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Diese F-Junioren regeln alles ohne Schiri

Fair-Play-Liga Diese F-Junioren regeln alles ohne Schiri

Da fehlt doch wer. Nö, fehlt doch keiner. Fußball ohne Schiedsrichter - dass das nicht nur auf dem Schulhof und auf dem Bolzplatz gutgehen kann, bewiesen jetzt sechs F-Jugend-Teams. Für wen es Eckball oder Einwurf gibt und ob das gerade ein Foul war, regelten die Kleinen selbst.

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Ihr habt den Ball: Die Essinghausener (blau-gelb) und die Stederdorfer einigten sich auf den Anstoß.

Quelle: rb

Bei einem Demo-Turnier auf dem Stederdorfer Sportplatz, zeigten Gastgeber SSV Stederdorf II, die JSG Rosenthal/Schwicheldt II, der TSV Essinghausen II, die JSG Oberg, der BSC Bülten und der SV Lengede II wie das so läuft in ihrer Fair-Play-Liga, die nach den Osterferien startet.

Eduard Dell ist Stürmer beim SSV und oft für den Anstoß zuständig. Nur beim Demo-Turnier in Stederdorf konnte er sich nicht richtig dazu überwinden, den Ball mit einem sanften Tritt ins Rollen zu bringen. Der Achtjährige kennt sich schließlich aus mit Fußball-Regeln. „Na, ich habe auf den Pfiff gewartet“, erläuterte er seinem Trainer Jens Karrasch. Einen Pfiff zum Spielstart gab es jedoch ausnahmsweise nicht. Die F-Junioren gingen ohne Schiedsrichter auf Torejagd. „Ich war ja skeptisch, aber die Kleinen haben mich positiv überrascht, wie sie das alles gemanagt haben“, bilanzierte Andrea Schrul, Betreuerin der F-Jugend-Kicker der JSG Rosenthal/Schwicheldt. „Nicht ein einziges Mal wurde gestritten“, freute sich Detlef Fließ. Er ist Mitglied des Jugendausschusses des Fußball-Kreisverbands, der sich für die Fair-Play-Liga als Pilotprojekt stark gemacht hat.

Dass die Kinder selber über Abstöße oder Eckbälle entschieden, war nicht der einzige Unterschied zu einem üblichen Fußball-Spiel. Die Teams liefen zu jedem Spiel gemeinsam auf den Platz, die Nachwuchskicker klatschten sich vor und nach der Partie ab und eröffneten die Spiele mit einem Anstoß zum Gegner. Die Trainer beider Mannschaften standen in einer gemeinsamen Betreuer-Zone und sollten nur wenige Anweisungen geben. Und besserwissende Vätern und zeternde Mütter konnten die Kinder auch nicht stören. Denn: Die Zuschauer verfolgen die Spiele in einem abgetrennten Bereich 15 Meter entfernt vom Spielfeld.

Spaß rauf, Emotionen runter lautet das Motto der Fair-Play-Liga. „Ich find das Projekt vom Grundsatz her gut, das erinnerte mich an frühere Zeiten auf dem Bolzplatz“, bilanzierte Stederdorfs Coach Jens Karrasch. Auffällig sei gewesen, dass Kinder, die schon selbstbewusster sind, ihren Vorteil nicht eiskalt ausnutzen. „Nein, sie haben Verantwortung übernommen und gesagt: Ihr habt Eckball“, stellte Karrasch erfreut fest.

„Es ist ein gutes Projekt“, findet JSG-Betreuerin Andrea Schrul, „aber ich bin auch gespannt, wie es wird, wenn es dann um Punkte geht.“ Und: Einigen sei es wegen des abgetrennten Zuschauerbereichs schon zu ruhig gewesen. „Es fehlte irgendwie die Fußball-Stimmung“, sagte die Rosenthalerin.

Das war auch Detlef Fließ aufgefallen. Deshalb stellt er klar: Jubeln, auch gerne laut, ist erlaubt. Nur: „Diese Zwischenrufe von Eltern am Spielfeldrand wollen wir nicht haben.“

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