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Ein paar Zentimeter höher kostet 2000 Euro

Leichtatlethik Ein paar Zentimeter höher kostet 2000 Euro

Mit seiner Meisterhöhe von 4,90 Meter wäre Stabhochsprung-Talent Robin Pieper in London Olympiasieger geworden - zumindest bei den Frauen.

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Robin Pieper

Quelle: kn

Nach seiner Deutschen U18-Meisterschaft peilt der 16-Jährige von der LG Peiner Land nun die Fünf-Meter-Marke und den Landesrekord an. Doch das kostet nicht nur zahlreiche Schweißperlen im Training sondern auch viel Geld. Für größere Höhen müssen neue Stäbe her.

Bis zu acht Stäbe hat Olympia-Silbermedaillengewinner Björn Otto bei Wettkämpfen im Gepäck. Alle länger als 4,60 Meter. Das entspricht etwa der Höhe von 23 gestapelten Härke-Bier-Kästen mit 0,33 Liter Flaschen. „Bei uns enden sie hingegen bei dieser Länge“, sagt Hartmut Hoefer, Leiter der LG Peiner Land. Höher als Robin Pieper war schließlich noch kein Peiner Leichtathlet geflogen.

Etwas mehr als 20 Stäbe befinden sich in Vereinsbesitz. Das Werkzeug der Könige der Lüfte ist teuer. Stäbe aus Carbon kosten 800 bis 1000 Euro, für die Fiberglas-Variante müssen immer noch 500 bis 600 Euro berappt werden. Doch damit der Deutsche Juniorenmeister Robin Pieper höher fliegt, müssen längere Stäbe her. „4,90 Meter oder 5Meter lang sollten die schon sein“, schildert der Gymnasiast aus Meinersen. Und da bei jedem Wettkampf auch das Wetter mitschwingt, sollten sich die Stäbe auch noch in ihrer Härte unterscheiden. Kälte und Hitze wirken sich auf die Biegsamkeit aus. „Drei verschieden harte Stäbe wollen wir anschaffen und müssen dafür potente Geldgeber suchen“, rechnet Hoefer mit Kosten von 2000 Euro.

Mit seinem 4,60 Meter langen Stab wird Robin Pieper den U18-Landesrekord von Christian Stahl (LT 85 Hannover) nur schwerlich knacken können. Der sprang die 5,11 Meter übrigens in Piepers Geburtsjahr 1995. Auch wenn der Bundeskader-Athlet in diesem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes einen riesen Leistungssprung von 4,25 Meter auf 4,90 Meter schaffte, gönnt er sich Zeit für die Umstellung auf einen neuen Stab. „Das ist ein Prozess, der durchaus bis zu zwei Jahre dauern kann. Auf den Landesrekord will ich mich nicht zu sehr verbeißen. Zweieinhalb Jahre Zeit habe ich dafür ja noch“, erläutert der Elftklässler.

Fünf- bis sechsmal pro Woche trainiert er, im Winter auch Turn-Einheiten. Stabhochspringer sind nämlich echte Akrobaten, ihr Sport gilt als der technisch schwierigste der Leichtathletik. „Ich bin ein absolut mieser Turner“, sieht Bundeskader-Athlet Pieper noch Steigerungspotenzial.

Das abrufen würde er gerne beim Stabhoch-Meeting der U23 in Leverkusen. Pieper hat aufgrund seiner starken Leistungen eine Einladung für den 25. August erhalten. Im Hauptwettkampf treten Stars wie Malte Mohr oder Björn Otto an. Pieper hofft, vielleicht mal ein paar Worte mit dem Silbermedaillen-Gewinner wechseln zu können. Und das aus einem besonderen Grund: Ein Arzt hat bei der Meinerser Leichtathletik-Hoffnung eine schmerzhafte Wachstumsstörung der Wirbelsäule erkannt. Jene Scheuermann-Krankheit, die im Winter 2001 auch bei Björn Otto diagnostiziert wurde. „Da würde ich schon gerne wissen, wie er es geschafft hat, trotzdem weiterzumachen“, sagt Pieper.

Derzeit zwickt es dem 16-Jährigen nicht mehr im Rücken, er absolviert fleißig Dehn- und Muskulaturübungen, die ein Physiotherapeut ihm empfohlen hat. „So lange es geht, will ich weiterspringen“, betont Pieper. Bis die neuen Stäbe da sind, weiterhin mit der 4,60-Meter-Variante. Doch auch diesen Stab zu Meisterschaften zu transportieren, ist gar nicht so einfach. LG-Trainer Helmward Möller befestigt die „Bohnenstangen“ auf dem Dach seines Autos und fährt sicherheitshalber etwas langsamer als sonst.

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