Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Ein 42,94 Kilometer langes Geschenk

Leichtathletik Ein 42,94 Kilometer langes Geschenk

Ralf Schareina aus Abbensen meisterte den Tokio-Marathon. Das Sport-Spektakel hatte er sich zum 50. Geburtstag gegönnt. Und im Ziel stellte er erstaunt fest - das Rennen hatte sogar Überlänge. Nur Boston fehlt dem Triathleten der Peiner Tri-Speedys in der Majors-Serie nun noch.

Voriger Artikel
Ein Uralt-Kreisrekord und die Vier-Meter-Marke fallen
Nächster Artikel
Burgschüler lösen Ticket für das Schach-Bundesfinale

Ralf Schareina zeigt stolz seine Startnummer des Tokio-Marathons. Seine Frau Juliane begleitete ihn zum Rennen in Japans Hauptstadt.

Quelle: privat

Wer einen Marathon schaffen will, muss sich schon vorher quälen. 728 Laufkilometer in 64 Stunden verteilt auf drei Monate hat Ralf Schareina bei seinem intensivem Training abgerissen. Das entspricht in etwa der Strecke von Peine bis ins oberbayrische Garmisch-Partenkirchen. Der Fleiß hat sich ausgezahlt: Der Abbensener Ausdauer-Sportler aus dem Triathlon-Landesliga-Team der Tri-Speedys hat den Tokio-Marathon gemeistert - in 3:46:22 Stunden. „Damit war ich sehr zufrieden“, bilanzierte Schareina.

Den Lauf durch Japans Hauptstadt gönnte er sich aus zwei besonderen Anlässen: Zu seinem 50. Geburtstag im August ließ sich Ralf Schareina Reisegeld für den Ausflug nach Fern-Ost schenken. Und: Der Marathon in Tokio fehlte ihm noch in der Serie World-Marathon-Majors. Sie setzt sich aus den sechs weltweit größten Marathonläufen in London, Berlin, New York, Chicago, Tokio und Boston zusammen. Fünf Läufe hat Schareina geschafft, ihm fehlt nun nur noch Boston in seiner Sammlung. Was ihm nicht fehlt, ist Ehrgeiz. „Es ist sicher, dass ich die Serie komplettieren werde“, betonte der Abbensener.

Freunde hätten ihn teilweise zwar für verrückt erklärt, für nur fünf Tage fast ans andere Ende der Welt in eine völlig fremde Kultur zu reisen. Doch für ihn und seine Frau Juliane habe es sich gelohnt, eine Zeitumstellung von acht Stunden auf sich zu nehmen. „Wir waren schnell fasziniert von der Liebenswürdigkeit der Menschen in Tokio. Beeindruckt hat uns der respektvolle und stets hilfsbereite Umgang“, merkte der Tri-Speedy an.

Vorm Marathon-Lauf absolvierte Schareina den Sightseeing-Marathon. Über Tokio aus der Vogelperspektive staunte er auf dem Rathaus in Shinjuku. „Schwindelfrei sollte man schon sein, um mit einem Expressaufzug vom Erdgeschoss in den 45. Stock zu fahren“, stellte der Ausdauer-Sportler fest. Beeindruckt war er auch von Tokios Fischmarkt. „Nirgendwo auf der Welt wird täglich mehr Fisch gehandelt und gibt es Sushi frischer und leckerer“, sagte er.

Kaiserpalast, feierlicher Meiji-Schrein, Tempelanlagen und auch den Tokio-Tower besichtigten die Abbensener noch. Lahme Beine hatte Ralf Schareina deshalb beim Marathon aber nicht: Im Feld der 36.000 Läufer ließ er sich von der tollen Kulisse mitreißen. „An den Straßen unterstützten circa 1,6 Millionen Zuschauer die Athleten teilweise frenetisch“, schilderte Schareina. Zahlreiche Bands spielten live in den Straßen und machten den Athleten Beine. „Zu laufen, hat einfach Spaß gemacht, es hat alles gestimmt. Auch die Versorgung mit Getränken, Obst und Gels war sehr gut“, lobte Schareina.

Seine Frau Juliane feuerte ihn an der Laufstrecke an verschiedenen Stellen an. „Janne hat mich mental unterstützt“, lobte der Tri-Speedy, der im Ziel erstaunt auf seine GPS-Uhr guckte. Sie zeigte nämlich sogar eine Laufstrecke von 42,94 Kilometer an - und damit 745 Meter mehr als ein Marathon eigentlich lang ist. „Auch andere Läufer bestätigten, dass wir wohl knapp 43 Kilometer gelaufen sind“, sagte Schareina. Sein Geburtstagsgeschenk hatte also sogar Überlänge.

cm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport in Peine