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Deutschlands stärkste Gospel-Chor-Sängerin

Kraftdreikampf Deutschlands stärkste Gospel-Chor-Sängerin

Typisch Frau möchte man(n) sagen. Als Mareen Wendlandt im Sommer aus Eberswalde nach Vöhrum zog, war der Koffer mit den Schuhen der schwerste. „Ich liebe es, ausgiebig zu shoppen“, sagt ausgerechnet eine, die einen Sport betreibt, der als so gar nicht feminin gilt. Die 19-Jährige ist Deutsche Meisterin in Serie im Kraftdreikampf.

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An der Hantel: Mareen Wendlandt hat in Groß Ilsede perfekte Trainingsbedingungen. Ihr Freund ist gleichzeitig ihr Coach. Francesco Virzi von VT Union ist Kraftdreikampf-Bundestrainer.

Quelle: cb

Mareen Wendlandt trägt klobige Gewichtheberschuhe mit rutschfester Sohle statt pfiffig-verspielter Pumps. Und dennoch: So stellt man sich eigentlich keine Frau vor, die Gewichte stemmt, die dreimal so schwer sind wie sie selbst. Die 19-jährige gebürtige Brandenburgerin ist zierlich, blond, hübsch. Sie spielt Gitarre, singt im Gospel-Chor und kegelte bis vor kurzem in der Landesliga. Sie wiegt nur 52 Kilo und ist 1,55 Meter groß. Doch wenn der Kraftsport-Floh an die Hantelscheiben geht, wächst er über sich hinaus.

Seit Sommer trainiert Mareen Wendlandt im Groß Ilseder Kraftraum an der Stadionsporthalle bei VT Union mit. Das Herz führte sie ins Peiner Land. Sie ist mit Kraftdreikampf-Bundestrainer Francesco Virzi zusammen, zog zu ihm nach Vöhrum. Dass ihr Freund gleichzeitig ihr Trainer ist – kein Problem. „Ich empfinde das sogar als angenehm“, sagt die Athletin, die sich vor kurzem den vierten

Deutschen Meistertitel in Folge sicherte. Um die Akzeptanz für ihren Sport müssen sie sich nicht streiten, der Partner teilt das zeitaufwändige Hobby. Heiß hergehen könne es höchstens mal, „wenn ich spontan den Trainingsplan ändere“, sagt Francesco Virzi.

Und noch mehr Gemeinsamkeiten gebe es. „Wir müssen beide zum Beispiel aufs Gewicht achten“, scherzt Mareen Wendlandt. Damit sie die Gewichtsklassen für ihre Wettkämpfe halten, steht nach dem Weihnachtsschmaus gerade mal wieder Diät an. Auf Schokolade und Nudeln verzichtet die Lehramtsstudentin für Mathe und Sport ungern. Zumal: „Francesco ist Halb-Italiener, aber kochen tut er wie ein Hundertprozentiger“, unterstreicht sie.

Apropos Gewicht: Das erste was Mareen Wendlandt hochhob, war noch gar nicht so schwer. Es war eine Holzstange. Ihr Vater Achim, ein Gewichtheber, baute bei Motor Eberswalde eine Kindergruppe in seiner Sportart auf. Seine Tochter, damals gerade in der vierten Klasse, wechselte gerne vom Turnen zu den Gewichtheber-Minis. „Mit der Holzstange haben wir ganz lange erst mal die richtige Technik fürs Reißen und Stoßen gelernt. Das wichtigste im Gewichtheben ist nämlich die Technik“, erzählt die 19-Jährige.

Als ihre Leistungen im Gewichtheben stagnierten („Ich hatte Angst bei höheren Gewichten die Hantel über den Kopf zu ziehen“), wechselte sie zu den Kraftdreikämpfern. Eine titelfolgenreiche Entscheidung. In Norwegen holte sie sich im Jahr 2010 den Vize-Europameister-Titel in der Kniebeuge und in Tschechien Platz sechs bei der WM.

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