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„Das ist mal etwas ganz anderes“

Strongman Run „Das ist mal etwas ganz anderes“

Daniela Paschköwitz und Claudia Stein eint manches. Beide kommen aus Peine, sind knapp über vierzig, haben jeweils drei Kinder im fast gleichen Alter, beide sind Freundinnen – und für verrückte Geschichten zu begeistern. Zum Beispiel für die Teilnahme am „Strongman Run“.

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Daniela Paschköwitz (links) und Claudia Stein.

Quelle: Privat

Der Name weist schon darauf hin, dass vor allem kräftige Männer an diesem Lauf teilnehmen, der in Weeze am Niederrhein ausgetragen wurde. Rund 800 Frauen waren dennoch angemeldet, davon haben rund 200 aber gekniffen. Insgesamt waren es 6955 Starter, von denen es 6563 ins Ziel geschafft haben – unter ihnen die beiden Peinerinnen.

Der Strongman Run ist kein normaler Lauf über 23 Kilometer. Die Teilnehmer – und auch die Teilnehmerinnen – müssen durch Schlammlöcher, Wasser, über Strohballen und Bunker, Seilnetze hinauf und hinab und unter Gittern hindurch.

„Das ist mal etwas ganz anderes“, sagt Daniela Paschköwitz treffend. Aber während sich viele Frauen zieren würden, matschverdreckt und patschnass durch die Gegend zu laufen, sagt sie: „Ich hatte so einen Spaß! Auch wenn es Quälerei war.“

„Laufzeit und Platzierung waren egal“

Im vergangenen Jahr war sie durch einen Text in einer Lauf-Zeitschrift auf den ungewöhnlichen Wettbewerb aufmerksam geworden und hatte sich zusammen mit ihrer Freundin angemeldet. 75 Euro kostete das Startgeld pro Person, plus Kosten für die Fahrt und eine Übernachtung. „Wir beide sind schon am Abend vorher hingefahren, unsere Familien kamen am nächsten Tag nach“, sagt die 41-Jährige.

Vor etwa drei Jahren hatte sie mit dem regelmäßigen Laufen begonnen und vergangenes Jahr am Berlin-Marathon teilgenommen. Vier bis fünf Mal trainiert sie pro Woche. Und für den „Strongman“ hatte sie sich auch noch mit Krafttraining vorbereitet.

„Laufen ist für mich das Gefühl von Freiheit. Kein Termindruck, keine Zwänge“, sagt die berufstätige Mutter. Termindruck hatte sie auch in Weeze nicht. „Laufzeit und Platzierung waren mir egal.“ Gestoppt wurde die Zeit dennoch. Sie bewältigte den 23-Kilometer-Parcours mit insgesamt 27 Hindernissen in vier Stunden und acht Minuten, ihre Freundin war elf Minuten schneller.

„Wenn man durch elf Grad kaltes Wasser schwimmen und dann in den nassen Klamotten und Schuhen weiterlaufen muss, das ist schon hart“, sagt sie. Aber sie hatte auch Unterstützung. „Als ich kopfüber in ein Schlammloch gefallen war, halfen mir sofort mehrere Läufer wieder heraus. Und beim Netz-Hochklettern ist man auch auf gegenseitige Hilfe angewiesen.“

Auch wenn sie und ihre Freundin alle Hürden genauso gemeistert haben, wie die Männer: Eines haben sie sich dann doch erspart: Die Strongman-Dusche. Das bestand aus einem Feuerwehrschlauch.

Nächstes Jahr will Daniela Paschköwitz wieder dabei sein. „Ich werde in meinem Brautkleid starten“, hat sie sich vorgenommen. Ihr Ehemann Martin will dann auch dabei sein – in seinem Hochzeitsanzug.

Matthias Press

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