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„Daddy Cool“ bleibt cool: Lea Giesicke jubelt

Reiten „Daddy Cool“ bleibt cool: Lea Giesicke jubelt

Turnier-Chefin Silke Weyberg hatte den richtigen Riecher: „Ich glaube, es kann einige Überraschungen geben“, hatte sie vor der Kreismeisterschaft der Reiter in Hohenhameln gesagt – und Recht behalten.

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Eileen Keunecke triumphierte auf Stute Charlene im Springen – und gewann nach 13 Jahren wieder einen Kreistitel.

Quelle: Isabell Massel

400 Pferde, 3 Tage spannender Sport, Außenseiter-Siege: „Es war eine schöne Veranstaltung und die Stimmung war gut“, bilanzierte Weyberg, die sich auch über das gute Abschneiden der Lokalmatadoren vom Reit- und Fahrverein Hohenhameln freute, die gleich fünf Einzel- und eine Mannschaftsmedaille holten. „Das hatten wir schon ewig nicht mehr.“

Springen LK 5

Freude um Mitternacht: Eileen Keunecke (RFV Woltorf) hatte schon befürchtet, dass sie sich nach ihrer Führung mit der Wertnote 7,2 im Stilspringen der Klasse A* noch den Titel wegschnappen ließ. Denn im A**-Springen war ihr danach zwar der schnellste Ritt gelungen, aber auch ein Fehler am einfachen Steilsprung passiert. Und Meike Henkel von der Reitgemeinschaft Solschen legte eine furiose Aufholjagd hin. „Der Fehler war einfach blöd, eine kleine Unstimmigkeit. Wir hatten danach hin und her gerechnet und dachten, dass ich Zweite bin“, verriet Eileen Keunecke. Doch als die offiziellen Ergebnisse gegen Mitternacht im Internet auftauchten, stellte sie erfreut fest: Im Gesamt-Ergebnis reichte es doch! Nach 13 Jahren ritt sie wieder zum Kreismeistertitel. Das Kuriose: „Damals habe ich mit Dokranina, dem Pferd meiner Mutter, gewonnen. Diesmal mit dem Pferd meiner Schwester Sabrina.“ Mit der 17-jährigen Schimmel-Stute Charlene lief es perfekt. „Sie hat einen wahnsinnigen Kämpfergeist im Parcours und weiß sofort, worum es geht“, lobte Eileen Keunecke das Pferd.
1. Eileen Keunecke auf „Charlene“ (RFV Woltorf), 2. Meike Henkel (RG Solschen) auf „Papagena“, 3. Samantha Wahrlich auf „Vellenstein“ (Sportreiter Peiner Land).
Springen LK 6

Seinen Ruhetag nach dem Turnier und die Möhrchen und Leckerlis im Futter-Eimer hatte sich der neunjährige Wallach „His Hobbit“ redlich verdient: „Er ist ein totaler Teamplayer und hat super mitgearbeitet, selbst als er kräftemäßig schon etwas kaputter war“, lobte Kreismeisterin Lea-Sophie Brennecke (Sportreiter Peiner Land) ihr Pferd. An allen drei Turniertagen war der Hannoveraner im Einsatz und zeigte genauso viel Ehrgeiz wie seine Reiterin, die ihre große Führung aus der Stilspringprüfung der Klasse A* (Wertnote 6,7) mit einem flotten Null-Fehler-Ritt im E-Springen ins Ziel brachte. Der Vorbereitungsplan war damit voll aufgegangen: „Das Training war etwas anspruchsvoller, damit wir es beim Turnier dann etwas leichter hatten“, sagte die 15-Jährige aus Woltorf.
1. Lea-Sophie Brennecke auf „His Hobbit“ (Sportreiter Peiner Land),
2. Franziska Beinsen auf „Elijah Wood“ (RFV Woltorf), 3. Gilian Mc Dermid auf „Keep your Dream“ (RuF Peine).

