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Eiskalt zum Titel - auch ohne Führerschein

Volleyball Eiskalt zum Titel - auch ohne Führerschein

Die letzten Sekunden vorm ersten Aufschlag gehören auch am Sonnabend wieder Berit Iwanowski. Im Mannschaftskreis schmettert die 17-jährige Kapitänin der VSG Stederdorf/Wipshausen III den Schlachtruf des Teams: "Wir begrüßen unseren Gegner mit einem kräftigen ..." - dann stimmen ihre Teamkolleginnen ein lautstarkes "Eiskalt!" an.

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Der Volleyball-Bezirksklassen-Meister: Die Spielerinnen der VSG Stederdorf/Wipshausen III haben sich mächtig gestreckt. Zum erfolgreichen Team gehören (von links) Lucie Storz, Berit Iwanowski, Sarah Schmitke, Svenja Conrad, Christin Wieder, Sarah Oppermann, Vivian Wagner, Fenja Rohrberg, Mareike Räth, Isabell Burbaß, Melanie Strauch, Lara Buchberger sowie Trainer Ulrich Herrmann.

Quelle: kn

Eiskalt - so haben sich die Volleyballerinnen der VSG III in der laufenden Saison präsentiert. Der Mannschaft, die nur aus Jugendlichen besteht, gelang im Liga-Betrieb der Erwachsenen der zweite Aufstieg in Folge.

Beim MTV Seesen können die Bezirksklassen-Volleyballerinnen der VSG Sonnabend ganz beruhigt bei ihrem Saisonfinale pritschen und baggern - im Meisterrennen sind sie mit 14 Siegen aus 15 Spielen nicht mehr einzuholen. Der Titel geht ans durchschnittlich jüngste Team der Liga. 15 bis 18 Jahre alt sind die Spielerinnen von Trainer Ulrich Herrmann. "Mit sieben Spielerinnen haben wir jüngst noch die U18-Landesmeisterschaft gespielt", erzählt der Coach stolz.

In der Liga hingegen müssen sich die VSG-Küken mit deutlich älteren Gegnerinnen messen. "Da stehen manchmal 300 Jahre Volleyball-Erfahrung auf der anderen Seite des Netzes", verdeutlicht Herrmann, der bei diesen Duellen ein Phänomen beobachtete. Von Schülerinnen und Azubis wollen sich die Älteren dann doch nicht so gerne bezwingen lassen. "Das weckt Reserven - aber auch bei uns", betont der Coach.

Das Erfolgsgeheimnis der VSG-Dritten sind neben einer ausgeglichen Leistungsdichte der Trainingseifer und der Teamgeist. Volleyball steht an erster Stelle. Mit einem Schmunzeln weist Kapitänin Berit Iwanowski auf die dann doch nicht ganz ernst gemeinte Devise des Teams hin: "Erst der Ball - dann das Leben."

Zweimal pro Woche trainieren die VSG-Talente. Coach Uli Herrmann hat leichtes Spiel. "Die Mädchen haben eine unglaubliche Selbstdisziplin. Sie sind Volleyball-verrückt", sagt der 47-Jährige. Was selbst bei Landesliga-Mannschaften eine Seltenheit ist, passiert bei seinem Team regelmäßig - alle 12 Spielerinnen sind beim Training in der Stederdorfer Konsumhalle, wollen ihr Spiel verbessern, zusammen Zeit verbringen. "Wir verstehen uns auch außerhalb des Volleyball-Platzes sehr gut. Viele kennen sich aus der Schule", sagt Berit Iwanowski, die die elfte Klasse des Ratsgymnasiums besucht.

Wenn Herbstferien sind, pochen sie und ihre Mannschaftskolleginnen nicht darauf, lange ausschlafen zu dürfen, sondern ins Trainingslager zu fahren. "Dreimal waren wir schon für eine ganze Woche in Paderborn. Die Eltern müssen mit ihren Urlaubsplanungen zurückstehen", verdeutlicht Herrmann, der das Team in beinaher exakter Zusammensetzung nun schon in der vierten Saison trainiert. Falls es der Maschinenbau-Ingenieur aus beruflichen Gründen mal nicht schafft, die Einheit zu leiten, übernehmen das FSJler und Co-Trainer Wiland Vollhardt und dessen Bruder Till eigenständig. Herrmann fehlt dann etwas: "Ein Freitagabend ohne Training ist wie Erdbeerkuchen ohne Sahne", vergleicht er.

Die sahnig-gute Saison wird die VSG-Dritte ausgelassen mit Essen und Musik feiern. Eingeladen sind dann auch die Eltern. "Denn auch die haben einen großen Anteil an unserem Erfolg", betont Herrmann und verweist unter anderem auf die Auswärtsspiele. Während die Gegnerinnen meist im eigenen Auto anreisen, haben längst nicht alle VSGerinnen schon einen Führerschein. "Aber ich habe keine Probleme, Fahrer zu finden", freut sich Herrmann.

cm

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