Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Ein fieses Käsebrötchen und viel Gänsehaut

Ironman-Triathlon in Roth Ein fieses Käsebrötchen und viel Gänsehaut

Fünf Groß Lafferder meistern die Ironman-Distanz in Roth. Vier bleiben sogar klar unter 12 Stunden. Darunter auch Peines Ex-Polizei-Chef Thomas Bodendiek.

Voriger Artikel
Start für neue Mannschaften: Gadenstedt, Neubrück, Duttenstedt und Sierße-Wahle legen los
Nächster Artikel
„Künstler“ Matti lässt SSV-F-Jugend jubeln

Tragen stolz die Finisher-Shirts: Thomas Eine (von li.), Ramon Wunsch, Thomas Bodendiek und André Sachtleben. Es fehlt Carsten Graf.

Jetzt kann er auch selber mal wieder Rasen mähen: Dass der Groß Lafferder Thomas Eine es beim Triathlon-Spektakel in Roth ins Ziel geschafft hat, hat er auch seiner Familie zu verdanken. Acht Monate hat der 48-Jährige sich auf das Sport-Ereignis vorbereitet, und sich von den Hausarbeiten ferngehalten, den Rasen mähte sein Sohn. Mit Erfolg: Thomas Eine und auch alle anderen vier Starter von Teutonia Groß Lafferde haben es geschafft: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dann noch einen Marathon von 42,195 Kilometer laufen.

Den Zieleinlauf im Stadion wird Thomas Eine so schnell nicht vergessen. Er kriegt noch heute Gänsehaut, wenn er daran denkt. Es ist schon dunkel, weil der 48-Jährige sich erst mit Magenproblemen und dann mit Schmerzen im linken Bein über die Marathon-Distanz quält. Doch die 15000 Zuschauer feuern den 2437. fast noch genauso lautstark an wie den Sieger. „Auf den letzten 200 Meter waren die Schmerzen wie weggeblasen, der Zieleinlauf war phänomenal“, schwärmt Thomas Eine über den krönenden Abschluss seiner Marathon-Langdistanz-Premiere. Der Elektro-Ingenieur ist jetzt auch ein Ironman.

Die 3,8 Kilometer durch den Main-Donau-Kanal kraulte er in 1:23 Stunden. Die 180 Kilometer auf dem Rad strampelte er in 6:29:36 Stunden. Doch dann wurde ihm ein Käse-Brötchen zum Verhängnis. „Ich habe zu viel gegessen und massive Magenschmerzen bekommen“, erläutert der Geschäftsführer des SV Teutonia Groß Lafferde wie seine Qualen auf der Marathon-Distanz begannen. Nach zehn Kilometern gesellten sich noch Schmerzen im linken Bein dazu. Die Strecke zog sich hin wie eine Lanz-Wetten-dass-Sendung.

Ans Aufgeben dachte Eine dennoch nie. „Dafür habe ich doch nicht 10 bis 15 Stunden pro Woche trainiert und ein Trainingslager auf Mallorca mit meinen Vereinskameraden absolviert“, betonte er. Sein Kampfgeist wurde mit Gänsehaut belohnt. Allerdings auch mit einer anderen Erinnerung: „Ich hatte zehn Tage lang den fiesesten Muskelkater meines Lebens.“ Nach 14:16,09 Stunden erreichte Eine, der auch Trainer der Lafferder Tritonen ist, das Ziel.

Seine Schützlinge waren sogar schneller: Alle vier wuppten die Langdistanz deutlich unter 12 Stunden. Schnellster Groß Lafferder Triathlet war Carsten Graf, der die Strecke in 11:16,27 Stunden meisterte. „Das war ein Top-Wettkampf. Carsten hat bei seiner ersten Langdistanz gleich von vorne bis hinten alle Sollwerte erfüllt. Vor allem über seine starke Laufleistung habe ich mich gefreut“, lobte Coach Eine. Den Marathon flog Graf regelrecht in 3:57,17 Stunden.

Knapp dahinter kämpfte sich Ramon Wunsch ins Ziel. Nur 11:25,13 Stunden hatte er benötigt, obwohl er noch eine Langdistanz in den Beinen hatte, die erst wenige Wochen her war. Vor allem im Schwimmen und Radfahren war es nach Maß gelaufen.

Groß Lafferdes Youngster André Sachtleben finishte in 11:46,52 Stunden. „Hut ab“, lobte Trainer Eine den 25-Jährigen und erinnerte dabei an dessen Anfänge. „André hat erst vor zwei Jahren Kraulschwimmen gelernt. Jetzt gehört er schon zu den besten Schwimmern bei uns.“ In 1:09,51 Stunden lieferte er auch die beste Lafferder Schwimmzeit ab.

Fast schneller als die Polizei erlaubt war auch Thomas Bodendiek. Peines einstiger Polizei-Chef, der derzeit im Innenministerium in Hannover arbeitet, bewältigte sein zweites Roth-Abenteuer in 11:52,55 Stunden. „Ich bin Thomas beim Wendepunkt im Laufen begegnet. Unser Langer sah noch so gut aus, ich habe gewusst, dass er einen extrem guten Lauf hinlegen wird“, lobte Eine seinen 1,96 Meter großen Klubkollegen. Trotz seiner beruflichen Veränderung habe er noch reichlich Körner gehabt und den gesamten Triathlon regelrecht genossen. Wer das nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen am Stück noch von sich behaupten kann, muss wirklich fit sein...

cm

Info

Die Zeiten der Lafferder Tri-Tonen:

Carsten Graf: 11:16,27 Stunden (Schwimmen 1:15,16 Stunden, 5:52,41 Rad, 3:57,17 Marathon). Platz 232 in der Altersklasse 45.

Ramon Wunsch: 11:25,13 Stunden (1:18,03 Schwimmen, 5:44,32 Radfahren, 4:15,57 Marathon). Platz 310 in der AK 40.

André Sachtleben: 11:46,52 Stunden (1:09,51 Schwimmen, 5:48,42 Rad, 4:33,37 Marathon). Platz 129 in der AK 25.

Thomas Bodendiek: 11:52,55 Stunden (1:20,34 Schwimmen, 5:52,57 Rad, 4:27,17 Marathon). Platz 339 in der AK 45.

Thomas Eine: 14:16,09 Stunden (1:23,00 Schwimmen, 6:29,36 Rad, 6:11,13 Marathon). Platz 536 in der AK 45.

Voriger Artikel
Nächster Artikel