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"Das ist wie fünf Minuten Vollwasch-Gang"

Motorsport "Das ist wie fünf Minuten Vollwasch-Gang"

Gut anschnallen: Kurvenreich und hügelig wird’s am Freitag beim Rallye-Gipfeltreffen im hohen Norden. Wenn Pilot Marcel Becher mit seinem Citroen C2 über die Kuppen der Region Angeln in Schleswig-Holstein donnert, kann der gelbe Flitzer auch schon mal die Bodenhaftung verlieren.

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Pilot Marcel Becher (rechts) aus Sierße und Beifahrer Peter Sebralla aus Oberg (links) mit ihrem Team: Michael Brandes (vorne von links), Jens Brandes und Michael Becher. 

Quelle: Chris Kuhr

Apropos Sprung: Den hat der 23-jährige Sierßer auch in seiner sportlichen Laufbahn gemacht. Mit seinem neuen Beifahrer Peter Sebralla aus Oberg startet er im April ins Abenteuer ADAC-Rallye Masters. Das ist so eine Art 2. Liga des Rallyesports.

Die kleine Motivationshilfe des Serviceteams klebt an der Fahrerseite: die Comic-Zeichnung einer Zähne fletschenden Bulldogge soll Marcel Becher und Peter Sebralla ein angriffslustiges Maskottchen für die Saison sein. Die beiden Motorsportler wollen sich von heute an als Team durchbeißen. Als Testlauf für ihr Zusammenspiel haben sie sich gleich ein heißes Pflaster (und Schotter) ausgesucht: die Wikinger-Rallye rund um Süderbarup, die als Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft gewertet wird.

"Da folgt Kurve auf Kurve. Das ist eine echte Feuertaufe", sagt Beifahrer Peter Sebralla. Der Oberger ist 56 Jahre alt und fährt bereits seit 1973 Rallyes. Von dieser Erfahrung soll der nicht einmal halb so alte Pilot profitieren. Vollstes Vertrauen zum Youngster hat der Routinier. Das beste Beispiel: Sein Fuß imitiert unterwegs erst gar keine Bremsbewegung. "Wenn das der Fall wäre, würde es nicht passen", betont Sebralla. Er ist so etwas wie ein menschliches Navigationsgerät, er kündigt Kurven und Sprünge an, führt den Aufschrieb, das sogenannte Gebetsbuch der Co-Piloten, oder hat im Blick, wann getankt wird. "Der Fahrer soll sich nur aufs Fahren konzentrieren", betont der Oberger.

Das muss Marcel Becher auch. In der vergangenen Saison fuhr er noch wesentlich kürzere Wertungsprüfungen. Statt 5 kommen nun 10 bis 16 Kilometer lange Teilstücke auf den Piloten zu. Das kostet Kraft. "Marcel hat sich extra einen Heimtrainer gekauft - und ihn auch genutzt", verrät Vater Michael Becher. Und auch Beifahrer Sebralla geht zweimal pro Woche ins Fitness-Studio. "Auch wenn man angeschnallt ist - eine Wertungsprüfung fühlt sich an wie fünf Minuten Vollwaschgang", vergleicht der Sachbearbeiter der Deutschen Bahn AG.

Zum Zug kommt das Peiner Rallyeduo in Schleswig-Holstein heute erst an 91. Stelle. Eine Nachtprüfung steht zunächst an, die Zusatz-Scheinwerfer leuchten den Weg. "Da wird schon viel Dreck auf der Strecke liegen", weiß Sebralla. So verschleißen die Reifen noch schneller. 310 Euro kostet einer am 185 PS starken Citroen C2 übrigens. Gewechselt wird nach jeder Rallye. "Ja, Motorsport ist teuer", weiß Michael Becher. Doch wer vorne mitfahren will, braucht gutes Material - und fleißige Helfer. Michael und Jens Brandes unterstützen das Peiner Rallyeteam. Mit zwei Wohnmobilen, einem Service-Werkstattwagen, einem Auto zum Strecke abfahren und dem Rennwagen auf dem Hänger sind die Peiner nach Süderbarup gefahren.

Neben Schraubenschlüssel und Ölkanne sind übrigens auch Autogrammkarten an Bord. Auch das ist neu. Fotograf Chris Kuhr gestaltete sie. "Ich habe zwar schon Autogramme schreiben dürfen, aber eigene Karten hatte ich noch nie", freut sich Sebralla auf den Saisonstart der ADAC-Rallye-Masters-Serie. Der steigt dann für das Team am 20. April in Stollberg bei der Erzgebirge-Rallye.

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