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Double-Jubel nach kurzem Zittern

Volksbank-Peine-Kreispokal Double-Jubel nach kurzem Zittern

Vechelde besiegt in einem rassigen Finale Broistedt mit 3:1. Michael Jarzombek trug mit einer bärenstarken Leistung maßgeblich dazu bei.

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Fußball-Kreis-Chef Josef F. Hanke (beige Jacke) und Daniel Dormeyer von Sponsor Volksbank überreichten Pokal und Scheck an die Vechelder.

Quelle: Isabell Massel

Von Christian Meyer

Diese 1000 Euro Taschengeld für ihre Mannschaftsfahrt am Mittwoch nach Mallorca waren hart erkämpft. Bis in die Schlussminuten eines mitreißenden Pokalfinales mit vielen Ah-und-Oh-Augenblicken versuchten die Kreisliga-Fußballer von Außenseiter Pfeil Broistedt selbst auf letzter Rille laufend noch alles, um für Kreismeister Vechelde den Double-Verderber zu spielen. Doch am Ende verdarben die Arminen dem scheidenden Pfeile-Coach Frank Langemann das ersehnte Happy End mit Pott. Als der überragende Vechelder Michael Jarzombek seine starke Leistung mit dem 3:1 in der Nachspielzeit krönte, holten die Arminen ihre Pokal-Sieger-Shirts raus und die Fans sangen: „Die Nummer eins, die Nummer eins im Kreis sind wir!“

Arminia Vechelde - FC Pfeil Broistedt 3:1 (1:1). Spannung bis zur letzten Minute, Pfosten- und Lattentreffer, nicht gegebene Tore, Glanzparaden, umstrittene Schiri-Entscheidungen - die emotionalen 90 Minuten auf dem Schwicheldter Sportplatz waren die 2,50 Euro Eintritt wert. Rund 400 Zuschauer sahen nach dem 5:0-Vorjahres-Langeweiler von Teutonia Groß Lafferde gegen den VfL Woltorf diesmal einen rassigen Pokalfight mit einem mutigen Außenseiter, dem nach Abpfiff auch Arminia-Coach Thomas Mühl indirekt Respekt zollte. „Uns war klar, dass die Broistedter sich hart wehren werden, aber solche Spiele sind doch viel schöner als deutliche Siege“, sagte er.

Dass die Vechelder erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den Kreispokal gewannen, daran hatte Stürmer Michael Jarzombek großen Anteil. Raumöffnende Pässe, schöne Dribblings, gefährliche Freistöße, viele Tor-Abschlüsse - Arminias Nummer 16 drehte auf. „Er braucht solche großen Spiele, das hat man gemerkt“, gratulierte Mühl seinem Schützling, der das erlösende 3:1 in der Nachspielzeit schoss, als er nach einem zu kurzen Broistedter Rückpass erfolgreich nachgesetzt hatte.

Das erste Tor jedoch war den Pfeilen gelungen. Eine ekelige Flanken-Bogenlampe konnte Vecheldes Keeper Tim Steinert nicht klären, Pfeile-Stürmer Richy Skoczylas roch den Braten und köpfte zum 1:0 ein (15.). Ein echter Wirkungstreffer war das jedoch nicht. Noch mitten in den Pfeile-Fan-Jubel rauschte Adrian Mühl heran und schoss im direkten Gegenzug das 1:1 (16.). Der Arminia-Lenker hatte eine Flanke mit dem Außenrist perfekt abgenommen.

Bis zur Pause lieferten sich die Teams danach ein munteres Hin-und-Her mit leichten Chancenvorteilen für die Vechelder. Doch die beste Möglichkeit hatten zunächst die Broistedter: Richy Skoczylas bestrafte fast noch einen zweiten Wackler von Arminia-Keeper Steinert, der nach einer Flanke zwar schon „Torwart“ rief, dennoch war Skoczylas früher am Ball. Die Latte rettete für Steinert.

Nach der Pause kontrollierten die Vechelder die Partie zusehends. Doch mit großem Kampf und Engagement hielten die Pfeile dagegen, rannten, bis die Wadenkrämpfe kamen. Zudem zeigte Keeper Alexander Pohl starke Paraden, etwa als er einen Jarzombek-Freistoß aus dem Winkel hechtete (75.). Immer häufiger brannte es nach Flankenbällen der Vechelder im Broistedter Strafraum, und in Minute 85 war auch Pfeile-Keeper Pohl dann chancenlos. Eine feine Hereingabe von Lukas Winter drückte Niclas Fritz zum 2:1 für Vechelde über die Linie. Ausgerechnet Fritz, der Joker! Der verlässt die Arminia am Saisonende und kehrt zum TSV Sonnenberg zurück. „Fünf Minuten vorher habe ich zu ihm noch gesagt, wir brauchen noch eine gute Aktion - und die hat er dann gebracht. Das freut mich für ihn, weil er sich bis zum Schluss für diese Mannschaft noch toll reingehauen hat“, lobte Arminia-Coach Mühl.

