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Eine Fußbank für den 1,70 Meter-SSV-Chef

100 Jahre SSV Stederdorf Eine Fußbank für den 1,70 Meter-SSV-Chef

Ein Hattrick kommt bei Fußballern gut an. Deshalb hat auch der SSV Stederdorf einen Dreierpack hingelegt. An drei Tagen hintereinander feierte der Klub. Erst seinen Kommers zum 100-jährigen Bestehen, dann eine SSV-Party mit vielen ehemaligen Spielern und noch einen Festgottesdienst. „Es war eine super runde Sache“, freute sich Vereinschef Jens Karrasch - auch wegen einer kleinen Fußbank.

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Wolfgang Behrens vom Kreissportbund Peine übergab ein Geldgeschenk und einen Zinnteller an Jens Karrasch.

Quelle: Ralf Büchler

Die hatte der 1,70 Meter große (kleine) Karrasch nämlich beim Festkommers von seinem Pendant vom MTV Stederdorf überreicht bekommen. Thorsten Beyer schenkte den in den jeweils zur Hälfte mit den Vereinsfarben rot und grün der beiden Klubs lackierten Tritt. Der SSV-Vorsitzende stieg gleich einmal auf. Ein Bild zum Schmunzeln. Denn fortan hatte er Beyers Größe, der als langer Handball-Kerl schließlich der perfekte Abwehrspieler der HSG Nord war. „Der Oliver Roggisch Stederdorfs sozusagen“, vergleicht Karrasch mit dem Handball-Nationalspieler. „Gemeinsam machen wir Stederdorf stark“ stand auf der Fußbank. Ist da etwa eine Fusion geplant. „Nein, derzeit nicht. Ich aber gehe stark davon aus, dass es innerhalb der nächsten 15 Jahre so kommt“, sagte Karrasch.

Nun aber genießt der SSV erst einmal seine Feiern zum 100-jährigen Bestehen. Beim Kommers standen Ehrungen im Mittelpunkt. Fußball-Kreisverbandschef Josef F. Hanke steckte vier ums Ehrenamt verdienten SSVern Ehrennadeln an. Werner Hartmann bekam die goldene Ehrennadel. 20 Jahre lang engagierte er sich als Kassenwart im SSV, betreute Jugendmannschaften und hatte großen Anteil an der jetzt erschienenen Festschrift. „Werner ist sehr akribisch und er weiß viel von früher“, lobt Karrasch.

Die silberne Ehrennadel erhielt Karrasch direkter Vorgänger als SSV-Vorsitzender, Wiethold Wojcieszek. Von 1997 bis 2005 führte er den Klub, in dem er als Spieler, vor allem als Torwart, alle Herrenteams durchlief und für eine Premiere sorgte. Er ist der einzige Klubchef der in seiner Amtszeit ein Spiel für die 1. Herren absolvierte.

Ebenfalls die silberne Ehrennadel erhielt Rolf Brandes, der als Spieler und Betreuer aktiv war und sich mit über 60 Jahren noch einmal in den Vorstand wählen ließ: Er ist nämlich derzeit Schriftführer.

Das Amt des Fußball-Obmanns hat Wolfgang Sckopp seit 2007 inne. Auch er erhielt die silberne Ehrennadel„Sckoppi trug maßgeblich dazu bei, dass unsere Ü40 1996 gegründet wurde“, betont Karrasch. Zudem war er als Spieler, Betreuer und Schiri aktiv.

Der Kommers war kurzweilig. Dazu trugen unter anderem die Sunny-Line-Dancer, die Cheerleader des TSV Essinghausen und der Spielmannszug des MTV Stederdorf mit ihren Auftritten bei. Aber auch einige Redner. Mit einer Anekdote brachte etwa Werner Hartmann die Gäste zum Lachen. Er erzählte von einer Rückfahrt von einem Auswärtsspiel einer Jugendmannschaft, die ihr erstes Punktspiel absolviert hatte. Auf der Rückbank fragte ein verdutzter Siebenjähriger: „Wann fahren wir denn jetzt endlich in die Kneipe?“

Schließlich habe er von seinen älteren Brüdern gehört, dass es nach dem Fußball immer in die Gastwirtschaft gehe. Über die Verbindung zwischen Sport und Glaube sprach Stederdorfs Pastor Ortwin Brand in seiner Gastrede. Und zwar so beeindruckend, dass ihn Kreisfußball-Chef Josef F. Hanke launisch am liebsten abgeworben hätte. „Er hat bei mir nachgefragt, was der Pastor wohl an Ablöse kostete“, verriet Karrasch mit einem Schmunzeln.

Locker zu ging es auch bei der SSV-Party im Gasthaus „Zur Sonne“. 150 Gäste waren gekommen. Ex-SSVer wie Reinhard Kellner, Hansi Knothe, Helmut Berkhoff oder Horst Kubitza schwelgten in Erinnerungen. „Walter Jubin war sogar extra aus Berlin angereist“, freute sich Karrasch über den Besuch des einstigen SSV-Kickers, der später auch bei Tasmania Berlin und Rapid Wien spielte. Zahlreiche Fotoalben seien am Abend gekreist.

Den Abschluss bildete ein Festgottesdienst in der St. Petrus Kirche, den Pastor Ortwin Brand unter das Motto „Immer am Ball bleiben ...“ gestellt hatte. Und am Ball bleiben wollen die SSVer auch.

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