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Eine Pferde-Dusche gegen die Affenhitze

Dressurtage in Woltorf Eine Pferde-Dusche gegen die Affenhitze

Mit Zylinder, aber kurzärmelig: Die Reiter bei den Woltorfer Dressurtagen durften sich gestern bei Temperaturen um die 37 Grad über Marsch-Erleichterung freuen. Sie brauchten bei der großen Hitze nicht im Reit-Sakko ins Viereck.

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Das tut gut: Reiterin Katrin Winter spritzt das Pferd „High Fidelty“ mit Wasser ab. Die Rechenstelle setzte auf einen Blumen-Ventilator.

Quelle: im

Geschwitzt haben sie trotzdem, da ging es ihnen nicht anders als ihren Pferden. „Doch den Tieren macht die Hitze weniger aus, als man glaubt. Für ein gut konditioniertes Pferd ist das gar kein Problem“, betonte Turnier-Organisator Johannes Lieberg.

Ein Wasser-Eis lutschen oder mal schnell in den Biergarten - so leicht wie wir Menschen können sich Pferde nicht abkühlen. Sie brauchen Hilfe. Viele Starter in Woltorf gönnten ihren Tieren gestern eine Abkühlung. Sie spritzten ihr Pferd nach getaner Arbeit mit einem Schlauch ab. „High Fidelity“ gefiel’s. Der siebenjährige Hannoveraner wurde von Katrin Winter nass gemacht. „Das kurbelt den Kreislauf bei den Tieren wieder an. Ganz wichtig ist es für das Herz, dass man unten anfängt und sich langsam nach oben vorarbeitet“, schilderte die selbstständige Dressurpferde-Ausbilderin, die für den Reit- und Fahrverein Braunschweig reitet.

Am Wassertank mit 1500 Litern Fassungsvermögen hielten die Pferde gestern häufiger als sonst ihr Maul in die Trinkvorrichtung. „Saufen lassen ist das A und O“, betonte Turnier-Chef Johannes Lieberg, der zudem darauf geachtet hatte möglichst viele schattige Plätze für Besucher und Tiere anbieten zu können. Mehrere Zelte wurden aufgebaut. Viele Reiter hatten zudem große Kanister mit eigenem Wasser mitgebracht. „Ihr gewohntes Wasser mögen die Pferde einfach lieber“, erläutert Katrin Winter. Da die Tiere bei der Hitze mehr schwitzen als üblich, mischt sie Mineralfutter zu den Mahlzeiten dazu.

Auch wenn es draußen heiß ist - aufgewärmt werden müssen die Pferde vor der Prüfung im Viereck trotzdem. Das ist wie bei einem Fußballer, der seine Muskulatur, Sehnen und Gelenke für den Wettkampf geschmeidig machen muss. „Nur überfordern sollte man die Tiere bei diesem Wetter nicht“, betonte die Reiterin. Viele ihrer Kollegen hatten sich mit Sonnencreme eingerieben, diesen Schutz haben die Pferde aufgrund ihres Fells nicht nötig. „Die brauchen dafür umso mehr Fliegenschutz bei dem Wetter“, merkte Katrin Winter an, „und das stinkt leider bestialisch“.

Apropos Fliegenschutz: Eine alte Sprühflasche hatten Marie Filipczak und Martina Brüser umfunktioniert. Die beiden Helfer aus der Rechenstelle hatten sie mit kühlem Wasser gefüllt und sich immer wieder damit benässt. Ihr Arbeitsplatz war in einem Pferdehänger, die Luft stand darin. „Das ist eine kleine Sauna“, sagte Marie Filipczak und wischte sich mit ihrem feuchten Handtuch übers Gesicht. Ein kleiner Ventilator in Form einer Blume kreiste im Dauerbetrieb und blies zumindest etwas Wind ins Gesicht.

Auf dem Richterwagen gab es derweil noch einen anderen Trick: Die Jury kühlte ihre Füße in Wassereimern.

  • Heute werden die Woltorfer Dressur-Tage mit einer Dressurprüfung der Klasse M*, die als Qualifikation zum Braunschweiger Amateur-Dressur-Championat gilt, fortgesetzt. Höhepunkt ist die S-Kür in der Abendsonne am Sonnabend ab 18.30 Uhr. In der schwersten Dressurprüfung wird um 750 Euro Preisgeld geritten.
  • Am Sonntag geht es ab 8.30 Uhr weiter.
  • Der Eintritt ist frei. Für Zuschauer werden Essen und Getränke angeboten.

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