Der Todesstoß für die Pfeile war das jedoch noch nicht, sie rappelten sich noch einmal auf und jubelten sogar noch über den vermeintlichen Ausgleich (89.). Doch sehr zum Ärger der Pfeile gab Schiri Axel Dickfoß-Rühling das Tor nicht, weil der eingewechselte Börge Warzecha bei seinem Kopfball auf der Torlinie im Abseits gestanden haben soll. Einige Broistedter beteuerten jedoch, Warzecha habe die Bogenlampe gar nicht mehr berührt. Ein 2:2 hätte das Elfmeterschießen bedeutet - und darin sind die Pfeile echte Experten, gewannen sie doch schon Viertel- und Halbfinale vom Punkt. Aber alles Reklamieren half nichts mehr - die Pfeile waren geschlagen.

Coach Frank Langemann gratulierte seinem Team trotzdem: „Ihr wart nah dran, ihr könnt richtig stolz auf euch sein!“, rief er den Spielern im Kreis zu. Seine Bilanz: „Wir haben die Partie lange offen gehalten, ich kann keinem einen Vorwurf machen, alle haben geackert und gekämpft. Am Ende hat sich die Schlinge aber immer weiter zugezogen, auch weil wir nicht mehr so gut nachwechseln konnten.“

Für Thomas Mühl war der Double-Jubel verdient. Denn: „Wir hatten uns die besseren Chancen herausgespielt.“

Spiel-Statistik

Arm. Vechelde: Steinert – Scharenberg, Bock, Gerloff, A. Mühl, Staats, Wagner, Winter, Kornmann, Puchalowitz, Jarzombek. Eingewechselt: Brandau, Fritz, ?M. Mühl. FC Pfeil Broistedt: Pohl – Kotzke, Büttner, Serbetci, Voss, Bräunig, Kudlek, Cinar, Skoczylas, Hornich, Sieber.?Eingewechselt: Albayrak, Kock, Warzecha. Tore: 0:1 Skoczylas (15.), 1:1 A. Mühl (16.), 2:1 Fritz (85.), 3:1 Jarzombek (90.+2).?Besonderes: Gelb-Rot für Broistedts Kotzke (90.). Zuschauer: 400. Schiri: Axel Dickfoß-Rühling.

Stimmen zum Spiel

- Niclas Fritz: (Vecheldes Torschütze zum 2:1): „Das Tor war ein Wahnsinnsgefühl, aber so einen Treffer schießt du nicht alleine, sondern nur mit der ganzen Mannschaft. Der Sieg war mehr als verdient, denn wir haben nach der Pause gedrückt und gedrückt. Für mich ist das natürlich ein genialer Abschied.“

- Dennis Büttner (Broistedts Abwehrchef): „Die Zuschauer haben ein tolles Spiel auf Augenhöhe gesehen, wir haben kämpferisch dagegenge- halten. Was den Schiri geritten hat, Abseits zu pfeifen, weiß ich auch nicht. Börge Warzecha war gar nicht mehr am Ball. Jetzt werden wir Frank Langemann trotzdem noch einen schönen Abschied bescheren, er hat nämlich einen super Job gemacht.“

- Joachim Melzer (Arminia-Fußball-Abteilungsleiter): „So etwas kannst du nicht toppen. Wir wussten, dass wir oben mitspielen, aber dass es so souverän läuft und wir sogar das Double holen, hätten wir nicht gedacht. Ich ziehe den Hut vor der Mannschaft.“

- Michael Jarzombek (Vecheldes Torschütze zum 3:1): „Moral und Teamgeist waren entscheidend bei uns. Obwohl selbst im Spiel noch wichtige Spieler ausgefallen sind, haben wir die Partie bestimmt. Erwähnen möchte ich aber auch, dass Broistedts Torwart überragend gehalten hat.“

- Lars Sieber (Broistedts starker Sechser): „Kämpferisch waren wir 1a, wir haben gezeigt, dass wir ein Team sind. Am Ende hat vielleicht Vecheldes Erfahrung gesiegt. Ein anderer Knackpunkt war, dass unser Abwehr-Turm Dennis Büttner verletzt rausmusste.“

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