreten, rumgepöbelt oder böse gefoult haben. 1500 Euro gewann die Herta, weil sie die drittfairste Mannschaft Niedersachsens war. Die Peiner Halbzeit-Wertung der aktuellen Saison führen die Equorder schon wieder an.

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Werden öfter gefoult, als das sie foulen: Sascha Hilbig (blaue Hose) und Herta Equord.

Quelle: rb

Fairness ist bei Herta Equord keine Eintagsfliege. „Charakterlich ist die Mannschaft einfach so. Das sind eher besonnene Typen“, erklärt Coach Lars Schiller die platzverweis-freie Bilanz der Hinrunde. Als einzige Peiner Mannschaft von der Landes- bis zur Kreisliga kassierte die Herta keine Rote oder Gelb-Rote Karte.

„Darauf habe ich versucht einzuwirken. Denn im Abstiegskampf ist es für uns immens wichtig, dass wir uns nicht selber schwächen“, betont Schiller. Um 27 Gelbe Karten kam sein Team allerdings nicht herum. Das sind zur Winterpause bereits exakt so viele, wie die Equorder in der gesamten vergangenen Saison kassierten.

Landesweit Platz 42 sprang dennoch immerhin heraus. An einem strengen Strafenkatalog liegt das gute Abschneiden der Equorder übrigens nicht. Rotsünder werden vergleichsweise harmlos mit 20 Euro zur Kasse gebeten. „Mehr wäre ohnehin nicht sinnvoll, es kommt ja eh nicht vor“, betont Schiller.

Bei Kreisligist Blumenhagen kostet eine Rote Karte das doppelte. In die Kasse kam trotzdem nichts, lediglich einen Platzverweis mit Gelb-Rot nach wiederholtem Foulspiel kassierten die Germanen, die zweitfairstes Peiner Team sind.

Große Freude herrscht bei Kreisligist Bosporus Peine über Platz drei. Denn: In den vergangenen Jahren war der Bezirksliga-Absteiger in der Fairness-Wertung eher hinten zu finden. „Wir müssen nicht gleich wieder aufsteigen, wichtig ist es uns, unser Image zu verbessern. Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Spielertrainer Alparslan Urfa, der auch von Zeiten berichtet, in denen es schwierig gewesen sei, Freundschaftsspiel-Gegner zu finden. „Irgendwie wollte keiner gegen uns spielen.“ Das habe sich geändert. Jüngst wurden die Peiner beim PAZ-Cup auch als fairste Mannschaft ausgezeichnet.

Zwei Rote Karten kassierte Bosporus in der Hinrunde allerdings auch. Doch die gab es für harmlose Dummheiten: Gegen Bildung wehrte Alparslan Urfa einen Ball per Hand auf der Torlinie ab. „Das war ein Reflex und ich danach am meisten sauer auf mich selbst“, sagt Urfa. Und gegen Wedtlenstedt unterlief Kapitän Burak Acun das gleiche Missgeschick. „Da stand es schon 7:3 für uns“, schildert Urfa.

Bezirksligist TSV Edemissen kassierte zwar genausoviele Rote Karte wie Bosporus, ist aber dennoch abgeschlagenes Peiner Schlusslicht der Fairness-Wertung. Denn der TSV sah auch 71 Gelbe und 8 Gelb-Rote Karten. „Diese Statistik spiegelt auch unsere Unzufriedenheit mit dem Saisonverlauf wieder“, sagt Kapitän Sven Siedentop, der mit seinem Team Tabellenletzter der Bezirksliga ist.

Besonders ärgerlich findet Siedentop es, „wenn es mit dem Meckern losgeht. Es nie schön, in so einer Wertung Letzter zu sein, deshalb werden wir darüber sprechen. Aber am Ende der Saison wäre es mir lieber, wir hätten in der Liga noch das Ruder rumgerissen als den Fairness-Pokal gewonnen“, betont Siedentop.

cm/tib

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