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„Die Auswechslung kam zu früh“

Das Ehrenmitglied des Fußball-Kreisverbandes, Harald Alpers, ist gestorben „Die Auswechslung kam zu früh“

Er gehörte zu den fittesten Über-80-Jährigen im Kreis Peine. Umso überraschender kam die Nachricht: Harald Alpers ist wenige Tage nach seinem 82. Geburtstag gestorben. 

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Harald Alpers inmitten der Schul-Kinder - und in seinem Element. Auch mit 80 Jahren machte er die Übungen noch vor.

Quelle: Isabell Massel

Schwicheldt. Der Peiner Fußball verliert ein Unikum, die Jugendspielgemeinschaft Rosenthal/Schwicheldt ihren Gründer und Antreiber, und die Familie ihren Ehemann, Vater, Bruder, Schwager beziehungsweise Opa. Typisch für „Harry“ war sein Missfallen am Wort „Jugendarbeit“. „Denn es ist keine Arbeit“, hatte er einst gesagt, „sondern es macht einfach Spaß, mit Kindern, Schülern und Jugendlichen gemeinsam etwas aufzubauen oder zu unternehmen.“

Die Kinder und der Fußball lagen ihm stets am Herzen. Deshalb hatte er auch mit über 80 Jahren noch den Grundschülern in der Schulfußball-AG der Grundschule Rosenthal/Schwicheldt das Fußball-Einmaleins beigebracht. Seit 1950 betreute, trainierte und unterstützte der gebürtige Peiner Jugend-Fußballer - damals noch beim VfB Peine. Mit seiner Frau Waltraud zog Harald Alpers 1960 nach Schwicheldt um und übernahm den Posten des Vereinsjugendleiters beim TSV Rot-Weiß. Schulleiter Wilhelm Schäpe erkannte sein Talent und fragte: „Harry, du hast doch die B-Lizenz. Kannst du nicht 13 Sportstunden übernehmen?“ Harry sagte zu und unterrichtete fortan an der damaligen Grund- und Hauptschule Rosenthal/Schwicheldt. 1965 wurde er als Schul-Hausmeister eingestellt und gab dafür seinen Posten als Kranfahrer beim Walzwerk auf. Die Besonderheit: Auch als Hausmeister gab er weiterhin Sportunterricht. Damit dürfte Harald Alpers wohl bundesweit der einzige Hausmeister gewesen sein, der auch unterrichtete.

1972 gründete Alpers die erste Spielgemeinschaft im Peiner Jugendfußball mit: Die JSG Rosenthal/Schwicheldt. Der erste Leiter: Harry Alpers. Ihm war es ein Dorn im Auge gewesen, dass die Klassenkameraden nicht in einem Team spielten: „In der Schule sitzen sie zusammen, auf dem Sportplatz treten sie gegeneinander an.“

Auf stolze 40 Jahre ehrenamtlichen Einsatz brachte es Alpers als Schulfußball-Referent im Fußball-Kreisverband. Unzählige Turniere von Schul-Auswahlen leitete er. 1994 kürte ihn der Landesfußball-Verband zum Jugendleiter des Jahres. Die damalige Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper überreichte ihm 2001 eine Ehrung des Landes für seine Verdienste als ehrenamtlich engagierter Bürger und würdigte damit zum Beispiel auch, dass Alpers 40 Jahre an Pfingsten Jugend-Freizeiten betreute und sich bei mehr als 60 Kursen fortbildete. Ehrennadeln durfte sich Alpers zuhauf anstecken, der Fußball-Kreisverband ernannte ihn 2012 zum Ehrenmitglied.

Eine weitere Leidenschaft Alpers‘ - neben dem Fußball - war das Radfahren. Er besaß fünf verschiedene Räder, auf denen er selbst im Winter bei Schnee unterwegs war. Und: Er war Fan von Werder Bremen. Wenn er allerdings die Wahl hatte, ein Bundesligaspiel im Fernsehen oder ein F-Jugendspiel in Schwicheldt oder Rosenthal zu verfolgen, dann bevorzugte er die Kinder.

„Der Herrgott pfiff, aber die Auswechslung kam zu früh“, schrieb die Familie in der Todesanzeige. Ein treffender Satz.

  • Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung beginnt am Mittwoch, 12. April, um 14 Uhr auf dem Friedhof Groß Bülten.

cm/mp

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