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Der Torwart-Oldie liebt es explosiv

Handball-Landesliga Der Torwart-Oldie liebt es explosiv

Wo wohnt wohl ein Torwart? Passenderweise im Haus mit der Nummer eins. Jochen Pape lebt in Hoheneggelsen, seit 25 Jahren hütet er aber das Handball-Tor ein paar Kilometer entfernt beim MTV Groß Lafferde. Mit fast 50 parierte das Urgestein noch in der Landesliga - und ans Aufhören denkt er noch lange nicht.

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Locker am Pfosten angelehnt: Jochen Pape pariert seit 25 Jahren für die Handballer des MTV Groß Lafferde.

Quelle: rb

Wenn es nicht so richtig läuft, kriegt Jochen Pape liebend gerne mal den Ball ins Gesicht. „Werde ich gereizt, halte ich umso besser“, erläutert er. Brodelt es richtig schön im Hexenkessel, dann wächst der 1,87 Meter-Schlacks über sich hinaus. „Wenn Zuschauer gegen mich oder meinen Verein wettern, ist das eigentlich nur vorteilhaft für uns. Ich brauche das“, sagt der Keeper-Oldie, der Himmelfahrt seinen 50. Geburtstag feiert.

Ein halbes Leben lang wehrt er sich demnach mit Händen und Füßen für den MTV Groß Lafferde. 1988 lotste ihn sein Freund und der damalige Trainer Helmuth Friehe zum MTV. „Das ist meine Handball-Heimat geworden, in dem Verein gibt es unheimlich viele nette Menschen“, sagt Pape. Dazu zählt auch der gelernte Versicherungskaufmann - auch wenn das nicht alle glauben, die Jochen Pape Handballspielen sehen. Er ist ein Hitzkopf. „Ich weiß, dass meine Mitspieler manchmal ganz schön wegen mir leiden müssen. Aber ich kann das nicht steuern. Und nach dem Spiel ist es dann auch wieder gut“, räumt der Keeper ein. Zweiminuten-Strafe kassiere er zwar öfter mal. „Aber Rote Karten habe ich in meiner ganzen Karriere maximal zwei bekommen.“

Seine Karriere - die begann als Schüler im Heimatverein SG Himstedt-Ost. Jochen Pape erwies sich als Torwart-Talent, obwohl er einst auch gerne draußen gespielt hätte. „Ich bin eher der Läufertyp, aber ich kann leider kein Handball spielen“, erzählt er. Seine gute Puste stellt er bei anderen Sportarten unter Beweis. Er spielt Fußball in der Ü40 und den 2. Herren des VfB Oedelum, schwimmt gerne und fährt Rad. „Mindestens viermal pro Woche treibe ich Sport“, erklärt er sein Fitness-Rezept. Torwart-Sweatshirts in XXL braucht er nicht. Er hat beinahe Idealgewicht und will auch mit über 50 noch in die Ecken seines Tores hechten, um einen Wurf wegzufischen.

Pape ist ehrgeizig. „Ich spiele sogar lieber mit jungen Leuten zusammen, weil die härter werfen. Ich brauche die Herausforderung“, sagt er und erinnert sich an Zeiten in Lafferdes 3. Herren mit Meisterschaften auf Kreisebene in Serie. „Das hat dann auch irgendwie keinen Spaß gemacht.“

In dieser Saison kam Pape sowohl in der Landes- als auch in der Regionsliga für den MTV zum Einsatz. Mit dem Abschneiden ist er grundsätzlich zufrieden. Die Zweite müsse noch ihre Auswärtsschwäche ablegen. Der Keeper ist optmistisch, dass das nächste Saison gelingt. „Wir kriegen einige A-Jugendliche dazu, darauf freue ich mich riesig.“ Und die Erste habe ihn mit Platz sieben positiv überrascht. „Dafür, dass die fast nur Gartenzwerge im Rückraum haben, ist das ziemlich gut“, scherzt er.

Im MTV schätzt man nicht nur seine lockeren Sprüche. „Wenn man ihn braucht, ist er immer da“, erinnert Jugend-Trainer Dennis Bühn etwa an Schiri-Einsätze für den Nachwuchs.

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