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Eintrachts Aufstieg wäre ein schönes Geschenk

Peiner "Sportrait" Eintrachts Aufstieg wäre ein schönes Geschenk

Der Chinese Liang Geliang erkämpfte sich sechs Tischtennis-Weltmeister-Titel in den 70er-Jahren. „Gut spielen konnte er ja, aber keinen Spargel essen“, weiß Kurt Meyer. Der Ehrenvorsitzende des Tischtennis-Kreisverbands hat bei seinem Einsatz für den Sport mit dem kleinen weißen Ball auch einige Schaukämpfe mit Nationalspielern ins Peiner Land geholt. Montag feiert der Münstedter seinen 80.Geburtstag.

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Kurt Meyer ist Ehrenvorsitzender des Tischtennis-Kreisverbands. Montag wird er 80.

E-Mails schreiben, im Internet surfen, Filme digitalisieren - wo sich andere Senioren nicht mehr herantrauen, da wird bei Kurt Meyer die Neugier geweckt. Der Münstedter, der seit mehr als 50 Jahren auch Fußball- und Tischtennis-Spielberichte für die Peiner Allgemeine Zeitung schreibt ist jung geblieben. „Der Sport, meine Frau Elfriede und unsere Reisen haben mich jung gehalten“, sagt der dienstälteste freie Mitarbeiter der PAZ.

Die Meyers bereisten alle fünf Kontinente. Jüngst erst waren sie mit dem größten Segelschiff der Welt auf dem Mittelmeer unterwegs. Mit Fotoapparat und Videokamera hält Kurt Meyer die Erlebnisse fest. Bei den Aufnahmen eines Urlaubs muss er noch immer staunen: Neuseeland. „Wir konnten Wale und Delphine beobachten, sind mit dem Hubschrauber zum höchsten Geysir geflogen“, schwärmt er.

Ähnlich blitzschnell wie die Geysire heißes Wasser in Fontänen ausspeien war Kurt Meyer als Fußballer. „Ich war zwar klein, aber schnell“, erinnert er sich an seine Zeit als Mittelstürmer beim TSV und Fußball-Stiefel, unter die sich die Spieler Gummipflöcke als Stollen genagelt hatten. Das klappte nicht immer perfekt. Die Nagelspitzen bohrten sich durch die Sohle durch. „Ich hatte oft blutige Füße“, schildert Meyer.

Zu seinem Geburtstag hat der ehemalige kaufmännische Angestellte der Ilseder Hütte und der Peiner Stahlwerke auch einen Fußball-Wunsch: Die Rückkehr seines Lieblingsklubs Eintracht Braunschweig in die 1. Liga. „Als Kind bin ich mit dem Fahrrad zu den Spielen gefahren. Von Münstedt in 49 Minuten zum Eintracht-Stadion war mein Rekord“, erzählt Meyer, dem vor allem Linksaußen Heinrich Ender imponierte. Die Eintracht guckt er jetzt im Fernsehen, Meyer hat ein Sky-Abo. „Ab und zu verfolge ich auch die englische Liga. In den Spielen der Bundesliga gibt es mir oft zu viel Pipifax. Da lassen sich Spieler fallen und markieren“, kritisiert er.

Auf Peines Fußballplätzen ist Kurt Meyer hingegen noch unterwegs. Er verfolgt die Spiele seines Enkels Daniel Kriete, der bis vor kurzem noch für Münstedt und jetzt für Adler Handorf stürmt. Noch so ein flinker Bursche.

Mehr auf Gefühl als auf Schnelligkeit kommt es beim Tischtennis an. 1955 gründete Meyer die Tischtennis-Abteilung im TSV Münstedt mit. Doch er schupfte und schmetterte nicht nur, er engagierte sich auch: Von 1966 bis 1990 führte er den Tischtennis-Kreisverband. Ende der 80er schlagen Deutschland und China auf Initiative des Kreisverbands in Groß Ilsede zum Ländervergleich auf. Die Doppel-Weltmeister Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner sind dabei - und Liang Geliang. Danach ging es zum Spargel-Essen ins Union-Klubheim. Nur mit dem weißen Stangengemüse kamen die Chinesen mit ihren Stäbchen überhaupt nicht zurecht. „Sie haben dann etwas anderes zu essen bekommen“, erinnert sich Rekord-Amtsinhaber Meyer. 34 Jahre Kreisvorsitzender - „Das ist in Niedersachsen unerreicht“, sagt er stolz.

Reden kann er ohne Manuskript. Aber bei seiner ersten Ansprache war er doch nervös. Sechs Stichwörter auf einer Zigarettenschachtel halfen ihm. Im TSV Münstedt arbeitet er im Vereinsvorstand mit, ist Tischtennis-Abteilungsleiter und holt Nationalteams aus der CSSR, Bulgarien oder Neuseeland nach Peine. Münstedts Mädchen sorgten in dieser Zeit für Furore, erkämpften sie doch die Niedersachsenmeisterschaft und führten die Damen-Mannschaft später bis in die Regionalliga Nord. „Für so ein kleines Nest eine unglaubliche Leistung“, findet Meyer noch immer.

Apropos Münstedt: Hier fühlt sich Kurt Meyer wohl, wohnt mit seiner Frau und der Familie einer seiner beiden Töchter unter einem Dach. Ab und zu guckt er bei den Tischtennis-Damen des TSV vorbei, die immerhin noch in der Landesliga spielen. „Münstedt ist meine Lebensgrundlage. Hier habe ich meine Familie, meine Freunde, meine Verwandten“, betont Meyer.

Montag wird es deshalb voll werden in seinem Haus im Heckenweg. Seinen 80. Geburtstag hat Meyer zum „Tag der offenen Tür“ erklärt. „Ich freue mich über jeden Gratulanten, der kommt“, betont er. Zu erzählen gibt es viel.

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