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Elfmeter-Wunder sorgt für Gelächter

Fußball: Regeländerungen Elfmeter-Wunder sorgt für Gelächter

Peines Schiedsrichter-Lehrwart Leon Rühling hatte sich die 8 wichtigsten der 95 Regeländerungen herausgesucht, die er beim Info-Abend bei der Peiner Allgemeinen Zeitung den Vereinsvertretern beispielhaft und mitunter mit Videosequenzen vorstellte.

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Schiedsrichter-Lehrwart Leon Rühling erläuterte den Vereinsvertretern im Forum der Peiner Allgemeinen Zeitung auch anhand von Video-Beispielen Regeländerungen für die bevorstehende Fußball-Saison. Foto: Meyer

Peine. Da mussten die Vereinsvertreter herzlich lachen. Peines Schiri-Lehrwart Leon Rühling hatte ihnen Donnerstagabend ein Video von einem kuriosen Elfmeter aus Südtirol gezeigt. Der Schütze donnerte den Ball an die Latte, sackte vor Enttäuschung schon auf die Knie und schlug die Hände vors Gesicht. Der Keeper dagegen stürmte jubelnd und Fäuste ballend aus seinem Kasten. Was er dabei nicht sah: Der Ball war von der Latte zurück aufs Spielfeld gesprungen, prallte noch viermal auf, kullerte danach ins Tor - und der Schiri steckte in der Zwickmühle.

Zählt der Treffer oder nicht? Klar geregelt hat der Fußball-Weltverband Fifa so einen Fall nämlich erst jetzt bei seiner großen Regel-Anpassung. „Wir Schiris haben nun eine klare Vorgabe, wann der Elfmeter abgeschlossen ist, nämlich erst, wenn sich der Ball nicht mehr bewegt“, erläuterte Leon Rühling.

Peines Lehrwart hatte sich die 8 wichtigsten der 95 Regeländerungen herausgesucht, die er beim Info-Abend bei der Peiner Allgemeinen Zeitung den Vereinsvertretern beispielhaft und mitunter mit Videosequenzen vorstellte.

Auf großes Verständnis stieß vor allem die Abschaffung der Dreifachbestrafung. Im EM-Achtelfinale hatte zum Beispiel Islands Keeper Hannes Halldorsson Englands Angreifer Raheem Sterling im Strafraum von den Beinen geholt. Trotz der Notbremse durfte er weiter spielen, nur Elfmeter gab es. Wenn die Notbremse im Strafraum ballorientiert ist, reicht nämlich künftig eine Gelbe Karte und ein Strafstoß.

„Ich finde gut, dass die Schiris dort künftig über mehr Handhabe verfügen und nicht immer gleich voll durchgreifen müssen“, sagte Adenstedts B-Jugend-Trainer Uwe Johnigk. Mit einer Szene aus einem Bochumer Zweitliga-Spiel zeigte Leon Rühling allerdings auch, wann es bei einer Notbremse weiterhin auch einen Platzverweis gibt. „Schubsen oder Halten sind nicht ballorientiert“, betonte Peines Lehrwart.

Für heiße Diskussionen sorgte ein Fall aus England, bei dem ein Wasserball-Werbeartikel Einfluss auf das Spiel nahm. Der Schuss eines Stürmers wurde von dem platten Plastikball nämlich abgefälscht und schlug im Tor ein. Der Treffer zählt, erläuterte Leon Rühling. Denn: „Wir sollen bei solchen Einflüssen von Außen nur noch abpfeifen, wenn ein Verteidiger im Laufweg irritiert wird oder durch den Gegenstand daran gehindert wird, den Ball zu spielen oder abzublocken.“

„Dass die Irritation des Torwarts nicht zählt, dürfte nach Außen nur schwer zu vermitteln sein“, befürchtete dagegen der Eixer Spieler Lucas Barisch, der einst selbst als Schiri im Einsatz war.

In anderthalb Stunden hatten die Vereinsvertreter vom TSV Marathon Peine, aus Woltorf, Eixe, Bülten, Wedtlenstedt, Adenstedt und Gadenstedt das Wichtigste mit in ihren Klub genommen. Zum Beispiel, dass Spieler Kopftücher tragen dürfen, aber keine Schritt- oder Pulsmesser, dass ein Spiel sofort beendet ist, wenn eine Mannschaft weniger als sieben Spieler hat, Gelbe und Rote Karten schon vor Spielbeginn verteilt werden können, Spieler auch in Socken Tore schießen dürfen, weil sie den verlorenen Schuh erst bei der nächsten Spielunterbrechung wieder anziehen müssen.

Und: Bei rotwürdigen Vergehen bei einer klaren Torchance soll vor einem Platzverweis mit Spielunterbrechung erst abgewartet werden, ob der Ball ins Tor geschossen wird.

Lucas Barisch begrüßte vor allem, dass Spieler nach einem Foul bei kleineren Wehwehchen nicht mehr zwangsläufig außerhalb des Spielfeldes behandelt werden müssen. „Das ist sinnvoll“, sagte er und verwies darauf, dass der andere Verein bisher sogar fürs Foul noch belohnt wurde und eine Zeit lang in Überzahl spielen durfte.

Der Adenstedter Uwe Johnigk bilanzierte allerdings auch: „Bei einigen Sachen fragte man sich schon, wer hat die Änderung auf die Tagesordnung gebracht. Das sofortige Ende bei weniger als sieben Spielern könnte vielleicht mutwillige Spielabbrüche heraufbeschwören“, befürchtete er.

Die Peiner Schiedsrichter büffelten die Regeländerungen bereits in der Sommerpause in Eigeninitiative, der erste Lehrabend wird aber erst nach Saisonstart am Montag, 8. August, stattfinden. Deshalb appellierte Leon Rühling auch an die Vereine: „Seid nicht zu hart mit meinen Schiri-Kollegen am ersten Spieltag.“

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