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Ein kleiner Uhu macht finnische Schüler fit

Sportentwicklung Ein kleiner Uhu macht finnische Schüler fit

Kniebeugen im Mathe-Unterricht sind in Heinola nichts ungewöhnliches. Die finnische Partnerstadt des Landkreises Peine darf sich seit 2006 Stadt des Gesundheitssports nennen. Und warum das so ist, erfuhr der Kreissportbund gestern eindrucksvoll bei einem dreistündigen Austausch mit finnischen Gästen, in dem auch ein Uhu eine interessante Rolle spielte.

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Die finnische Delegation aus Heinola zu Gast beim Kreissportbund.

Quelle: cm

In Heinola in der Nähe der finnischen Wintersportmetropole Lahti ist so einiges anders als im Peiner Land. „Für alle unter 18-Jährigen ist die Nutzung von Schwimmbädern oder die Mitgliedschaft in Sportvereinen zum Beispiel kostenlos“, berichte Stadtmitarbeiter Matti Nieminen, der in Heinolas Verwaltung für den Sport zuständig ist. Da staunten die Vertreter des Kreissportbunds, die stellvertretende Landrätin Doris Meyermann (Grüne) und Reiner Göldner vom Fachdienst Schule, Kultur und Sport des Landkreises Peine nicht schlecht. „Das ist ein interessanter Ansatz, über den man auch hier einmal laut nachdenken sollte“, sagte Kreissportbund-Chef Wilhelm Laaf.

Inspirationen für Peine - davon hatte Nieminen gleich eine ganze Reihe im Gepäck. Anhand einer Modell-Grundschule Heinolas erläuterte er, wie die Finnen versuchen, die Kinder mehr in Bewegung zu bringen. Denn Übergewicht bei Schülern - dieses Problem kennt man auch in Finnland. Die Modellschule mit 190Schülern und 15 Lehrern bindet deshalb verstärkt neue Medien in den Schulalltag ein. Es werden Lernprogramme genutzt, bei denen die Kinder mit Händen und Füßen etwas steuern müssen. Schüler lernen beim Geo-Caching, einer modernen Art der Schnitzeljagd, den Umgang mit Navigationsgeräten. „Orientierungslauf ist ein sehr beliebter Sport in Finnland“, erzählte Nieminen. Die bis zu 40 Minuten langen Schulpausen werden von Sportvereinen gestaltet und gezielt für Bewegung genutzt. Sogar Video-Sportspiel-Konsolen gibt es, die durch die Körperbewegungen der Kinder gesteuert werden. Und dann noch der Uhu! Jede Klasse hat eines dieser Stofftiere. Jeder Schüler ist ganz heiß darauf, den Uhu mit nach Hause nehmen zu dürfen. Wer ihn hat, muss in ein Tagebuch eintragen, welche Bewegungen er nach der Schule mit seinen Eltern unternommen hat. „Das ist ein Trick, um die Eltern zu gemeinsamen Unternehmungen mit ihren Kindern zu bewegen“, erläuterte Nieminen. Die viele Bewegung habe positive Effekte auf die Schüler. „Ihre Aufnahmefähigkeit ist höher geworden“, berichtete der Verwaltungsmitarbeiter von besseren Leistungen.

Vielleicht probieren sich die Kinder der finnischen Modellschule demnächst auch am Sportabzeichen. KSB-Mitarbeiterin Ramona Hübner stellte den begeisterten Gästen den Fitnessorden der Deutschen vor.

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Modellschule auch für Peine?

Wie man Sport für effektives Lernen nutzen kann, da ist man „bei Lösungsansätzen in Heinola schon weiter als in Peine“, stellte Doris Meyermann fest. Die stellvertretende Landrätin, die auch Vorsitzende des „Fördervereins Heinola“ ist, regte daher einen Lehrer-Austausch an.

Kreissportbund-Chef Laaf kann sich eine Modellschule wie in Heinola oder zumindest Modellklassen auch in Peine vorstellen. „Wir dürfen nicht nur zuhören, wir müssen auch anfangen nachzudenken“, betonte Laaf, der die gute Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen für elementar wichtig hält, um dem Bewegungsmangel bei Kindern vorzubeugen. Laaf unterstrich: „Der Kreissportbund sagt seine Unterstützung zu, jetzt kann ich an Politik und Schulträger nur appellieren: Handelt!“cm

Hintergrund

Eishockey ist die Sportart Nummer eins in Heinola. Entsprechend gebannt verfolgen auch Matti Nieminen und Petri Määttä, Vorsitzender des Ausschusses für Sport und Bewegung der finnischen Partnerstadt des Landkreises Peine, derzeit die Weltmeisterschaft, die ihr Heimatland gemeinsam mit Schweden ausrichtet. „Wir haben selbstverständlich große Hoffnung, dass die Finnen ihren Titel verteidigen, aber vor allem Kanada könnte stärker sein“, sagt Määttä. Und falls ihr Nationalteam den Einzug ins Finale verpassen sollte, wünschen sich die Finnen vor allem eines: „Dass Schweden nicht Weltmeister wird“, verweist Nieminen mit einem Schmunzeln auf die Rivalität der Nachbarn.

Sport hat in Heinola große Bedeutung. Rund 200 Kilometer markierte Wander- und Sportpfade zum Beispiel zum Ski-Langlauf gibt es rund um die finnische Stadt. Das Sportinstitut Vierumäki ist das vielseitigste Sportausbildungszentrum Finnlands. Nach Eishockey sind Uni-Hockey, Fußball und Schwimmen die beliebtesten Sportarten in Heinola.

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