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Das erste Fußballspiel mit 14, das letzte mit 60 Jahren

Mit 80 Jahren ist Karl Winkler immer noch fußball-begeistert Das erste Fußballspiel mit 14, das letzte mit 60 Jahren

Als diese Woche die Halbfinalspiele im DFB-Pokal liefen, saß Karl Winkler gespannt vor seinem Fernseher. 1960 hatte er mit dem VfB Peine selbst in diesem Wettbewerb gespielt - und in Peine 1:6 gegen den Deutschen Meister Hamburger SV verloren.

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Auch mit 80 Jahren noch absolut fußball-begeistert: Karl Winkler.

Auch wenn die Peiner aus dem Pokal flogen: Das Spiel gegen Uwe Seeler und Co. ist für Karl Winkler der Höhepunkt seiner Fußball-Laufbahn gewesen.

Und die war ereignisreich: Seine Mutter war mit neun Kindern 1946 nach Woltorf gekommen. Als Flüchtlinge hatten die Winklers Oberschlesien verlassen müssen. Sechs der Kinder waren Jungen, und die lernten in Woltorf das Kicken. „Mit 14 habe ich das erste Mal Fußball gespielt“, sagt Karl Winkler. Drei Jahre später lockte ihn Trainer Willi Kipar zum VfB Peine. Einige Jahre später spielte er zusammen mit seinen Brüdern Paul, Ludwig, Werner und Horst in der Amateuroberliga. „Das entspricht der zweiten Bundesliga heute. Und es ist einmalig in Deutschland, dass auf diesem Niveau fünf Brüder in einer Mannschaft standen“, sagt Karl Winkler.

Einige Male hat er dann noch den Verein gewechselt. Er spielte für Eintracht Nordhorn, Göttingen 05 und Eintracht Braunschweig. Im Alter von 60 Jahren hat er sein letztes Punktspiel bestritten: Für die zweite Mannschaft der PSG Peine in Wipshausen.

Der Fußball ließ ihn aber auch danach nicht los. Bei jedem Spiel der PSG Peine - in diesem Verein ist er seit 20 Jahren Mitglied - ist Karl Winkler als Zuschauer dabei, und auch die Jugendspiele verfolgt er meistens. Nur heute nicht, denn da feiert er seinen 80. Geburtstag.

Fit hält er sich inzwischen mit Schwimmen, Radfahren und Gartenarbeit. „Und hin und wieder ärgere ich meine Frau“, flachst Karl Winkler und fügt dankbar hinzu: „Sie hat immer viel Verständnis für meine Fußball-Leidenschaft aufgebracht.“

„Das muss ich ja notgedrungen“, sagt Elke Winkler lachend. Immerhin schaut sich das Ehepaar häufig gemeinsam Fußballspiele im Fernsehen an. Und mindestens bei den Farben sind sich beide einig. Elke Winkler ist Dortmund-Fan. Der BVB spielt in Gelb/Schwarz - so wie die PSG Peine.

mp

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