Dressur LK 5

Der junge Wallach „Daddy Cool“ machte seinem Namen alle Ehre. „Er war extrem gut bei der Sache, hat gut aufgepasst und war trotz der ungewohnten Atmosphäre total entspannt“, freute sich Kreismeisterin Lea Giesecke (RFV Woltorf) über den Erfolg mit ihrem selbst aufgezogenen Pferd. Und der kam für sie völlig überraschend. Denn: „Mein Pferd ist erst sechs Jahre alt. Wir reiten erst seit vergangener Saison Turniere“, erläuterte die 20-Jährige. Doch die fleißige Trainingsarbeit im Winter habe sich ausgezahlt. Mit Wertnoten von 7,4 gewann die Auszubildende zur Agrarwirtschaftlich-technischen Assistentin aus Equord sowohl die Dressurprüfung der Klasse A* und die der Klasse A** und setzte sich vor den Hohenhamelnerinnen Kimberly Blümel (7,3/7,3) und Tamara Radan (6,9/6,9) durch. Auf den Überraschungserfolg stieß sie mit Freunden mit Sekt an und belohnte „Daddy Cool“ mit seinem Lieblingsessen: „Er steht total auf Hafer und Bananen.“

1. Lea Giesecke auf „Daddy Cool“ (RFV Woltorf), 2. Kimberly Blümel auf „Salt'N'Pepa“ (RFV Hohenhameln), 3. Tamara Radan auf „Crazy Poker“ (RFV Hohenhameln).

Dressur LK 6

Was für ein Debüt: Insa Kost (RFV Hohenhameln) ritt ihre erste A-Dressur und war am Ende selber baff, dass es gleich zum Kreismeistertitel reichte: „Damit hatte ich nicht gerechnet, ich habe mein Pferd doch erst seit November“, sagte die 15-Jährige. Aber sie harmonierte mit ihrem neunjährigen Westfalen-Wallach „Quo Vadis“ perfekt im Viereck und setzte sich im spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen mit Klubkollegin Malin Weyberg mit Wertnoten von 6,9 und 6,8 durch.
Dass es verdammt knapp war, hatte sie gar nicht richtig mitbekommen. „Ich habe mich so aufs Reiten konzentriert – an die Kreismeisterschaft habe ich gar nicht gedacht“, verriet sie. Und Zeit zum ausgiebigen Feiern der Überraschung blieb auch nicht: „Ich hatte noch eine Schicht als Helferin an der Starttafel.“ Aber ihr Pferd habe sie zuvor noch „ordentlich geknuddelt“. Und nach dem Turnier durfte sich „Quo Vadis“ auf Wellness freuen. „Er durfte ordentlich grasen“, erzählte die Schülerin.    

1. Insa Rebekka Kost auf „Quo Vadis“ (RFV Hohenhameln), 2. Malin Weyberg auf Golden Gun (RFV Hohenhameln), 3. Christina Schulz auf „Daruso H“ (RSV Clauen).

Kreisstandarte

Erstmals trat der 2014 gegründete Verein „Sportreiter Peiner Land“ mit einer eigenen Mannschaft an – und prompt schnappte er sich den Titel. „Wir haben uns riesig gefreut, denn nach der Mannschaftsdressur war das noch nicht zu erwarten“, sagte Lea-Sophie Brennecke, die damit ihren zweiten Titel der Meisterschaft gewann. Doch dafür war ein Überholmanöver nötig. Die Springreiterinnen Samantha Wahrlich und Lea-Sophie Brennecke sammelten noch genügend Punkte, um an der bis dato führenden Woltorfer Mannschaft vorbeizuziehen. Am Erfolg beteiligt waren zudem die Dressur-Reiterinnen Yvonne Peter und Michaela Flörke.

Jugendstandarte

Der Nachwuchs vom Reit- und Fahrverein Blumenhagen meisterte die Titelverteidigung – und freute sich riesig darüber. Denn: „Als Ponygruppe hatten wir uns gegenüber den anderen Mannschaften weniger ausgerechnet. Und da unsere Mannschaftsdressur etwas chaotisch war, war es umso überraschender“, sagte Anna-Lena Feldt, die als Springreiterin mit zwei Wertnoten von 6,0 zum Erfolg beitrug. Den klaren Sieg perfekt machten Franziska Philipp als fleißigste Punktesammlerin sowie ihre Schwester Natascha Philipp (beide Dressur), Springreiterin Emmely Hintze und Mannschaftsführerin Giulia Himstedt. Die stärkste Mannschaftsdressur zeigten zwar die Hohenhamelnerinnen (Wertnote 7,5), zum Sieg reichte es aber nicht mehr.

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