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Die LG lädt ihren Gold-Helden ein

Vom Zehnkämpfer zum Bob-Doppelweltmeister Die LG lädt ihren Gold-Helden ein

Was macht ein Doppel-Weltmeister am Tag nach seinem größten Erfolg? „Wäsche waschen“, sagt Thorsten Margis und muss selber lachen. „Mittwochmittag geht es weiter nach Südkorea“, erzählt der in Adenstedt aufgewachsene 1,92 Meter Hüne. In Pyeongchang steht der letzte Bob-Weltcup der Saison bevor.

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Das Archivfoto zeigt Margis als 10-Jährigen bei der Kreismeisterschaft in Vöhrum im Sprint.

Quelle: Kim Neumann

Halle. Rund 60 Glückwunsch-Nachrichten auf seinem Handy sind beantwortet, der Bart von Anschieber-Kollege Martin Grothkopp abrasiert, die Gold-Party gefeiert, der Schlitten im Container verstaut. Jetzt muss sich der Bob-Anschieber-Held und frühere Zehnkämpfer der LG Peiner Land schon auf das nächste Abenteuer vorbereiten. Die Bahn in Pyeongchang ist nicht irgendeine Bahn, hier fahren 2018 die Bob-Asse ihren Olympia-Sieger aus. „Die WM war super, das Rennen im Vierer war völlig wahnsinnig - aber eigentlich zählt nur die kommende Olympia-Saison“, sagt Margis. Das WM-Doppel-Gold hat Selbstvertrauen gebracht, doch die Beine hochlegen kann das Team um Pilot Francesco Friedrich jetzt nicht. „Die Dominanz im Zweier wollen wir bewahren. Im Vierer gibt es das nicht. Aber wir haben auf einer Bahn gewonnen, die Pilot Franz eigentlich nicht liegt. Und wenn wir es da schaffen, können wir es überall schaffen“, betont Margis.

Seine früheren Klubkollegen der LG Peiner Land drücken die Daumen für die Olympischen Spiele. Früher lieferten sie sich Tempoläufe auf der Tartanbahn, inzwischen ist Steffen Knoblauch stellvertretender Vorsitzender der LG Peiner Land und verfolgt interessiert die Bob-Erfolgsgeschichte von Thorsten Margis. „Das freut uns und macht uns schon stolz, dass in diesem Zusammenhang auch oft unser Vereinsname genannt wird.“ Vor Ehrgeiz gebrannt habe der Doppel-Weltmeister schon früher. „Highlights im Training waren die Aufwärmspiele donnerstags im Hockey. Da haben wir einige Gefechte ausgetragen. Thorsten war super zielstrebig und verlieren nicht seine Sache. Aber das ist ja positiv für einen Sportler“, verrät Knoblauch.

Als er erstmals vom Wechsel des Ex-LG-Zehnkämpfers zum Bobsport gehört hatte, „war ich schon überrascht, aber ich hatte mal mitbekommen, dass auch im Leistungszentrum in Hannover immer wieder Sprinter angeworben werden. Und Körper, Kraft und Masse - das passte bei Thorsten ja perfekt“, sagt Knoblauch. Der LG-Vize plant nun, den Doppel-Weltmeister zu einer Kinder-Leichtathletik-Veranstaltung seines Ex-Vereins einzuladen - den beliebten Zwergenspielen. „Das wäre stark und ein Highlight für unsere Kinder - da könnte man vielleicht sogar eine Autogrammstunde einrichten.“

Glückwünsche zum WM-Gold-Doppelpack richtet auch Thorsten Margis‘ früherer LG-Trainingspartner Constantin Wiedenroth aus. Auffällig seien nicht nur dessen starke Leistungen im Bereich Wurf und Sprint gewesen. „Mir ist vor allem in Erinnerung, wie ehrgeizig Thorsten war. Er hat sehr an sich gearbeitet und war sehr emotional“, erzählt Wiedenroth, der gerade sein Maschinenbau-Studium in Darmstadt erfolgreich beendet hat.

Als Thorsten Margis im Juli 2008 als Vierter ein sensationelles WM-Debüt der U20-Zehnkämpfer gelang, war Herbert Schrader noch Leiter der LG Peiner Land. Auch er verfolgt den Werdegang des früheren Groß Ilseder Gymnasiasten gespannt. „Doppel-Weltmeister im Bob - das ist ein tolles Ergebnis und auch für uns besonders, weil der Grundstein der Trainingsarbeit im Landkreis Peine und an der Schule in Groß Ilsede liegt“, sagt Schrader. Der Lehrer und Trainer Siegfried Mildner habe Thorsten Margis für die Leichtathletik begeistert und Trainer Helmward Möller schliff den Rohdiamanten. „Thorsten war schon immer schnell, kräftig, dynamisch und ehrgeizig. Aber eine wichtige Grundlage für seinen Erfolg war auch, dass seine Eltern den Sport so unterstützt haben, so oft wie sie aus Adenstedt nach Edemissen gefahren sind“, betont Schrader.

Eine Riesen-Überraschung war es für den Ex-LG-Leiter übrigens nicht, dass Margis vom Bobsport abgeworben wurde. „Viele Anschieber sind ehemalige Leichtathleten. Fast hätten wir sogar noch einen Bob-Anschieber von der LG Peiner Land gehabt. Unser Deutscher Schüler-Mehrkampfmeister Rouven Schmidt hat auch schon mal Testfahrten absolviert“, weiß Schrader.

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